Illegale Gebietsabsprachen Kartellamt verhängt Millionenstrafe gegen DuMont

Das Kartellamt bestraft DuMont, weil der "Kölner Stadt-Anzeiger" und der Bonner "General-Anzeiger" ihr Gebiet untereinander aufgeteilt hatten. Entscheidende Informationen wurden bewusst verschwiegen.

Neven DuMont Haus in Köln
imago/Future Image

Neven DuMont Haus in Köln


Wegen illegaler Gebietsabsprachen im Raum Bonn hat das Bundeskartellamt eine Geldbuße in Höhe von 16 Millionen Euro gegen die DuMont Mediengruppe verhängt.

Die Strafe geht auf einen Vorfall im Jahr 2000 zurück: Damals hätten DuMont, zu der der "Kölner Stadt-Anzeiger" gehört, und die Gruppe Bonner General-Anzeiger Verbreitungsgebiete im Raum Bonn weitgehend untereinander aufgeteilt, um Konkurrenz zu vermeiden, teilte die Behörde mit.

Dem Kartellamt gegenüber seien dabei entscheidende Informationen bewusst verschwiegen worden. Kartellamtspräsident Andreas Mundt sagte, dass die verbotenen Vereinbarungen bei einem Notar in der Schweiz abgesprochen wurden. 2017 informierte die Gruppe Bonner General-Anzeiger die Behörden über den Fall und bleibt deshalb als Kronzeuge straffrei. So betreffen die Geldbußen vor allem die DuMont Mediengruppe.

Noch sind die Geldbußen nicht rechtskräftig. Die Betroffenen hätten die Vorwürfe aber eingeräumt und das Verfahren sei einvernehmlich beendet worden, teilte das Kartellamt mit. "Es lag im Interesse des Unternehmens, diesen Sachverhalt aus der Vergangenheit lückenlos aufzuklären", schrieb der Vorstand der DuMont Mediengruppe an seine Mitarbeiter. Dem heutigen Management wären die Vorgänge nicht bekannt gewesen. Die Gruppe Bonner General-Anzeiger äußerte sich auf Nachfrage zunächst nicht.

mal/dpa



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