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Milliardenbetrug: Madoff-Angestellter fälschte jahrzehntelang Konten

Ihm drohen bis zu 70 Jahre Haft: Ein Angestellter des Milliardenbetrügers Bernard Madoff hat zugegeben, mit erfundenen Dokumenten Guthaben auf Konten der Kunden vorgetäuscht zu haben - bereits in seiner Jugend fälschte er die ersten Zahlen.

Bernard Madoff: Angestellter wollte Ausmaß des Jahrhundertbetrugs verschleiern Zur Großansicht
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Bernard Madoff: Angestellter wollte Ausmaß des Jahrhundertbetrugs verschleiern

New York - Er wollte Bernard Madoff helfen - jetzt steht er selbst vor Gericht: Durch die Kontenmanipulationen habe er die Machenschaften des Jahrhundertbetrügers verschleiern wollen, gestand Eric Lipkin vor einer Richterin in New York. Anleger hatten Madoff Geld anvertraut - in der Hoffnung auf eine hohe Rendite. Doch statt das Geld gewinnbringend zu investieren, suchte sich Madoff einfach immer neue Kunden - und zahlte die alten mit deren Geld aus. Oder Lipkin gaukelte ihnen etwas vor.

Lipkin war von Mitte der achtziger Jahre bis Dezember 2008 bei Madoffs Firma beschäftigt. Er habe Konten so gefälscht, dass vermögende Kunden glaubten, ihr Geld sei gut angelegt, erklärte er vor Gericht. Auch habe er Dokumente verfasst, denen zufolge die Madoff-Firma Guthaben hatte - die in Wahrheit nie vorhanden waren. Sein Job sei es gewesen, "die Rechnungsprüfer zu täuschen", sagte Lipkin.

Nach Auffassung des Gerichts gehörte Lipkin zum "inner circle" von Bernard Madoff und wusste früh um dessen betrügerisches System. Offenbar wurde er schon in seiner Jugend zum Mitwisser. Lipkins Vater Erwin, der ebenfalls angeklagt ist, gehörte zu den ersten Angestellten, die Madoff beim Aufbau seines Finanzunternehmens anheuerte. Der Sohn folgte dem Vater dann 1992 ins Unternehmen und hatte dort die Rolle eines "Leutnants", wie er selbst im Prozess sagte.

Lipkins Vorgesetzter, der inzwischen zu 150 Jahren Haft verurteilte Finanzbetrüger Madoff, war im Dezember 2008 auf dem Höhepunkt der Finanzkrise festgenommen worden. Er hatte über Jahre hinweg mit Hilfe eines komplexen Systems Tausende Anleger um geschätzte 65 Milliarden Dollar geprellt. Zu seinen Opfern zählen Banken, Privatleute und Wohltätigkeitsorganisationen.

Lipkin erwartet sein Urteil am 15. Dezember. Laut dem US-Justizministerium drohen dem 37-Jährigen bis zu 70 Jahre im Gefängnis - durch sein Geständnis wird dieses Strafmaß aber kaum erreicht werden.

mah/AFP/Reuters

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