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Adler-Großaktionär: Modehersteller Steilmann ist insolvent

Die Firmenzentrale des Modeherstellers Steilmann Zur Großansicht
DPA

Die Firmenzentrale des Modeherstellers Steilmann

Die Sanierungsverhandlungen blieben erfolglos: Die traditionsreiche Modefirma Steilmann ist pleite. Das Unternehmen war erst 2015 an die Börse gegangen.

Nur wenige Monate nach seinem Börsengang hat sich der Bekleidungshersteller Steilmann zahlungsunfähig gemeldet. Sanierungsverhandlungen hätten keinen Erfolg gehabt, der Vorstand der Steilmann SE werde unverzüglich den Insolvenzantrag stellen, hieß es in der Pflichtmitteilung des Unternehmens. Die Firma war zunächst nicht für Nachfragen zu erreichen.

Steilmann beschäftigt weltweit mehr als 8300 Mitarbeiter und war erst im November 2015 an die Börse gegangen - mit geringem Erfolg. Ursprünglich wollte die Firma dadurch knapp hundert Millionen Euro über den Börsengang einnehmen, um das geplante Wachstum zu finanzieren und die Mehrheit an der börsennotierten Modekette Adler zu übernehmen.

Schon einmal stand Steilmann kurz vor der Pleite

Doch die Nachfrage nach Steilmann-Aktien war schwach, und Vorstandschef Michele Puller musste sich mit 8,8 Millionen Euro begnügen. Er zog die Börsennotierung dennoch durch, um sich "strategische Optionen" offen zu halten. Nach der Insolvenzankündigung brach der Kurs der Steilmann-Aktie im nachbörslichen Handel in einer ersten Reaktion um ein Drittel ein.

Mitte Dezember hatten sowohl Steilmann als auch Adler ihre Prognosen kassiert und begründeten dies mit den schwachen Geschäften infolge des milden Winterwetters. 2014 setzte die Steilmann SE mit 8300 Mitarbeitern in 18 Ländern rund 900 Millionen Euro um.

Vor etwa zehn Jahren drohte dem Traditionsunternehmen aus Bochum bereits die Pleite - Ute Steilmann kündigte damals an, sowohl für die Muttergesellschaft als auch für die Tochtergesellschaften Insolvenzanträge zu stellen. Das konnte durch den italienischen Investor Miro Radici verhindert werden, der den Konzern 2006 übernahm.

Zu dem 1958 gegründeten Unternehmen, das sich auf die Altersgruppe der über 45-Jährigen konzentriert, gehören unter anderem die Marken Apanage und Kapalua sowie Boecker-Modehäuser. Außerdem zählt die börsennotierte Modekette Adler dazu, an der Steilmann zusammen mit dem Investor Equinox die Mehrheit hält.

vks/dpa/Reuters

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insgesamt 10 Beiträge
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1. Schleichende Grammatikplobleme
schratz_mich 24.03.2016
Es heißt immer noch "sowohl.. als auch" (vierter Absatz). Also, SPON, (ver-)bessert Euch ;-)
2. Wattenscheid 09
frank_w._abagnale 24.03.2016
Das sind auch schlechte Nachrichten für Wattenscheid 09...
3.
DMenakker 24.03.2016
100 Mio erlösen wollen und nur 8,8 bekommen. Und anstelle dass der Aufsichtsrat sowohl den Finanzorstand feuert, den Börsengang erst einmal augschiebt und einen Sanierer holt, welcher Steilmann fit für die Börse macht, den Börsengang trotzdem durchgezogen. Tss tss, und da wundert sich noch jemand? Avanti dilletanti! Aber klar doch, mal wieder ein negatives Beispiel, dass eben doch nicht jeder für den Job qualifiziert ist.
4. Die Öko-Managerin des Jahres 1993
stranzjoseffrauss 24.03.2016
ist leider die Involvenz-Managerin von 2016. In Wattenscheid gab es viele Arbeitslose aufgrund dieses Niedergangs.
5. Klaus Steilmann
westfalen7 24.03.2016
würde sich im Grab umdrehen,wenn er mitbekommen würde,wie mit seiner Firma umgegangen würde.Er hat jahrzehntelang das Unternehmen sehr gut und mitarbeiterfreundlich geführt! Die Globalisierung im Textilgewerbe ist ihm zum Verhängnis geworden,weil er immer sein Augenmerk auf Qualität und Bezahlbarkeit seiner Waren gelegt hat.Und auf die Produktion in Deutschland.Das wird heute nur noch von Herrn Grupp (trigema) geleistet!
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