Mögliche Rechteverletzung: Yahoo droht Facebook mit Patentklage

Das Timing könnte für Facebook nicht schlechter sein: Kurz vor dem geplanten Börsengang des sozialen Netzwerks droht Konkurrent Yahoo mit einer Patentklage. Laut "Financial Times" versucht der angeschlagene Online-Pionier, so Geld in die Kasse zu bekommen.

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REUTERS

Facebook-Chef Zuckerberg: Ärger wegen Patenten

New York - Es soll einer der spektakulärsten Börsengänge aller Zeiten werden - nun wird er von einer möglichen Patentklage überschattet. Laut "Financial Times" ("FT") wirft Yahoo dem weltgrößten Online-Netzwerk Facebook Rechteverletzungen vor und dürfte dafür Entschädigung verlangen.

Konkret gehe es um 10 bis 20 Patente, berichtet die Zeitung unter Berufung auf informierte Personen. Sie deckten Bereiche wie Funktionen von Online-Netzwerken, Werbung und Personalisierung ab. "Wir müssen darauf bestehen, dass Facebook ein Lizenzabkommen eingeht. Oder wir werden gezwungen sein, Schritte zu ergreifen", schrieb Yahoo in einer E-Mail an die "FT".

Facebook und Yahoo sind Konkurrenten im Geschäft mit Werbung im Internet. Facebook ist in den vergangenen Jahren schnell gewachsen und hatte zuletzt 845 Millionen Nutzer und einen Jahresumsatz von vier Milliarden Dollar. Yahoo gilt als Online-Pionier und war in den neunziger Jahren eines der wichtigsten Internetunternehmen. Zuletzt hatte die Firma jedoch Schwierigkeiten, mit Rivalen wie Google und Facebook schrittzuhalten.

Die "Financial Times" erinnerte daran, dass Yahoo auch vor dem Google-Börsengang 2004 die Patentkeule herausgeholt hatte. Damals habe sich Google Chart zeigen mit 2,7 Millionen Aktien aus der Affäre gezogen, die an Yahoo Chart zeigen gingen. Eine laufende Patentklage wäre für Facebook ein Hindernis auf dem Weg an die Börse. Insider sagten der Zeitung allerdings, Yahoo versuche nicht, den Börsengang zu torpedieren. Der neue Chef Scott Thompson versuche lediglich, alle Möglichkeiten auszuschöpfen, um Geld hereinzuholen, hieß es.

Während Yahoo darbt, boomt Facebook umso mehr: Der Firmenwert wird auf bis zu 100 Milliarden Dollar geschätzt, rund das Hundertfache des aktuellen Jahresgewinns. Der Börsenwert von Facebook soll demnach so groß sein wie die von Siemens, RWE, ThyssenKrupp und der Lufthansa zusammen.

Die astronomische Facebook-Bewertung ist vor allem eins: eine Wette auf die Zukunft. Investoren spekulieren, dass das Unternehmen bald eine Multimilliarden-Dollar-Idee findet - oder mit den zuletzt angestoßenen Neuerungen bereits gefunden hat. Preistreiber ist die Hoffnung auf ein Geschäftsmodell, das rasantes Wachstum nicht nur bei den Nutzerzahlen ermöglicht, sondern auch bei Umsatz und Gewinn.

Patente sind eigentlich dazu gedacht, technischen Fortschritt zu fördern: Es soll sich lohnen, Zeit und Geld in die Entwicklung neuer Produkte zu investieren. Erfindungen müssen deshalb gegen Plagiate geschützt werden. In der IT-Branche jedoch mutieren Patente immer öfter zu strategischen Waffen. Statt zur Verteidigung werden sie zunehmend genutzt, um der Konkurrenz das Leben schwerzumachen - oder um abzukassieren.

