Verpackungs-"Preis" Verbraucherschützer suchen Mogelpackung 2017

Wo haben Konzerne ihre Kunden besonders dreist getäuscht? Die Verbraucherzentrale Hamburg hat fünf Verpackungen ausgewählt - und sucht in einer Abstimmung nach der Mogelpackung des Jahres.

Verbraucherzentrale Hamburg

Früchtemüsli, Schokoriegel, Kaugummi oder Erdnuß-Snacks: Die Hamburger Verbraucherzentrale lässt auf ihrer Internetseite über die Mogelpackung des Jahres abstimmen. Bei der noch bis zum 22. Januar laufenden Aktion können Kunden aus fünf Vorschlägen über die Lebensmittelverpackung abstimmen, die sie am unverschämtesten finden.

Mit dem jährlichen Negativpreis will die Verbraucherzentrale über versteckte Preiserhöhungen informieren, bei denen Hersteller in veränderten Verpackungen "deutlich weniger Inhalt zum gleichen Preis" anbieten.

"Konkrete Hinweise auf die Schrumpfung des Inhalts fehlen oft", sagte Experte Armin Valet. "Die Hersteller versuchen manchmal sogar, die geringere Menge durch quasi identische Packungen zu kaschieren." Teils verschlechterten sie auch die Rezepturen, ohne dass die Käufer dies bemerkten.

Klicken Sie sich hier durch die Vorschläge der Verbraucherschützer für den Preis Mogelpackung 2017:

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Mogelpackung 2017: Gleicher Look, weniger drin

apr/AFP

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treime 04.01.2018
1. Lorenz ist bekannt dafür
Das machen die seit Jahrzehnten so. Die Box "Snack Hits" hatte einst mal 500gr Füllmenge, ich glaube heutzutage sind es nicht mal mehr 350gr. Interessant auch, das angebliche Steigerungen bei Rohstoffen & Co. immer weitergegeben werden, Senkungen aber nie. Der Verbraucher macht ja alles mit. (oder ist "erwachsen" und entscheidet sich halt mal GEGEN Produkte!) Das Müsli fruchtiger schmecken soll, nur weil mehr Zucker drin ist - wer es kauft, hat es nicht anders verdient. Man schaue sich auch mal die Produkte von Müllermilch in den vergangen 15 Jahren an, die Müllermilch an sich ist früh von 500 auf 400ml runtergegangen - dafür wurde eine bauchigere Plastikflasche eingeführt, die mehr/gleichen Inhalt suggerieren soll. Gleiches bei deren Joghurtprodukten (mit der Ecke, suggeriert Menge an Füllung, die nicht vorhanden ist - dazu seit Einführung des Euros verdammt teuer geworden). Ganz schlimm ist es ja immer schon bei Waschmitteln gewesen. Dort wird aus gutem Grund ja seit Dekaden schon nur noch mit einer Anzahl "Waschgängen" geworben. Fakt ist: ist alles was bunt ist und groß beworben wird, kann nix sein! Dann lieber selber was zusammenstellen und auf Inhalte achten. Spart bei der Geldbörse und schont bei der Gesundheit!
bernard_bs 04.01.2018
2. Erdnüsse?
Diese Erdnusslocken bestehen doch eh fast nur aus Mais. Der Erdnussanteil ist so verschwindend gering, dass der wohl kaum Einfluss auf den Gesamtpreis haben. Man kann es ja mal versuchen.
the_grosser 04.01.2018
3. Fit & Vital Vitaminbrot
Ein besonders krasser Fall ist für mich auch das Fit & Vital Vitaminbrot von Lieken. Wann immer es geht, kaufe ich ich mein Brot bei dem Biobäcker auf dem Wochenmarkt. Wenn dies nicht möglich war, habe ich, ich denke es war bis ca. Oktober 2017, bei meinem Discounter um die Ecke (Netto) das Fit & Vital Vitaminbrot von Lieken gekauft. Bei meinem letztem Kauf fiel mir Zuhause auf, daß die Verpackung nur noch 400g statt 500g Inhalt hatte. Am Preis von durchschnittlich 1,29€ hatte sich natürlich nichts geändert. Am nächsten Tag habe ich das Brot zurück gebracht. Die Mitarbeiterin in Discounter sagte mir "Sie sind Heute schon der der siebente Kunde der sich darüber beschwert. Seit dem kaufe ich dieses Produkt selbstverständlich nicht mehr.
Xiuhcoatl 04.01.2018
4.
Man liest "Verbraucherzentrale Hamburg", und darf stets sicher sein, mit nutzlos dümmlich zusammengestoppelten Informationen versehen zu werden. Weit und breit ist hier nirgends irgendeine "Mogelpackung" auszumachen: Man geht in den Supermarkt. Da steht ein angebotenes Produkt. Es steht drauf, was ca. drin ist. Es steht das Gewicht / die Füllmenge drauf. Es steht ein Preis dran. Bin ich damit einverstanden und es ist mir den Preis wert, kann ich's kaufen. Oder ich kann's bleibenlassen. Es ist für diesen Entscheidungsfindungsprozess vollständig irrelevant, wie das Produkt vor 10 Jahren, oder einem Jahr, oder 10 Minuten so oder so andersartig dargeboten wurde. Das Produkt wird jetzt angeboten, jetzt entscheide ich anhand des akut Dargebotenen, ob's mir jetzt den Preis wert ist. Ich seh hier nur einen Täuscher: Die sogen. "Verbraucherzentrale Hamburg", die vortäuscht, interessante Informationen beizusteuern.
genugistgenug 04.01.2018
5. Tatsächlich Preiserhöhung oder Mogelvergleich?
... In der Kaugummi-Dose von Mentos sind statt 50 nur noch 35 Dragees, bei gleichem Preis entspricht das laut Verbraucherschützern einer versteckten Preiserhöhung von 43 Prozent. Die Dragees wiegen dafür jetzt statt 1,5 jeweils zwei Gramm. "Die meisten Verbraucher werden die Kaugummis nicht teilen", kritisierten die Verbraucherschützer. ...... 50 statt 35 Dragees ist noch keine Mogelpackung - vor allem wenn die Dinger statt 1,5 nun 2 Gramm wiegen. Mal rechnen: 50 St. a' 1,5 Gramm = 75 Gramm 35 St. a' 2 Gramm = 70 Gramm Damit ist der Bezug auf die reduzierte Stückzahl für uns eine Mogelvergleich, bzw. der Beweis, dass die Verbraucherschützer nur EINE Variable (Stück) bewerten können und nicht alle Variablen (Stück/Gewicht). Das evtl. die 0,5 Gramm mehr für mehr Umsatz sorgen könnten ist eine Möglichkeit, aber vielleicht geben die 2 Gramm nur ein anderes Mundgefühl. Sicher sind die 35 schneller weg wie die 50, doch als Ersatz gibt es ja noch die Fingernägel. PS wenn die Verbraucher nicht in der Lage sind am Regal einen einfachen Dreisatz (Gewicht 100Gramm/ml) zu lösen und sich die Preise zu merken, dann greift Paragraph SZ (Selber tZschuld). Und wem es nicht passt, muss es ja nicht kaufen - denn die Geschäfte sind groß genug, die können es besser lagern. Und eine Reklamation kann auch was bewegen.
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