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Möglicher Milliardendeal: Microsoft bietet Rekordsumme für Skype

In der IT-Branche bahnt sich eine spektakuläre Übernahme an: Mehreren Presseberichten zufolge will Microsoft den Online-Telefondienst Skype schlucken. Bis zu acht Milliarden Dollar bietet der Software-Riese - ein Preis, der an den Dotcom-Wahn des Jahres 2000 erinnert.

Skype-Logo: Gebot von Microsoft Zur Großansicht
dpa

Skype-Logo: Gebot von Microsoft

New York - Skype ist heiß: Um den Internettelefoniedienst ist ein veritabler Bieterstreit entbrannt, mögliche Interessenten treiben den Preis in die Höhe. Das neuste Gebot stamme von Microsoft, berichten jetzt das "Wall Street Journal" und die britische "Financial Times" ("FT") übereinstimmend.

Sieben bis acht Milliarden Dollar wolle der Konzern zahlen, schreiben die Zeitungen. Inklusive Schulden, die Microsoft von Skype übernehmen müsste, wären es sogar 8,5 Milliarden Dollar. Es wäre der bisher größte Zukauf des Software-Riesen. Die bislang teuerste Übernahme war die des Online-Werbespezialisten Aquantive im Jahr 2007. Allerdings verfügt der Konzern über Cash-Reserven in Höhe von mehr als 50 Milliarden Dollar.

Das "Wall Street Journal" zitiert Insider, laut denen der Kauf bereits am Dienstagmorgen amerikanischer Zeit bekanntgegeben werden könnte. Die gleichen Personen erklärten jedoch auch, dass die Verhandlungen noch platzen könnten. Die "FT" berichtet, die Konditionen der Übernahme seien komplett ausgehandelt. Skype werde bei den Verhandlungen von den US-Großbanken Goldman Sachs und JP Morgan beraten, Microsoft verzichte auf Berater. Microsoft kommentierte die Berichte nicht. Skype war für eine Stellungnahme vorerst nicht erreichbar.

Microsoft würde das Zehnfache des Skype-Umsatzes bieten

Microsoft würde damit einen ansehnlichen Aufpreis für Skype zahlen. In der Vergangenheit soll sich das Unternehmen für fünf bis sechs Milliarden Dollar zum Kauf angeboten haben. Berichten zufolge hatten unter anderem Google Chart zeigen und Facebook Interesse bekundet. Skype hatte im vergangenen August zudem einen Börsengang angekündigt, aber nie einen genauen Zeitpunkt genannt. Dem "Wall Street Journal" zufolge sollte die Aktienplatzierung eine Milliarde Dollar einbringen.

Skype hat nach eigenen Angaben rund 550 Millionen registrierte Nutzer. Davon zahlen allerdings nur 8,1 Millionen Kunden für den Telefonservice. Das Unternehmen machte 2010 rund sieben Millionen Dollar Verlust - bei einem Umsatz von rund 860 Millionen. Microsofts Kaufgebot entspricht damit dem Zehnfachen der Skype-Erlöse. Die eher moderaten Umsätze erklären sich damit, dass Nutzer untereinander kostenlos über das Internet telefonieren und Textnachrichten verschicken können. Geld verdient die Firma vor allem bei Gesprächen mit dem gewöhnlichen Telefonnetz.

Internetfirmen werden derzeit extrem hoch bewertet - egal, ob sie an der Börse notiert sind oder nicht. Der Wert von Facebook wird auf 50 bis 80 Milliarden Dollar taxiert. Das Rabattnetzwerk Groupon wird auf 5,3 Milliarden Dollar geschätzt, der Kurznachrichtendienst Twitter auf zehn Milliarden.

Der neue Hype in der IT-Branche erinnert an die dunkle Zeit des Dotcom-Booms in den späten neunziger Jahren. Damals endete die Immer-mehr-und-immer-größer-Wette im Desaster. Schätzungen zufolge hat der Crash vom 10. März 2000 die Welt fünf Billionen Dollar gekostet - so viel Aktienkapital und Unternehmenswerte sollen in den folgenden eineinhalb Jahren verbrannt worden sein. Jetzt steigt die Furcht vor einer Neuauflage des Absturzes.

Strategischer Zukauf für Microsoft

Der neuste Protagonist ist Skype. Die Firma wurde 2003 gegründet und wechselte seitdem mehrfach den Besitzer. Der Online-Auktionsspezialist Ebay Chart zeigen hatte Skype 2005 für 2,6 Milliarden Dollar von den Gründern übernommen und sich 2009 für 1,9 Milliarden Dollar wieder davon getrennt, weil der Dienst doch nicht so gut zum eigenen Angebot passte wie erhofft. 2009 übernahm eine Investorengruppe unter Beteiligung von Silver Lake, dem Canada Pension Plan Investment Board und Andreessen Horowitz den Mehrheitsanteil.

Eine Übernahme durch Microsoft könnte strategisch sinnvoll sein. Der Software-Konzern könnte den Dienst für ein schwächelndes Smartphone-Geschäft gut gebrauchen. Bei Skype können Nutzer kostenlos online telefonieren, auch mit Videobildern. Das ist eine nützliche Funktion für internetfähige Telefone - allerdings auch eine, die Mobilfunkfirmen verprellt, die mit der Übertragung von Telefonaten Geld verdienen.

Smartphones sind einer der wichtigsten Wachstumsmärkte der IT-Branche. Microsoft war ursprünglich Pionier, wurde zuletzt jedoch von Apple mit seinem iPhone und dem Google-Betriebssystem Android abgehängt. Microsoft versucht derzeit, mit einer Allianz mit dem angeschlagenen Handy-Bauer Nokia Chart zeigen gegenüber der Konkurrenz wieder Boden gutzumachen.

