US-Bank Morgan Stanley: Millionenstrafe nach Facebook-Börsengang

Die Pannen beim Facebook-Börsengang waren für die federführende US-Bank nicht nur peinlich, sondern werden jetzt auch teuer. Der US-Bundesstaat wirft Bankern von Morgan Stanley vor, dem sozialen Netzwerk geholfen zu haben, Informationen gezielt zu streuen und verhängte eine Millionenstrafe.

Facebook-Kurs an New Yorker Morgan-Stanley-Zentrale: Informationen gezielt gestreut Zur Großansicht
AP

Facebook-Kurs an New Yorker Morgan-Stanley-Zentrale: Informationen gezielt gestreut

New York - Beim größten IT-Börsengang aller Zeiten lief kaum etwas wie geplant: Computerfehler verhinderten zum Börsenstart den Handel mit der Aktie, kurze Zeit später stürzte die Facebook-Aktie ab. Der schnelle Kursverfall hat jetzt auch für den Konsortialführer beim Börsengang, die US-Bank Morgan Stanley finanzielle Konsequenzen. Der US-Bundesstaat Massachusetts verurteilte das US-Geldhaus zur Zahlung von fünf Millionen Dollar.

Der Vorsitzende der Finanzaufsicht von Massachusetts, William Galvin, begründete die Strafe damit, dass Banker von Morgan Stanley Facebook geholfen hätten, sensible Finanzinformationen selektiv zu streuen. Die Bank habe Umsatzzahlen des sozialen Netzwerks nur einigen Analysten und nicht der Öffentlichkeit zugänglich gemacht zu haben. Morgan Stanley Chart zeigen räumte keine Schuld ein, stimmte jedoch der Zahlung zu.

Im Mittelpunkt der Vorwürfe stand eine Telefonkonferenz mit dem Leiter der Finanzabteilung und den Analysten von Großinvestoren. In der Konferenz wurden Umsatzzahlen vorgestellt, die nicht in den Dokumenten genannt wurden, die Facebook eine Woche vor dem Börsengang bei der Börsenaufsicht einreichte. Die Zahlen waren niedriger als von vielen Analysten erwartet und den Investoren sei durch das Vorgehen deshalb ein deutlicher Nachteil entstanden, teilte die Börsenaufsicht von Massachusetts mit.

Der auch von technischen Pannen begleitete Börsengang im Mai hat die Aufsichtsbehörden auf den Plan gerufen und ist Gegenstand mehrerer Klagen. Die Citigroup wurde bereits zur Zahlung von zwei Millionen Dollar verurteilt. Auch die umstrittene Senkung von Geschäftsprognosen durch Banken kurz vor der Erstnotiz steht in der Kritik, die nur an einen ausgewählten Kundenkreis gegangen sein sollen. Die Facebook Chart zeigen-Aktie war nach ihrer mit großer Euphorie erwarteten Erstnotiz schon bald wegen aufkommender Zweifel an den Geschäftsaussichten abgestürzt.

nck/Reuters/dapd

Diesen Artikel...
  • Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • Auf anderen Social Networks teilen

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 6 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Börse in ihrer elementarsten Funktion.
Ernesto_de_la_Vita 18.12.2012
eigentlich gabs ja nun schon genug negative Beispiele, die die Funktionsweise des heutigen Börsengeschäfts offenlegte. Das sich da dann immer noch welche finden, die den Haken an dem Wurm nicht erkennen, ist schon amüsant.
2. Gewinn?
billger 18.12.2012
Zitat von sysopAPDie Pannen beim Facebook-Börsengang waren für die federführende US-Bank nicht nur peinlich, sondern werden jetzt auch teuer. Der US-Bundesstaat wirft Bankern von Morgan Stanley vor, dem sozialen Netzwerk geholfen zu haben, Informationen gezielt zu streuen und verhängte eine Millionenstrafe. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/morgan-stanley-muss-nach-facebook-boersengang-millionenstrafe-zahlen-a-873486.html
In dem Artikel fehlt eine wichtige Information: Wie hoch war der Gewinn, den Morgan Stanley aus dem Facebook-Börsengang gezogen hat bzw. wie hoch ist allgemein ihr Jahresgewinn. Nur dann läßt sich beurteilen, ob die Geldstrafe angemessen ist. Darüber hinaus müssten bankintern ja eigentlich auch personelle Konsequenzen gezogen werden. So entsteht bei mir der Verdacht, dass die Bank das alles einkalkuliert hat und ihren Schnitt gemacht hat und selbstverständlich so weiter macht ...
3. Haha
HansGusto 18.12.2012
5 Millionen? Dann fällt das Mittagessen heute aus.
4. nein ...
snigger 18.12.2012
Zitat von HansGusto5 Millionen? Dann fällt das Mittagessen heute aus.
... nicht wirklich. nur statt kaffee zum nachtisch wird mal selters gereicht .... und dies noch als massnahme zur gesunderhaltung der mitarbeiter deklariert ....
5.
uezegei 18.12.2012
Peanuts ....
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Wirtschaft
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Unternehmen & Märkte
RSS
alles zum Thema Facebook
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



  • Drucken Senden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Kommentieren | 6 Kommentare

Die zehn größten Börsengänge der Welt
Rang Firma Jahr Volumen in Mrd Dollar Land
1. General Motors 2010 23,1* USA
2. AgBank 2010 22,1 China
3. AIA (Versiche- rer) 2010 22,0 Hongkong
4. ICBC (Bank) 2006 21,97 China
5. Visa (Kredit- karten) 2008 19,65 USA
6. NTT Mobile 1998 18,05 Japan
7. Enel (Energie) 1999 16,59 Italien
8. Facebook 2012 16,01** USA
9. NTT (Telekom) 1986 13,75 Japan
10. Deutsche Telekom 1996 12,49 Deutschland
* Bei Addition der Stamm- und Vorzugsaktien; ** Bei Verkaufspreis am oberen Ende der Spanne; Quelle Reuters