New York - Google
will seinem Smartphone-Betriebssystem
Android ordentlich Auftrieb geben: Der Internetriese übernimmt
Motorola Mobility, die traditionsreiche Mobilfunksparte von Motorola
. Dafür zahlt Google 40 Dollar pro Aktie in bar, ein Aufpreis von 63 Prozent zum Schlusspreis von Freitag. Die Wettbewerbshüter müssen den Deal noch genehmigen, der bis zum Jahresende abgeschlossen sein soll.
Anleger reagierten optimistisch auf die geplante Übernahme: Die Motorola-Aktie schnellte vorbörslich um 59 Prozent in die Höhe. Google-Papiere gaben 2,8 Prozent nach. Das Unternehmen gab im Unternehmens-Blog bekannt, dass Android trotz des Deals für andere Hersteller verfügbar sein werde. Motorola würde weiterhin Lizenznehmer sein. "Motorola Mobilitys starke Bindung an Android hat dafür gesorgt, dass beide Unternehmen einfach zueinander passen", erklärte Googles CEO Larry Page.
Motorola verfügt über großes Patent-Arsenal
Google will mit dem Zukauf
seine von Patentklagen belagerten Plattform Android für
Smartphones und Tablet-Computer stärken. Motorola spielt schon seit Jahren keine führende Rolle in der Branche. Unter dem Druck asiatischer Konkurrenten wie Samsung oder LG schwand der Anteil am Mobilfunk-Markt schnell und lag zuletzt nur noch bei 2,4 Prozent. Allerdings verfügt der Mobilfunk-Pionier über eines der umfangreichsten Patent-Arsenale. Vor wenigen Wochen hatte Google
den Bieterwettstreit um das Patent-Portfolio des gescheiterten Mobilfunk-Ausrüsters Nortel an Rivalen wie Apple und Microsoft verloren.
Der Zukauf von Motorola werde das Patent-Portfolio von Google stärken, schrieb denn auch Page selbst in einem Blog-Eintrag. "Das wird es uns ermöglichen, Android besser vor wettbewerbsfeindlichen Bedrohungen von Microsoft, Apple und anderen Unternehmen zu schützen", betonte er.
Motorola hatte sein Mobilfunk-Geschäft im Januar aufgespalten. Das Unternehmen trennte dabei die Handy- von der Infrastruktur-Sparte, die mittlerweile von Nokia Siemens Networks übernommen wurde.
dis/dpa/AFP/Reuters
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