London - Wenn reiche Menschen Schulden abbezahlen, verkaufen sie prächtige Grundstücke, stoßen große Yachten ab oder veräußern ihre Aktienpakete. Der zu 85 Millionen Dollar Strafe verurteilte Ex-Hedgefondsmanager Paul Greenwood geht einen anderen Weg. Beim Auktionshaus Christie's ließ er nun seine historische Steiff-Teddysammlung versteigern. Die Auktion erzielte mit 1,23 Millionen Euro einen Rekorderlös. Es sei die größte Summe, die eine Stofftiersammlung jemals eingebracht habe, sagte Christie's-Manager Daniel Agnew. Die teuren Spielzeuge sind bei Sammlern in aller Welt beliebt. 13.000 Steiff-Teddys nennt Greenwood laut "Financial Times Deutschland" sein Eigen.
Das Londoner Auktionshaus Christie's musste die riesige Sammlung in 655 Einzellose einteilen. Einige Bären waren den Sammlern besonders viel wert. Ein Harlekin-Teddy aus dem Jahr 1925 erwies sich als der Renner - er brachte alleine mehr als 53.000 Euro ein. Ein Privatmann aus den USA legte für einen Teddy aus dem Jahr 1953 knapp 34.000 Euro hin und für einen Steiff-Fuchs aus den zwanziger Jahren fiel der Hammer bei 24.000 Euro, wie Christie's weiter mitteilte.
Die Sammlung sei von außerordentlicher Qualität, urteilte Jasper Pearson, Teilhaber des auf alte Stofftiere spezialisierten Händlers Sue Pearson, gegenüber dem Branchendienst Bloomberg im Vorfeld der Auktion. Greenwood habe "nur museumswürdige Stücke von neuwertigem Zustand" erworben, sagte der Experte.
Für Greenwood ist der Erlös aus seinen Teddybären allerdings nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Der Ex-Manager soll von 1996 bis zu seiner Verhaftung im Februar 2009 gemeinsam mit seinem Partner Steve Walsh Anleger um rund 554 Millionen Dollar geprellt haben. Er hatte sich schuldig erklärt und soll sich nach Berichten von US-Medien mit der Staatsanwaltschaft auf die Zahlung von 85 Millionen Dollar geeinigt haben.
An Greenwoods prekärer Lage ändert der Verkauf seiner geliebten Kuscheltiere kaum etwas. Neben der enormen Strafzahlung drohen ihm bis zu 85 Jahre Haft. Das Urteil soll am 1. Dezember verkündet werden.
dis/dpa
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