ssu/dpa-AFX

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1.
mindphuk 28.02.2012
Zitat von sysopDas Timing könnte für Facebook nicht schlechter sein: Kurz vor dem geplanten Börsengang des sozialen Netzwerks droht Konkurrent Yahoo mit einer Patentklage. Laut "Financial Times" versucht der angeschlagene Online-Pionier offenbar so, Geld in die Kasse zu bekommen. Mögliche Rechteverletzung: Yahoo droht Facebook mit Patentklage - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,817964,00.html)
Facebook ist eine Blase, weil das Netzwerk komplett introvertiert ist: Es erreicht nur Leute, die auch dort angemeldet sind, alles andere bleibt außen vor. Wenn sich jetzt aus irgend einem Grunde FB-Mitglieder zurück ziehen, geht die Reichweite automatisch flöten. Darüber hinaus werden die Datensätze durch Fakes verunreinigt, so gibt es heute schon Möglichkeiten, 1000 und mehr "Freunde" zu kaufen. Ein Fake-Netz, welches überhaupt nichts mehr mit der Realität zu tun hat. Klar, dass Facebook zu Realnamen zwingen will, aber allein das umzusetzen dürfte schwer werden, denn wer kann bei einem John Smith oder einem Maik Müller sagen, ob dieser echt oder ein Fake ist? Ohne "Ausweiskontrolle" ist Facebook gegen professionelle Fakes machtlos. Google hingegen erreicht das komplette verlinkte Netz, durch ihre Suchmaschine, die alle Seiten abgrast und ihr Adsense, welches in fast jeder werbefinanzierten Seite eingebettet ist. Sie brauchen keine Mitglieder, Google+ ist nur ein +, welches Googles Stammgeschäft mit Adsense vielleicht bereichert aber für das Funktionieren nicht unbedingt benötigt wird. Das Problem was ich sehe ist vielleicht eher, dass viele Anleger und Spekulanten das Netz immer noch nicht verstanden haben und munter Geld irgendwo reinpumpen, was gerade einen Hype hat. Wohin das führen kann haben wir mehr als einmal beim Platzen irgendwelcher New-Economy-Bubbles gesehen. Der nächste Wunschbrunnen ist also schon errichtet und die Spieler stehen Schlange, endlich ihr Geld dort rein kippen zu können...
2.
grana 28.02.2012
Zitat von mindphukFacebook ist eine Blase, weil das Netzwerk komplett introvertiert ist: Es erreicht nur Leute, die auch dort angemeldet sind, alles andere bleibt außen vor. Wenn sich jetzt aus irgend einem Grunde FB-Mitglieder zurück ziehen, geht die Reichweite automatisch flöten. Darüber hinaus werden die Datensätze durch Fakes verunreinigt, so ......
Da gibt es auf ebay schon bis zu 1.000.000 internationale Fans zu kaufen. 90% meiner Bekannten haben ein Facebook-Konto und davon nutzen es vielleicht noch 5%. Zwei Frauen sind mir bekannt, die spielen immer diese komischen Spiele und haben dafür jeder mindestens 50 erfundene Freunde in Facebook eingerichtet, damit sie bei dem Spiel weiterkommen. Das Ding ist gefakt, von vorne bis hinten.
3. Yahoo vs. Facebook
endbenutzer 28.02.2012
Zitat von sysopDas Timing könnte für Facebook nicht schlechter sein: Kurz vor dem geplanten Börsengang des sozialen Netzwerks droht Konkurrent Yahoo mit einer Patentklage. Laut "Financial Times" versucht der angeschlagene Online-Pionier offenbar so, Geld in die Kasse zu bekommen. Mögliche Rechteverletzung: Yahoo droht Facebook mit Patentklage - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,817964,00.html)
Zitat: „...Laut "Financial Times" versucht der angeschlagene Online-Pionier, so Geld in die Kasse zu bekommen...“ Komisch! Wenn Apple verschiedene Firmen bezüglich Patentrechten vor den Kadi zieht, hört sich das immer irgendwie wohlwollender an
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vitalik 28.02.2012
Zitat von mindphukFacebook ist eine Blase, weil das Netzwerk komplett introvertiert ist: Es erreicht nur Leute, die auch dort angemeldet sind, alles andere...
Denken Sie irgendeiner dieser Leute ist in Nachhaltigkeit interessiert. Es geht einzig darum schnell Geld zu machen und mit einem Hype funktionieren solche Geschäftsideen blendend. Es kann nicht jeder mit dem System Geld machen und Internetkenntnisse sind da überhaupt nicht gefragt. Ich frag mich, ob sich irgeneiner von den angeblichen 800 Mio Nutzern ködern lässt, außer SPON, denn jeder weiss, dass die Realität weit aus düsterer aussieht.
5.
Altesocke 28.02.2012
Zitat von granaZwei Frauen sind mir bekannt, die spielen immer diese komischen Spiele und haben dafür jeder mindestens 50 erfundene Freunde in Facebook eingerichtet, damit sie bei dem Spiel weiterkommen. Das Ding ist gefakt, von vorne bis hinten.
Das ist der Grund, warum facebook immer noch Spiele zulaesst, wo 'Freunde' ein Vorteil im Spiel bedeuten. ---Zitat--- Der Börsenwert von Facebook soll demnach so groß sein wie die von Siemens, RWE, ThyssenKrupp und der Lufthansa zusammen. ---Zitatende--- Unsere Wirtschaft, heute: Firmen die Werte herstellen Banken, die Giralgeld aus dem Nichts auf die Konten zaubern, und bei groesseren Barabhebungen sich moglichst wegducken wollen. Facebook-Blase, die mit nichts, auser der Idee, das > '800 Millionen Nutzer' die Werbung zur Kenntnis nehmen. Der echte Vorteil, der Fenster-Aufteilung bei Facebook, in Spielen: Mann kann den Browser soweit verkleinern, das KEINE Werbeeinblendungen das Spiel stoeren! Nebenbei erhaelt man so den Platz, um neben der Arbeit, oops, neben dem Spiel zu arbeiten.
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