Hohe Schulden Modellbahn-Firma Fleischmann ist insolvent

Der Modelleisenbahn-Hersteller Fleischmann hat Insolvenz beantragt. 33 Angestellte mussten dort zuletzt die Pensionen von mehr als 600 früheren Mitarbeitern erwirtschaften.

Fleischmann-Modelleisenbahn BR 95 (Archiv): Konstruktion am Standort Heilsbronn
DPA

Fleischmann-Modelleisenbahn BR 95 (Archiv): Konstruktion am Standort Heilsbronn


Der Modelleisenbahn-Hersteller Fleischmann hat einen Insolvenzantrag gestellt - und will auf diese Weise einen erfolgreichen Neustart hinlegen. Den Antrag habe das Unternehmen mit Sitz im bayerischen Heilsbronn beim Amtsgericht Ansbach gestellt, teilte die Salzburger Mutterfirma Modelleisenbahn Gruppe mit.

Vor allem die hohen Pensionslasten hätten zur Überschuldung geführt, sagte Firmensprecher Michael Prock. "Die verbliebenen 33 Mitarbeiter von Fleischmann am Firmensitz sind nicht in der Lage, die Betriebspensionen von mehr als 600 ehemaligen Mitarbeitern zu erwirtschaften." Nach der Insolvenz übernehme die Zahlungsverpflichtungen künftig der Pensions-Sicherungs-Verein PSVaG. Ein weiterer Personalabbau wegen der Insolvenz sei nicht geplant.

Am Standort Heilsbronn werden die Fleischmann-Bahnmodelle entwickelt und konstruiert. Neben Fleischmann gehört zur Salzburger Modelleisenbahn Gruppe auch die Firma Roco. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde der Münchner Anwalt Maximilian Breitling bestellt. Er werde bis zum Abschluss des Insolvenzverfahrens Mitgeschäftsführer von Fleischmann, sagte Prock.

mka/dpa

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insgesamt 95 Beiträge
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abc-xyz 05.08.2015
1. 33 Mitarbeiter auf 600 Pensionäre...
... da könnte man glatt meinen, da testet jemand Deutschland im Jahre 2050. Und dann über die "pösen" Flüchtlinge schimpfen, die auch noch in der Hälfte Hochschulabschlüsse haben.
kommentar4711 05.08.2015
2.
Stellt sich die Frage, wie die 33 MA in Relation zu den 600 Pensionären zu stellen sind. Das hört sich erst einmal sehr dramatisch an, aber kann es nicht sein, dass bei den 600 Pensionären auch die Fertigung noch hier war und die 33 jetzt nur noch in Verwaltung und Vertrieb arbeiten, evtl. noch Entwicklung, aber dazu noch 400 Leute in der Fertigung bei einem Auftragsfertiger in Fernost sitzen? Das würde mir plausibler erscheinen.
satissa 05.08.2015
3. Hochschulabschlüsse
Zitat von abc-xyz... da könnte man glatt meinen, da testet jemand Deutschland im Jahre 2050. Und dann über die "pösen" Flüchtlinge schimpfen, die auch noch in der Hälfte Hochschulabschlüsse haben.
Aus eigener Erfahrung behaupte ich, das ein Elektiker nach 3 jähriger Berufausbildung und mit IHK Abschluss fähiger ist als ein Elektroingenieur mit syrischem Hochschulabschluss.
stereotyp72 05.08.2015
4. falsch!
Zitat von abc-xyz... da könnte man glatt meinen, da testet jemand Deutschland im Jahre 2050. Und dann über die "pösen" Flüchtlinge schimpfen, die auch noch in der Hälfte Hochschulabschlüsse haben.
In Ländern ohne duale Berufsausbildung sind fast alle Berufe scheinbar akademisch, nur weil dort die Berufsschule "Academy" heißt. Der "Engineer" ist in den meisten Ländern nur "Lokführer" oder "Mechaniker".
epigone 05.08.2015
5. Das klassische Problem in Europa, v.a. im Süden!
Die Generation 50+ und die "jungen" Pensionäre haben sich sowohl was Kündigungsschutz, tarifvertragliche Rechte und Ansprüche als auch Transfers (Renten/Pensionen) ziemlich bombensicher aufgestellt. Selbst vor Verfassungsgerichten landen wirtschaftlich & demographisch eigentlich nötige Anpassungen dieser Lasten - und scheitern fast immer(in D wie anderswo, zuletzt in GR)! Das ist zu einem guten Teil Kern der heutigen Lähmung Euiropas und des Niedergangs des Südens. Leider auch bei uns ein wachsendes Problem, das Murksel & Co natürlich scheuen.
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