18. Januar 2013, 13:42 Uhr

Tarifverhandlungen

E.on-Mitarbeiter drohen mit unbefristeten Streiks

Die Mitarbeiter des Energiekonzerns E.on drohen mit unbefristeten Streiks. Die Gewerkschaften Ver.di und IG BCE fordern 6,5 Prozent mehr Lohn. Mit dem Arbeitskampf wollen die Beschäftigen das Unternehmen finanziell hart treffen - Stromausfälle sollen vermieden werden.

Düsseldorf - Bei E.on zeichnet sich ein unbefristeter Streik ab: Nachdem die Tarifverhandlungen für die rund 30.000 Beschäftigten in Deutschland gescheitert sind, soll binnen 14 Tagen eine Urabstimmung eingeleitet werden, sagte ein Ver.di-Sprecher am Freitag.

Danach könnten die Arbeitnehmer in den Ausstand treten - die Gewerkschaft gehe von einem entsprechenden Votum der Belegschaft aus. Die Arbeitnehmer wollten offen ankündigen, wo sie streiken würden, sagte der Sprecher. Sie wollten mitten in der kalten Jahreszeit "keine provozierten Blackouts" bei der Stromversorgung. Nicht die Bevölkerung solle mit einem Arbeitskampf getroffen werden - "sondern das Unternehmen finanziell".

E.on hatte den Mitarbeitern in den Verhandlungen zuletzt eine Lohnerhöhung von 1,7 Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten angeboten. Ver.di und die Gewerkschaft IG BCE fordern jedoch 6,5 Prozent mehr Lohn. Der Versorger hatte erklärt, diese Forderungen gingen "sehr deutlich über das für das Unternehmen vertretbare Maß hinaus".

Die Gehälter bei E.on lägen ohnehin bereits auf einem "guten Niveau". Der Versorger kämpft mit den Folgen der Atomwende und sinkenden Margen im Stromgeschäft. Zudem drücken E.on nach einer Einkaufstour in zurückliegenden Jahren Schulden von über 35 Milliarden Euro.

Vorstandschef Johannes Teyssen will bis zu 11.000 der weltweit 73.000 Stellen streichen, mehr als die Hälfte davon in Deutschland. Gleichzeitig stößt der Konzern Beteiligungen im In- und Ausland ab. Teyssen will das Wachstum mit Investitionen in neuen Märkten außerhalb Europas vorantreiben. Im Dezember hatte das Unternehmen angekündigt, 50 Prozent am türkischen Stromerzeuger Enerjisa zu übernehmen.

kha/Reuters/dpa


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