Nachfolge von Andrew Jennings Ikea-Managerin soll Karstadt-Chefin werden

Eva-Lotta Sjöstedt soll nach Informationen des SPIEGEL neue Karstadt-Chefin werden. Die Schwedin ist ranghohe Managerin bei Ikea. Die Nachfolge von Andrew Jennings gilt als wenig attraktiv: In den letzten Monaten hatten mehrere Kandidaten abgewinkt.

Karstadt-Filiale in Hannover: Ikea-Managerin soll Jennings nachfolgen
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Karstadt-Filiale in Hannover: Ikea-Managerin soll Jennings nachfolgen


Hamburg - Wochenlang war um die Personalie gerätselt worden, jetzt steht die Nachfolge fest: Die bisherige Ikea-Managerin Eva-Lotta Sjöstedt soll nach Informationen des SPIEGEL zum Jahresanfang Karstadt-Chef Andrew Jennings ablösen. Jennings Vertrag läuft Ende Dezember aus. Allerdings muss der Karstadt-Aufsichtsrat auf seiner nächsten Sitzung Anfang Dezember der Berufung noch zustimmen, hieß es aus der Essener Konzernzentrale.

Die Schwedin hatte in den vergangenen zehn Jahren verschiedene Managementposten bei dem Möbelgiganten inne, unter anderem in Japan und den Niederlanden. Zuletzt war sie für die globale Entwicklung des Multi-Channel-Geschäfts des Konzerns zuständig.

"Die ist ein ganz anderes Kaliber als Jennings", sagt einer, der sie kennt. Zwar sei sie warmherzig und könne gut mit Menschen, gleichzeitig aber sei sie absolut zahlengetrieben. Er verstehe deshalb nicht, warum sich Sjöstedt auf diesen Posten einlasse, wundert sich ein Branchen-Insider - gilt der Karstadt-Vorsitz doch derzeit als einer der unattraktivsten Posten im deutschen Handel.

Monatelang hatte ein Kandidat nach dem anderen dankend abgewinkt. Mitte September war bekannt geworden, dass Karstadt-Eigner Nicolas Berggruen die lukrative Premium- und Sport-Sparte an den österreichischen Immobilieninvestor René Benko verkauft hat. Handelsexperten gehen deshalb von einer Zerschlagung des Konzerns aus.



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DJ Doena 01.12.2013
1.
Karstadt seit einigen Jahren klinisch tot. Es wird sich nur geweigert, den Verstorbenen von der künstlichen Beatmung zu trennen. Jetzt kommt die nächste Ärztin, die noch ein paar abrechenbare Stunden haben möchte und sie wird ihn solange an der Beatmung lassen, wie sie dafür bezahlt wird. Zur lebendig wird er davon auch nicht mehr.
jewiberg 01.12.2013
2. Nur ein weiterer Schritt auf der Karriereleiter
Vielleicht soll die Frau ja Karstadt nur noch erfolgreich abwickeln. Wenn sie gut mit Menschen kann und zahlengetrieben, wird sie sicher bald die MA auf die freundliche Art kündigen.
Bakturs 01.12.2013
3. Gründe?
Was kann einer Managerin veranlassen, ihren sicheren(?) Posten bei IKEA zu verlassen und nach Düsseldorf zu ziehen, um dort den Posten eines sinkenden Schiffes zu übernehmen? Geld?
cafe_kehse 01.12.2013
4. Karstadt...
....hat eigentlich jetzt in der Vorweihnachtszeit nur noch zwei Funktionen: 1. Als Normalbürger kann man sich dort bei kalter Witterung gratis aufwärmen. Karstadt heizt gut, wie man allgemein weiß. 2. Die vielen Taschendiebe gehen in den Karstadt-Häusern ihrem Handwerk nach, damit es reicht für das restliche Jahr. Aber kaufen bei Karstadt? Eigentlich nicht. Das tut man woanders auf der freien Wiese, wo man mit dem Auto hinfahren kann. An diesen Fakten wird niemand rütteln können, ganz gleich, wer an der Spitze dieses Hauses steht. Karstadt, Kaufhof etc. sind Konzepte aus dem letzten Jahrhundert.
roostercockburn 01.12.2013
5. Na ja,
ob eine weitere Zahlendompteuse das Richtige ist, wage ich zu bezweifeln. Analyse und Controlling sind wichtig, bringen den Laden aber nicht voran. Versucht`s doch mal mit jemandem, der etwas von Vertrieb versteht, die Vorteile des stationären Handels erkennt und gewinnbringend umsetzt. Es werden immer noch 75% der EH-Umsätze im stationären Bereich erwirtschaftet!
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