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Milliardenübernahme: Walt Disney kauft Kult-Comic-Schmiede Marvel

Spiderman trifft Donald Duck: Der Disney-Konzern kauft das traditionsreiche Comic-Haus Marvel. Für vier Milliarden Dollar gehen neben dem Spinnenmann auch die Kult-Figuren Iron Man und Captain America an den US-Unterhaltungskonzern. An der Börse kommt das gut an.

Washington - Bambi, Micky Maus und ihre Geschwister bekommen Gesellschaft: Ihr Mutterkonzern Walt Disney Chart zeigen verleibt sich das traditionsreiche Comic-Haus Marvel ein, wie beide Unternehmen am Montag mitteilten. Zu Marvel gehören neben Spiderman die Kult-Comic-Figuren Iron Man, X-Men, Captain America und Die Fantastischen Vier.

Vier Milliarden Dollar (rund 2,8 Milliarden Euro) sind Disney die bekannten Comic-Helden wert. Neben 30 Dollar je Aktie bietet der Medienkonzern den Marvel-Aktionären pro Anteilsschein etwa 0,745 Disney-Aktien, hieß es am Montag. An der Börse kam das gut an: Die Marvel-Aktie schoss zur US-Handelseröffnung um mehr als 26 Prozent auf 48,87 Dollar in die Höhe. Die Disney-Aktie verlor hingegen leicht.

Die Vorstände der Unternehmen haben der Milliarden-Übernahme bereits zugestimmt; nun müssen die Kartellbehörden und Aktionäre die Übernahme noch genehmigen.

Marvel-Chef Ike Perlmutter erklärte, Disney sei ein perfekter Partner für seinen Konzern. Zentrales Geschäft von Marvel ist inzwischen die Vermarktung der bekanntesten Figuren auf Merchandising-Produkte. Insgesamt besitzt Marvel die Rechte an rund 5000 Comic-Charakteren. Das Unternehmen könne vor allem von der weltweiten Organisation und Infrastruktur von Disney profitieren, sagte Perlmutter.

Der Disney-Konzern wiederum will mit der Marvel-Übernahme eine Lücke schließen: Während mit der Serie "Hannah Montana" ein riesiger Erfolg bei Mädchen gelang, hat der Konzern die Zielgruppe der Jungs bisher deutlich schlechter im Griff. Nicht zu unterschätzen ist auch die Möglichkeit, neue Attraktionen mit den Marvel-Helden für die Disney- Freizeitparks zu entwickeln.

Marvel ist der erste große Zukauf von Disney nach dem Erwerb des Animationsstudios Pixar ("Toy Story", "Findet Nemo") von Apple-Chef Steve Jobs. Mit der Übernahme für 7,4 Milliarden Dollar in Disney-Aktien zog Jobs als Großaktionär in den Verwaltungsrat des Unterhaltungsriesen ein und die Pixar-Kreativen besetzten führende Positionen in Disneys Trickfilmsparte.

yes/AFP/dpa-AFX

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