Microsoft, dessen größtes Geschäft nach wie vor das Betriebssystem Windows und die Office-Büroprogramme sind, will seit Jahren mit Milliardeninvestitionen neue Bereiche erschließen, mit wechselndem Erfolg. Der Konzern setzt unter anderem auf das sogenannte Cloud Computing - die Bereitstellung von Software und Daten aus dem Internet.

Nach jahrelanger Durststrecke läuft auch das Spielegeschäft mit der Xbox-Konsole, die Microsoft als Unterhaltungszentrale im Wohnzimmer etablieren will. Bei der Internetsuche knapste Microsofts Suchmaschine Bing dem Marktführer Google einige Prozentpunkte Marktanteil ab. Der große Erfolg stellte sich aber noch nicht ein.

ssu/dpa/Reuters

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insgesamt 65 Beiträge
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    Seite 1    
1. Schau mer mal...
the_flying_horse, 10.05.2011
Hoffentlich wird Skype durch M$ nicht verschlimmbessert... so wie es jetzt ist, funktioniert es sehr gut; daran sollte man möglichst nichts ändern. Schau mer mal...
2. Wp7
Shane 10.05.2011
Ich denke das ist der letzte verzweifelte Versuch von Microsoft WP7 mit einer vollständigen Skype Integration zu retten.
3. Einerseits freut es mich...
Ex-Kölner 10.05.2011
...wenn M$ Geld verjuxt - dann haben sie es nicht mehr. Andererseits wäre das dann ein Grund, sich nach 'nem anderen Quasselprogramm umzuschauen...
4. "ehrenwerte Gesellschaft
oannes 10.05.2011
Kann nur besser werden. Ich hatte auf meinem skypekonto noch ein Guthaben von einigen Euro. Als ich nach ca. 1 Jahr wieder mal telefonieren wollte, war das Guthaben schlicht verschwunden. Keine Nachricht, keine Anmerkung, nichts! Noch schlimmer: Es war praktisch unmöglich eine Kontaktanfrage loszuwerden. Die Gauner, d.h. die vormaligen Besitzer von skype haben sich unerreichbar gemacht. Wie ich mittels internet-Recherche feststellen konnte, war ich nur einer von vielen, die auf diese Weise abgezockt wurden. Soviel zu den "ehrenwerten Herren" die vormals Eigentümer dieser Firma waren und die jetzt auch noch Milliarden durch den Verkauf verdienen werden. Ich hoffe, es begegnet mir nicht einer von diesen Kriminellen eines Tages in natura...
5. ...
KurtFolkert 10.05.2011
Nicht Gut. Wenn die Skype holen, muss ich mir nen neues Programm installieren.
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Marktanteile der Tech-Riesen
Suchmaschinen (Desktop)
Google 75,68%
Baidu 11,95%
Yahoo 5,92%
Bing 4,24%
Stand: Februar 2012, Quelle: Net Applications
Suchmaschinen (Mobil)
Google 88,35%
Yahoo 6,63%
Baidu 3,34%
Bing 1,08%
Stand: Februar 2012, Quelle: Net Applications
Browser (Desktop)
Microsoft Internet Explorer 58,35%
Firefox 23,72%
Chrome (Google) 11,50%
Safari (Apple) 4,15%
*weltweiter Marktanteil, erhoben auf der Webbrowser-Angabe, Stand: Januar 2012, Quelle: Net Applications
Browser (Mobil)
Safari (Apple) 54,03%
Opera Mini 21,42%
Android Browser 12,74%
Symbian 6,89%
*weltweiter Marktanteil, erhoben auf der Webbrowser-Angabe, Stand: Januar 2012, Quelle: Net Applications
Betriebssysteme (Desktop)
Windows 91,92%
Mac 6,92%
Linux 1,16%
*weltweit, erhoben auf der Webbrowser-Angabe zum user-agent Stand: Februar 2012, Quelle: Net Applications
Betriebssysteme (Mobil)
Android (Google) 49,7
iOS (Apple) 30,1
Symbian 6,9
RIM 2,1
Nokia 1,8
andere 9,4
Marktanteil an Smartphone-Betriebsystemen im März 2011 in Deutschland (%). Quelle: InMob Mobile Insights, Basis der Auswertung sind 518,7 Millionen inMobi-Werbeeinblendungen auf Mobilgeräten in Deutschland im März 2011 und 470,3 Millionen Werbeeinblendungen im Januar
Werbung
Umsatz gesamt* Umsatz Google* Anteil Google (in %)
Internet 72,842 36,531 50,15
Magazine 43,122 0
TV 184,29 0
Zeitungen 91,495 0
gesamt 458,385 36,531 7,97
*Werbeumsätze 2011, weltweit in Mrd. Dollar, veröffentlicht von ZenithOptimedia 15. März 2012, Googles Werbeumsatz im Jahr 2011
Webnutzer
Angebot Unique Visitors (Mio.) Ø-Stunden
Webnutzer gesamt 366,8 26,75
Google 333,4 3.,14
Microsoft 270,8 3,22
Facebook 240,0 5,43
Wikimedia 161,3 0,22
Yahoo 141,0 1,23
eBay 107,6 0,99
Amazon 91,4 0,27
Top 30 Online Portale in Europa nach Gesamtzahl der Unique Visitors. Mai 2011, Internetnutzer in Europa, Alter 15+, Zuhause und am Arbeitsplatz; Quelle: comScore Media Metrix

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