Redmond/Seattle - Der Erfolg seines neuen Betriebssystems Windows 7 hat dem Software-Konzern Microsoft am Jahresende 2009 ein dickes Plus beschert. Der Gewinn im Schlussquartal wuchs gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 60 Prozent auf 6,7 Milliarden Dollar, wie das Unternehmen am Donnerstag nach US-Börsenschluss mitteilte. Der Umsatz erreichte mit 19 Milliarden Dollar ein neues Rekordniveau - er lag 14 Prozent über dem Vorjahr.
"Wir sind begeistert von dem Zuspruch der Verbraucher zu Windows 7", sagte Finanzchef Peter Klein in Redmond im US-Bundesstaat Washington. Auch die Geschäftskunden hätten das neue Betriebssystem gleich angenommen. Den Gewinnsprung erklärte er mit strikter Ausgabendisziplin.
Mit den Zahlen übertraf Microsoft
die Erwartungen der Analysten. Die Aktie stieg nachbörslich um ein Prozent. "Das ist ein Rekordquartal für Windows", sagte Finanzchef Turner. Bis dato hat der Konzern 60 Millionen Lizenzen verkauft. Kein anderes Betriebssystem sei jemals so gut gestartet, teilte der Konzern mit.
Microsoft hatte Windows 7 Ende Oktober auf den Markt gebracht - gerade noch rechtzeitig für das wichtige Weihnachtsgeschäft. Und auch rechtzeitig, um von der wieder angesprungenen Konjunktur zu profitieren. Viele Unternehmen hatten im vergangenen Krisenjahr die IT-Investitionen drastisch zusammengestrichen und waren nun gezwungen zu investieren.
Amazon profitiert weiter vom Lesegerät Kindle
Auch der weltgrößte Online-Versandhändler Amazon ist gut im Geschäft. Im wichtigen Weihnachtsquartal legte der Konzern nicht zuletzt dank des Erfolgs seines E-Book-Lesegeräts Kindle einen Gewinnsprung um 71 Prozent auf 384 Millionen Dollar hin. "Millionen Menschen besitzen jetzt Kindles", sagte Gründer und Unternehmenschef Jeff Bezos am Donnerstag in Seattle. "Und Kindle-Besitzer lesen viel."
Amazon
konnte den Umsatz binnen eines Jahres um 41 Prozent auf 9,5 Milliarden Dollar steigern. Das Unternehmen hatte jüngst eine größere Kindle-Variante auf den Markt gebracht und baut die Auswahl an elektronischen Büchern immer weiter aus. Mittlerweile sind 410.000 Titel zu haben, allerdings in der Regel in englischer Sprache.
Erst am Vortag hatte Apple ein Konkurrenzprodukt präsentiert: das iPad. Branchenkenner rechnen damit, dass Amazon unter Druck geraten wird. Zumindest für das laufende erste Quartal gab das Unternehmen allerdings Entwarnung: Es rechnet mit einem Wachstum gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 32 bis 43 Prozent. Das operative Ergebnis sieht Amazon in einer weiten Spanne zwischen 13 und 50 Prozent steigen.
wit/dpa
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