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Möglicher Computer-Fehler: Deutsche Bank verschreckt Japans Börsianer

Schwere Panne bei der Deutschen Bank in Japan: Insidern zufolge hat der Geldkonzern versehentlich Verkaufsaufträge im Umfang von 150 Milliarden Euro platziert. Der japanische Leitindex brach daraufhin ein, die Börsenaufsicht untersucht den Fall.

Zentrale der Deutschen Bank: Fehler im internen Handelssystem Zur Großansicht
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Zentrale der Deutschen Bank: Fehler im internen Handelssystem

Frankfurt am Main/Tokio - Ein Computerfehler im Handel der Deutschen Bank hat für Aufregung am japanischen Aktienmarkt gesorgt. Nach Angaben mehrerer Insider platzierte das Institut an der Börse in Osaka am Dienstag fälschlicherweise Verkaufsaufträge für Derivate auf den Leitindex Nikkei Chart zeigen. Umfang des Deals: 16,7 Billionen Yen, umgerechnet 150 Milliarden Euro, das zehnfache Volumen eines durchschnittlichen Handelstages.

Der größte Teil der Aufträge sei noch rechtzeitig gestoppt worden. Nur 0,3 Prozent seien tatsächlich ausgeführt worden, sagte ein Deutsche-Bank-Sprecher in Tokio der ARD - allerdings ohne eine Gesamtsumme zu nennen. Stimmen die Angaben aus Finanzkreisen, wurden Terminkontrakte im Wert von rund 500 Millionen Euro verkauft.

Fest steht: Schon die 0,3 Prozent der Gesamtorder reichten aus, um Japans Börsen aufzuschrecken. Die Preise für Futures gaben nach - und auch der gesamte Nikkei. Er rauschte wenige Sekunden nach Handelsbeginn um 1,1 Prozent nach unten.

Fehler im internen Handelssystem

"Wir nehmen diesen Vorfall extrem ernst und tun alles, um sicherzustellen, dass sich so etwas nicht wiederholt", teilte das größte deutsche Geldhaus mit, ohne Angaben zur Größenordnung der Orders zu machen. In ihrer Erklärung führte die Bank die Panne auf einen Fehler im internen Handelssystem des Instituts zurück. Demnach wurde ein Verkaufsauftrag mehrfach gesendet.

Die zuständige Marktaufsicht in Osaka prüft den Vorfall. Man untersuche dabei auch, ob es bei der Börse selbst Fehler gegeben haben könnte, wie ein Sprecher sagte.

Die Computerpanne der Deutschen Bank ist möglicherweise schon der zweite Technikfehler, der binnen kurzer Zeit für Aufregung sorgt: Vor einem Monat hatte vermutlich ein Systemfehler eines oder mehrerer Marktteilnehmer zu einem abrupten Kurssturz an den US-Börsen geführt. Der Leitindex Dow Jones Chart zeigen verlor innerhalb von zehn Minuten sechs Prozent. Kurz danach machten Gerüchte die Runde, ein Händler habe versehentlich den Verkaufsknopf gedrückt. Beweise für einen solchen "Fat Finger"-Fehler gibt es jedoch nicht.

In der Vergangenheit rüttelten Fehler schon mehrfach die Finanzwelt auf: So hatte die Schweizer Großbank UBS Chart zeigen 2001 versehentlich 610.000 Aktien einer japanischen Firma für 16 Yen das Stück verkauft - und damit für Aufruhr gesorgt. Geplant war eigentlich die Veräußerung von 16 Aktien für 610.000 Yen pro Stück.

ssu/Reuters

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 15 Beiträge
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1. Der Summende Gott
freivogel, 02.06.2010
Zitat von sysopSchwere Panne bei der Deutschen Bank in Japan: Insidern zufolge hat der Geldkonzern versehentlich Verkaufsaufträge im Umfang von 150 Milliarden Euro platziert. Der japanische Leitindex brach daraufhin ein, die Börsenaufsicht untersucht den Fall. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,698326,00.html
Das sind die folgen, wenn der Börsenhandel nur noch über Computerprogramme läuft. Irgendeinmal werden die elektronischen Transaktionen zu schnell sein, als das ein Mensch noch eingreifen kann.
2. sorry
franklinber, 02.06.2010
kann ja mal passieren, bei unseren Landesbanken wurden ganz andere Summen auf nimmer wiedersehen vernichtet, also was sind 150 Milliarden ;O), die versehentlich verkauft wurden. Wer bekommt eigentlich die Quellensteuer bzw. Abgeltungssteuer, wenn hier mit Gewinn verkauft wurde. Zb. 8% Gewinn->150000000000x0,08x0,25=3 Milliarden, doch nicht etwa der deutsche Staat oh Gott....
3. lol
nursoma, 02.06.2010
Hahaha .. die Japaner sind bestimmt so doof, an Unabsichtlichkeit zu glauben ... Nein. War nur ein Witz. Es sind wahrscheinlich tatsächlich Stümper am Werk da. Ich kann mir das richtig vorstellen: Das Management saugt sich voll und die EDV-Abteilung ist gezwungen mit iPads zu arbeiten ..
4. klarer Hinweis
woanders 02.06.2010
Dies ist mal wieder ien ganz glasklarer Hinweis darauf, dass ein Monster wie ene DEUBA nach Lust und Laune Marktpreise bestimmen kann. Dann brauch man nur noch einen Strohmann, der auf der anderen Schiene absahnt. Goldmann Sacks hat´s vorgemacht. Hier hat´s wohl einer gemerkt...dumm gelaufen....
5. Börsenmakler aus Blech?
avollmer 02.06.2010
Eigentlich ist der Beruf des Börsenmaklers einigen Vorschriften unterworfen. Wenn ein Computerprogramm eigenständig Orders veranlassen kann müsste es de jure die gleichen Anforderungen erfüllen. Ein polizeiliches Führungszeugnis gehört meines Wissens auch dazu, wie kann ein Server oder eine Software ein solches bekommen? Vom ganzen Rest an nachzuweisender Ausbildung ganz zu schweigen. Kann es sein, dass der "bedienerfreie" Computerhandel illegal ist?
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