Bei Merkel-Besuch: Siemens verkauft 700 E-Loks nach Russland
Siemens bekommt offenbar einen Milliardenauftrag der russischen Staatsbahn: Vorstandschef Peter Löscher wird in Moskau eine Vertrag über die Lieferung von 695 Elektroloks unterzeichnen. Das berichten Teilnehmer der Delegation, die Bundeskanzlerin Angela Merkel auf ihrer Russlandreise begleiten.
Moskau - Am Freitagmorgen ist Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nach Moskau abgeflogen, begleitet unter anderem von einer ranghohen Wirtschaftsdelegation. Unter den prominentesten Teilnehmern ist Siemens-Chef Peter Löscher, der von der Reise einen Großauftrag für seinen Konzern mitbringen will. In der russischen Hauptstadt wird Löscher Agenturberichten zufolge eine Grundsatzvereinbarung über die Lieferung von 695 Elektrolokomotiven unterschreiben. Der Auftrag hat demnach einen Wert von rund 2,5 Milliarden Euro.
Vertragspartner des deutschen Großkonzerns ist der Bahnbetreiber RZD. Die Fahrzeuge sollen vor Ort von der Gemeinschaftsfirma von Siemens und der russischen Sinara über einen längeren Zeitraum gebaut werden. Dazu kämen außerdem Pläne zum Kauf von Transformatoren für 350 Millionen Euro durch den russischen Netzbetreiber FSK, hieß es. Siemens
wollte sich zu den Angaben zunächst nicht äußern.
Merkel reist zu den 14. deutsch-russischen Regierungskonsultationen nach Moskau, wo sie unter anderen mit Russlands Präsident Wladimir Putin zusammentreffen wird. Die Kanzlerin wird von einigen Kabinettsmitgliedern begleitet, darunter Vizekanzler und Wirtschaftsminister Philipp Rösler, Außenminister Guido Westerwelle (beide FDP) und Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU). Unter den Teilnehmern der Wirtschaftsdelegation sind neben Löscher auch die Vorstandsvorsitzenden von Volkswagen
, Martin Winterkorn, und des Energiekonzerns E.on, Johannes Teyssen.
Zunächst besuchen Merkel und Putin die Abschlussveranstaltung des Petersburger Dialogs, bei dem sich Vertreter aus Gesellschaft, Politik und Kultur beider Länder austauschen. Danach gibt es eine Plenarsitzung der Regierungskonsultationen unter Vorsitz von Merkel und Putin. Nach einer gemeinsamen Pressekonferenz ist ein Abendessen mit deutschen und russischen Wirtschaftsvertretern geplant. Die Kanzlerin und ihre Delegation fliegen am Abend nach Berlin zurück.
nck/dapd/Reuters
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