Minen in Südafrika Streik könnte Goldpreis noch höher treiben

Gold dient den nervösen Finanzmärkten als Beruhigungspille. Aus Sorge vor einer US-Staatspleite und wegen der Euro-Krise investieren viele Anleger lieber in das Edelmetall. Ein Streik in Südafrika könnte dessen Preis weiter nach oben treiben.

Goldbarren: Anleger flüchten sich in Edelmetall
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Goldbarren: Anleger flüchten sich in Edelmetall


Johannesburg - Am Goldpreis lässt sich der Gemütszustand von Investoren messen. Sind sie nervös, steigen sie oft für die langfristige Wertanlage auf das Edelmetall um. Angesichts des Schuldenstreits in den USA und der Euro-Krise flohen viele Anleger in Gold und trieben so den Preis. Diese Entwicklung könnte sich nun verschärfen. Denn in Südafrika, einem der wichtigsten Goldförderländer, droht ein Streik der Minenarbeiter.

Gold Chart zeigen wurde am Dienstagmittag mit 1610 Dollar je Feinunze gehandelt. Wird das Angebot durch einen Arbeitskampf knapper, könnte das den Preis weiter in die Höhe treiben. Denn Analysten rechnen damit, dass Anleger ihre Goldbestände horten werden, sollte es zu Streiks bei den Produzenten in Südafrika kommen.

Die in Südafrika mächtige Bergarbeitergewerkschaft NUM lehnte am Montagabend eine vom Arbeitgeberverband angebotene Lohnerhöhung von sieben bis neun Prozent ab. Sie fordert 14 Prozent. Die Gewerkschaft erklärte, sie werde einen Streik mit 48 Stunden Vorlauf ankündigen. Der früheste Termin für den Beginn des Arbeitskampfes wäre damit Donnerstag. Goldproduzenten wie AngloGold Ashanti, Gold Fields und Harmony könnten betroffen sein.

Südafrika ist laut einem Ranking der Agentur Reuters nach China, Australien und den USA das viertgrößte Goldförderland. Seit Wochen wird die südafrikanische Wirtschaft durch Streiks gelähmt. Erst am Montag traten rund 150.000 Kohle-Bergleute in den Ausstand, um der Forderung nach 14 Prozent mehr Lohn Nachdruck zu verleihen. Die Inflationsrate in Südafrika liegt derzeit bei rund fünf Prozent. Zuvor hatten schon die Arbeiter in der Ölindustrie, der Diamantenindustrie und im Maschinenbau Streiks begonnen. Der Ausstand in der Ölindustrie dauert bereits über zwei Wochen an. Hunderte Tankstellen sitzen auf dem Trockenen.

Rekordhoch bei 1623 Dollar je Feinunze

Derzeit ist es in erster Linie noch der Streit um die Anhebung der US-Schuldengrenze, der den Goldpreis treibt. Am Montag wurde ein neues Rekordhoch gemeldet. Je Feinunze mussten Anleger in der Nacht zum Montag im Londoner Handel 1623 Dollar bezahlen. Am Dienstag sank der Preis wieder, weil einige Anleger ihre Goldbestände verkauften.

Experten sehen darin aber keinen Trend. "Angesichts des instabilen Gleichgewichts von hoher Verschuldung und niedrigen Zinsen bleibt die Attraktivität von Gold hoch", sagte der Chef-Rohstoffanalyst der Deutschen Bank, Michael Lewis, mit Blick auf den US-Schuldenstreit und einem möglichen Anleihe-Ankaufprogramm. Auch eine TV-Rede von US-Präsident Barack Obama dürfte nicht zur Beruhigung der Anleger beigetragen haben. Er warnte vor einer "schweren wirtschaftlichen Krise", falls es nicht innerhalb der nächsten Tage eine Einigung über die Anhebung des Schuldenlimits geben sollte.

mmq/Reuters



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rondon 26.07.2011
1. achso der streik
...ja oder vielleicht doch das zunehmende misstrauen in papiergeld...? und wenn wir schon mal beim thema sind. wer sind eigentlich "die märkte"? http://le-bohemien.net/2011/07/25/propaganda-in-deutschland/
Das Grauen 26.07.2011
2. Und wenn das Geld nix mehr wert ist, kriegt man für einen Goldbarren...
...immer noch ein Butterbrot! Na, Super. Wer ernstlich über die Zukunft besorgt ist, sollte sich lieber einen Bauernhof zulegen. Die Erfahrung hat gezeigt, daß dies eine Anlage ist, die sich in Notzeiten wirklich auszahlt.
Lutz W. 26.07.2011
3. es kommen immer die gleichen,
Zitat von Das Grauen...immer noch ein Butterbrot! Na, Super. Wer ernstlich über die Zukunft besorgt ist, sollte sich lieber einen Bauernhof zulegen. Die Erfahrung hat gezeigt, daß dies eine Anlage ist, die sich in Notzeiten wirklich auszahlt.
nicht gerade intelligenten Argumente: 1. kostet ein Bauernhof ein Vermögen. 2. muss man Landwirtschaft können und wollen. 3. sollte man in schwierigen Zeiten sein Hab und Gut verteidigen können. 1. kosten kleine Goldmünzen nicht die Welt 2. wird man die immer in etwas werthaltiges eintauschen können. 3. sind sie leicht zu transportieren und falle nicht auf. Niemand verlangt von irgendjemandem seine gesamte Habe in Gold und Silber anzulegen, aber *alle* Finanzberater empfehlen einen geringen %Satz des Vermögens in Edelmetallen anzulegen. Was sollte das schaden?
lupenrein 26.07.2011
4.
Zitat von sysopGold dient den nervösen Finanzmärkten als Beruhigungspille. Aus Sorge vor einer US-Staatspleite und wegen*der Euro-Krise*investieren viele Anleger lieber in das Edelmetall. Ein Streik in Südafrika könnte dessen Preis weiter*nach oben*treiben. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,776733,00.html
Streik ? da freut sich die Spekulation, wenn der Goldpreis steigt und steigt.... aber dabei nicht das A u s-stigen vergessen
t.o`malley 26.07.2011
5. Nur der Anfang
Die aktuelle Epoche des Spielgeldes aus Papier neigt sich immer schneller ihrem Ende zu. Die Staaten sind bis über sämtliche Ohren verschuldet, Schuldenabbau findet in keinster Weise statt, ganz im Gegenteil: die Schuldenberge wachsen und wachsen. Mir tun die armen Deibel leid, die gesetz. dazu gezwungen sind, in die staatliche Rentenkasse einzuzahlen. Man braucht nicht mehr darüber zu spekulieren, wie viel (oder besser: wie wenig) da später herauskommen wird. Die Regierungen können gar nicht mehr anders, als die Staatsschulden über eine heftige Hyperinflation zu reduzieren - dabei sinken natürlich auch entsprechend die Schulden der Privatleute und Unternehmen, gleichzeitig verlieren jedoch auch sämtliche Einlagen im gleichen Maßstab. Edelmetalle und Gold sollte jeder im Rahmen seiner Möglichkeiten besitzen. Daheim, zum Anfassen - abseits der Banken, die im Zweifel -schwups!- die Bude zumachen. Hier noch zwei interessante Links zum Thema: http://www.mmnews.de/index.php/gold/8215-gold-und-silber-das-einzig-echte-geld?utm_source=feedburner&utm_medium=feed&utm_campaign=Feed%3A+mmnews%2FQliz+%28MMnews%29 http://www.abendblatt.de/wirtschaft/article1962838/Euro-Krise-treibt-die-Hamburger-in-den-Goldrausch.html
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