Umbau NSN-Chef Suri soll neuer Nokia-Chef werden

Nach dem Verkauf der Handy-Sparte an Microsoft wird der finnische Konzern Nokia künftig von einem Inder geführt. Der Standort München verliert weiter an Bedeutung.

Nokia-Logo: Der IT-Konzern wird künftig vom Inder Rajeev Suri geführt
DPA

Nokia-Logo: Der IT-Konzern wird künftig vom Inder Rajeev Suri geführt


Hamburg - Nach dem Verkauf der Nokia-Mobiltelefon-Sparte an Microsoft steht endlich fest, wer den verbleibenden Nokia-Konzern künftig führen wird: Rajeev Suri, Chef der Netzwerksparte Nokia Solutions and Networks (NSN), werde den Chefposten übernehmen, erfuhr manager magazin online aus Nokia-Kreisen.

Der finnische Konzern wird die Personalie voraussichtlich am kommenden Dienstag (29. April) mit Vorlage seiner Quartalszahlen und seiner neuen Strategie mitteilen.

Der Inder Suri ersetzt Nokia-Chef Stephen Elop. Der Amerikaner und ehemalige Microsoft-Manager kehrt mit der Handy-Sparte zu seinem früheren Arbeitgeber zurück. Nokia Chart zeigen und Microsoft Chart zeigen gaben am Freitag den Abschluss der im September angekündigten Transaktion bekannt. Mit dem Verkauf wechseln 25.000 Nokia-Mitarbeiter zu Microsoft. Nokia behält das Geschäft mit digitalen Karten ("Here"), ein üppiges Patent-Portfolio sowie NSN, wobei NSN das mit Abstand größte Geschäftsfeld darstellt.

So werden neben Suri noch weitere NSN-Top-Manager in die Leitung des Mutterkonzerns Nokia aufrücken. Nokia-Kreisen zufolge wird NSN-Personalchef Hans-Jürgen Bill künftig Personalchef von Nokia. Erwartet wird zudem, dass Samih Elhage, bei NSN derzeit Finanzchef und und Chief Operating Officer (COO), das Ressort des COO bei Nokia übernehmen wird.

Für die Leitung des Finanzressorts werden in Nokia-Kreisen zwei Kandidaten genannt: der bisherige Amtsinhaber Timo Ihamuotila sowie dessen Nokia-Controllingleiter Kristian Pullola. Nokia war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Deutschland-Zentrale von Nokia dürfte schrumpfen

Damit steht auch eine weitere Konsolidierung der Zentralfunktionen von Nokia und dem Netzwerkausrüster NSN bevor, der bis vergangenes Jahr noch ein 50:50-Gemeinschaftsunternehmen von Nokia mit dem Münchner Siemens-Konzern war. In Nokia-Kreisen wird erwartet, dass Nokia nach und nach weitere Aufgaben aus der Deutschland-Zentrale in München abziehen und zum Konzernsitz im finnischen Espoo verlagern wird, etwa Teile des Finanzressorts. Der Standortsicherungsvertrag für München, wo noch 1400 Mitarbeiter beschäftigt sind, läuft ohnedies Ende April 2015 aus.

Nokia hatte im September den Verkauf der Gerätesparte an Microsoft für 3,79 Milliarden Euro vereinbart. Zudem zahlt der US-Konzern 1,65 Milliarden Dollar für Patente.

Am Ende dürfte der Preis noch leicht höher liegen, teilte Nokia mit. Eine Handyfabrik in Indien verbleibt wegen eines Streits mit den dortigen Steuerbehörden bei Nokia. Die Finnen produzieren die Geräte nun im Auftrag von Microsoft. Ein Werk in Südkorea wird geschlossen.

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