Mögliche Übernahme Microsoft prüft Geschäftsbücher von Yahoo

Der Softwarekonzern Microsoft treibt seinen Plan zur Übernahme von Yahoo voran. Laut Medienberichten prüft das Unternehmen bereits die Geschäftsbücher des kriselnden Internetpioniers. Offenbar will Microsoft möglichen Konkurrenten zuvorkommen.

Yahoo-Zentrale im kalifornischen Sunnyvale: Der Internetpionier ist angeschlagen
REUTERS

Yahoo-Zentrale im kalifornischen Sunnyvale: Der Internetpionier ist angeschlagen


Sunnyvale - Microsoft kommt einem Kauf des angeschlagenen Internetunternehmens Yahoo immer näher: Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg und die "New York Times" berichten, hat der weltgrößte Software-Konzern Zugang zu detaillierten Finanzdaten von Yahoo Chart zeigen erhalten. Beide Unternehmen hätten eine entsprechende Vereinbarung unterzeichnet.

Die Öffnung der Geschäftsbücher dient häufig der Vorbereitung eines Kaufangebots. Neben Microsoft Chart zeigen sind auch weitere Interessenten für eine Übernahme von Yahoo im Gespräch - darunter mehrere Finanzinvestoren. Auch ein gemeinsames Angebot von Microsoft und solchen Investoren gilt als möglich. Yahoo wird an der Börse mit knapp 20 Milliarden Dollar bewertet.

Microsoft hatte Yahoo bereits Anfang 2008 ein Übernahmeangebot vorgelegt und damals fast 50 Milliarden Dollar geboten. Der Widerstand von Yahoo-Gründer Jerry Yang war aber so groß, dass das Softwareunternehmen schließlich aufgab - eine Entscheidung, die später von Yahoo-Aktionären heftig kritisiert wurde.

Einige Zeit später allerdings vereinbarten Microsoft und Yahoo eine Kooperation. Seitdem nutzt der Internetpionier die Microsoft-Suchmaschine Bing, Einnahmen aus Onlinewerbung teilen sich die Unternehmen. Microsoft hat nun nach Ansicht von Beobachtern ein Interesse, eine Übernahme von Yahoo durch mögliche Konkurrenten zu verhindern. Deshalb erwäge das Unternehmen ein erneutes Angebot.

Yahoo ist ein früher Star des Internets. Nach dem Platzen der Internetblase an den internationalen Börsen ging es mit dem Unternehmen allerdings bergab. Vor allem die Konkurrenz des Suchmaschinenkonzerns Google Chart zeigen macht dem Pionier schwer zu schaffen.

Auch zuletzt lief es nicht gut für Yahoo: Anfang September hatte der Verwaltungsrat die Vorstandschefin Carol Bartz entlassen. Für das dritte Quartal wies das Unternehmen einen Gewinn von 293,3 Millionen Dollar aus - 26 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.

stk/dpa/AFP



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