Milliardenoffensive: Zentralbanken kaufen tonnenweise Gold

Die Notenbanken der Welt häufen riesige Goldreserven an. Allein von Juli bis September haben sie fast 150 Tonnen gekauft - so viel wie nie zuvor in einem Quartal. Offenbar wollen die Währungshüter in der Schuldenkrise ein solides Polster aufbauen.

Goldbarren der US-Notenbank Fed: Rekordkäufe treiben Preis für das Edelmetall Zur Großansicht
Corbis

Goldbarren der US-Notenbank Fed: Rekordkäufe treiben Preis für das Edelmetall

London - Weltweit haben Zentralbanken zwischen Juli und September 148,4 Tonnen Gold gekauft. Das berichtet die "Financial Times" am Donnerstag. Die Menge entspricht fast 12.000 Barren. Ein Barren wiegt rund 12,4 Kilo und ist beim derzeitigen Kurs etwa 700.000 Dollar wert.

Die Notenbanken steuern mit ihren Käufen in diesem Jahr einen Rekord an. Angeführt von den Zentralbanken der Schwellenländer stehen sie davor, so viel Gold zu kaufen wie zuletzt vor 40 Jahren. Damit verschärft sich ein Trend, der 2010 begann. Damals starteten die Zentralbanken ihr großes Goldaufkaufprogramm - nachdem sie zuvor zwei Jahrzehnte lang mehr Gold abgestoßen als gekauft hatten.

Über die Gründe der Kehrtwende lässt sich nur mutmaßen. Mit Spekulation im großen Stil scheint die Goldoffensive aber nichts zu tun zu haben - den Zentralbanken geht es weniger um eine dicke Rendite. Vielmehr wollen sie sich offenbar gegen Risiken wie Währungsschwankungen absichern, immerhin verlieren Euro und Dollar gegenüber anderen Währungen zusehends an Wert. Gold hingegen ist angesichts der Schuldenkrisen in Europa und den USA attraktiver geworden.

"Große Zahl von Nachfragern"

Im dritten Quartal kauften die Notenbanken nun laut "Financial Times" so viel Gold Chart zeigen wie noch nie seit 2002. Seit diesem Zeitpunkt veröffentlicht das World Gold Council (WGC), eine Lobbygruppe der Goldindustrie, Verkaufszahlen einzelner Quartale. Welche Zentralbanken zu den Käufern zählten, ist dem Bericht zufolge nicht bekannt. "Wir glauben aber, dass es sich um eine große Zahl von Nachfragern aus verschiedenen Ländern handelt", sagte Marcus Grubb vom WGC der Zeitung.

Der Großteil der Käufe sei im September abgelaufen. Damals sank der Goldpreis nach einem Rekordhoch von mehr als 1900 Dollar zeitweise auf rund 1550 Dollar. Zu diesem Zeitpunkt galt auch der Dollar als besonders angeschlagen - wegen des Streits in den USA über die Anhebung der Schuldengrenze.

Auch dank der Käufe der Zentralbanken ist der Goldpreis in den vergangenen Wochen erneut deutlich gestiegen. Derzeit liegt er bei 1757 Dollar je Feinunze (31 Gramm). Das WGC erwartet laut Grubb, dass die Notenbanken im vierten Quartal weitere 90 Tonnen des Edelmetalls kaufen. Damit würde die Gesamtsumme ein Rekordhoch von 450 Tonnen erreichen.

cte

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insgesamt 134 Beiträge
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1. Riesige Goldmenge?
Fprester 17.11.2011
Zitat von sysopDie Notenbanken der Welt häufen riesige Goldreserven an. Allein von Juli bis September haben sie fast 150 Tonnen gekauft - so viel wie nie zuvor in einem Quartal. Offenbar wollen die Währungshüter in der Schuldenkrise ein solides Polster aufbauen.
Man muss diese Menge in Relation zur geförderten Goldmenge setzen. in den vergangenen 5 Jahren wurden im Mittel pro Jahr etwa 2500 to Gold "produziert".
2. Vorbereitungen auf das private Goldverbot .....
grgrpsps 17.11.2011
... im Rahmen der notendigen und sehr bald kommenden globalen Währungsreform. Manche Insider stossen auch gerade ihre Goldpapiere in Mrd. Höhe ab um dann dem Zwangsumtausch zum staatlich festgesetzten Einheitswert jetzt gerade noch zu entgehen.
3. 12 Uhr ud die Uhr tickt
ofelas 17.11.2011
Wahrend Deutschland fuer die ganze Euro-Region zahlen soll inklusive fuer Frankreich, kaufen unsere Partner halt Gold fuer...ich denke die Zeit danach. Waehrend der kleine Steuerzahler in Deutschland fuer unser Freunde in der Euro-Region zahlt, bringen die wohlhabenden dieser Laender ihr unversteuertes Vermeogen in sichere Haefen. Wer braucht Feinde bei solchen Politikern im eingenen Land
4. Ahhhh
muwe6161 17.11.2011
Das Kleinsparer-Verhalten ist also bei den Zentralbanken angekommen. Das ist Ökonomik schon wieder? Wirtschaftswissenschaft oder die Lehre des Herdentriebes? Vielleicht eher Schwarm-Intelligenz? Oder etwa die edle Kunst die Fehler der Vergangenheit zu wiederholen?
5. Kleines Rechenexempel gefällig?
wika 17.11.2011
Es hört sich natürlich martialisch an wenn die Zentralbanken so richtig in Gold gehen. Man sollte aber etwas mehr wissen als nur solche plakativen Weisheiten. Gehen sie mal davon aus, dass der Welt-Gold-Bestand so um die 200.000 Tonnen beträgt, gut geschätzt, denn Wikipedia geht noch von rund 150.000 Tonnen aus, aber in den Ecken wird schon auch noch was liegen. Wenn sie dann den heutigen Goldkurs mit 1.780 USD/Unze annehmen, dann stellen sie schnell fest, dass dieses Gold der Welt mit einem Wert von rund 11,5 Billionen Dollar nicht mal reichen würde die Staatsschulden der USA von (per heute) 15 Billionen Dollar zu decken. Gehen sie noch einen Schritt weiter: *„Alles Gold der Welt in meinen Vorgarten“* … Link (http://qpress.de/2011/08/26/alles-gold-der-welt-in-meinem-vorgarten/), dann stellen sie fest, dass sie den Würfel mit einer Kantenlänge von 21,80 Meter noch locker zuhause parken können. Was für ein Bohei ums Thema, aber gut mal wieder Gold gesehen zu haben … (°!°)
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