Absturz an europäischen Märkten: Börsianer rätseln über Mini-Flash-Crash

Binnen weniger Minuten rauschte der Dax rund 180 Punkte nach unten - und ist auch am Nachmittag tief im Minus. Der europäische Index Stoxx verlor ebenfalls blitzartig an Wert. Händler rätseln über die Ursache des kleinen Flash Crash. War ein Computerfehler der Auslöser?

Dax-Kurve (Archivbild): Absturz in wenigen Minuten Zur Großansicht
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Dax-Kurve (Archivbild): Absturz in wenigen Minuten

Frankfurt am Main - Binnen Minuten ist der Dax abgesackt und sorgte für Aufregung in den Handelsräumen. In der Spitze fiel der Leitindex um 2,2 Prozent - insgesamt 180 Punkte - auf 7514 Zähler, den tiefsten Stand seit Anfang Dezember. Dann fing sich der Kurs wieder, derzeit liegt er noch immer rund 1,7 Prozent im Minus. Auch der EuroStoxx 50 Chart zeigen verlor blitzartig 1,7 Prozent an Wert.

Flash Crash nennen Börsianer solche raschen Abstürze. Am 6. Mai 2010 etwa hatte der Dow-Jones-Index binnen Minuten um fast tausend Punkte nachgegeben und kurzzeitig für Panik an der Börse gesorgt. Am 25. August 2011 hatte der deutsche Leitindex Dax kurzzeitig vier Prozent verloren. Im Vergleich zu früheren Crashs war der Absturz vom Mittwochmorgen also vergleichsweise klein.

Dennoch sorgte er für Verunsicherung an den Finanzmärkten. Manche Händler erklärten die Verluste mit Wachstumssorgen in der Euro-Zone zusammen oder mit verstärkter Unsicherheit wegen eines Raketeneinschlags in der südisraelischen Stadt Eilat. Sie sprachen von einem "Lemming-Effekt": Einer fängt an - und alle ziehen mit. Andere Händler erklärten den Absturz mit einem technischen Defekt: einem Computerfehler oder einer Fehleingabe bei einer Order.

Die Deutsche Börse sieht den Kurssturz gelassen. Es habe keine Unregelmäßigkeiten gegeben, sagte ein Sprecher. Handel und Systeme funktionierten ordnungsgemäß.

ssu/dpa/Reuters

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