Mega-Verlust Bernanke schickt Dax auf Talfahrt

Der schlimmste Börsentag seit mehr als einem Jahr: Aussagen des US-Notenbankchefs Ben Bernanke und schlechte Nachrichten aus China haben dem Dax ein Minus von mehr als drei Prozent beschert. Auch andere Börsen und die Preise für Öl und Gold stürzten ab.

Dax-Kurve am späten Nachmittag: Niedrigster Stand seit Ende April
REUTERS

Dax-Kurve am späten Nachmittag: Niedrigster Stand seit Ende April


Frankfurt am Main - Die Aussicht auf ein Ende der Geldschwemme in den USA hat den Finanzmärkten ordentlich zugesetzt. Aktien, Anleihen und Rohstoffe gingen auf Talfahrt. Der Dax Chart zeigen schloss bei 7928,48 Punkten, auf dem niedrigsten Stand seit Ende April. Das entspricht einem Minus von 3,28 Prozent - der größte Tagesverlust seit März 2012.

Ausgelöst wurde der Ausverkauf an den Märkten von US-Notenbankchef Ben Bernanke. Er hatte am Mittwochabend angekündigt, die Zentralbank Fed könnte ihren extrem laxen geldpolitischen Kurs noch in diesem Jahr verlassen und ihre milliardenschweren monatlichen Anleihekäufe bis Mitte kommenden Jahres beenden. Etliche Investoren waren überrascht von dieser ungewöhnlich klaren Ansage.

Zudem drückten schlechte Nachrichten zur Konjunktur in China auf die Stimmung an den Märkten: Der stark beachtete HSBC-Einkaufsmanagerindex für den Industriesektor sank um 0,9 auf 48,3 Punkte. Damit entfernte sich der Index weiter von der Wachstumsschwelle bei 50 Zählern. Die Daten entfachten neue Ängste vor einer deutlichen Konjunkturabkühlung in der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft

Auch andere Börsen reagierten negativ auf die Meldungen. Der Nikkei-Index Chart zeigen in Tokio verlor 1,74 Prozent, der Dow Jones Industrial Chart zeigen setzte seine Abwärtsbewegung vom Vortag am Donnerstag fort und verlor zunächst 1,33 Prozent auf 14.911,45 Punkte. Tags zuvor war der Dow nach den mit Spannung erwarteten Aussagen der Fed bereits um 1,35 Prozent gefallen.

Ähnlich sah es bei den Ölpreisen aus: Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur August-Lieferung fiel bis zum Mittag auf 103,89 Dollar. Das waren 2,20 Dollar weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Juli-Lieferung sank um 2,21 Dollar auf 96,06 Dollar. Der Goldpreis fiel auf den niedrigsten Stand seit fast drei Jahren. An der Londoner Börse kostete die Feinunze zum Handelsschluss 1292,50 Dollar (979,16 Euro)

ade/Reuters/dpa/AFP



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stopfiatmoney 20.06.2013
1. Banken retten! Jetzt
Zitat von sysopREUTERSDer schlimmste Börsentag seit mehr als einem Jahr: Aussagen des US-Notenbankchefs Ben Bernanke und schlechte Nachrichten aus China haben dem Dax ein Minus von mehr als drei Prozent beschert. Auch andere Börsen und die Preise für Öl und Gold stürzten ab. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/nach-bernanke-aussagen-dax-dow-jones-gold-und-oelpreis-stuerzen-ab-a-907012.html
WIR brauchen Subventionen für die Banken. Für deutsche Arbeitsplätze. Merkel, Steinbrück, Bundestag- Ihr helft doch auch sonst. Bitte jetzt auch! Ihr habt auch spanischen Banken geholfen. Und zypriotischen. Jetzt auch deutschen. Nochmal. Oder bitte, Voßkuhle vom Bundesverfassungsgericht- können Sie nicht mal wieder ein Machtwort sprechen und Rettungen als verfassungsgemäß sehen? Okay, dann bitte- Medien- nehmt wieder alle Einfluss auf die Entscheider. Gibt auch wieder Finanzwerbung, ganzseitig. Und Interviews, soviel ihr wollt. Nur-macht Stimmung! Und Draghi- Gelddrucken. Jetzt. Notfall. Schnell! "whatever it takes". Für Europa!
marthaimschnee 20.06.2013
2.
Keine Sorge, daß ist er noch nicht, der Knall der geplatzten Blase. Der wird kommen, wenn wir alle am Tiefpunkt stehen, endlich kapiert haben, daß wir massiv Geld (und damit neue Schulden, die wir eigentlich loswerden wollten) in die Hand nehmen müssen, um die Schäden der neoliberalen Hardlinerpolitik zu reparieren. Dann wird der Knall kommen, zum ungünstigsten Moment und wir werden wieder Banken und daran gekoppelt Staaten retten müssen. Aber vielleicht kapieren die da oben dann endlich, daß das Gesamtkonzept nichts taugt!
rambo-1950 20.06.2013
3. Gestatten mein Kommentar
als Ignorant, "Spekulationen/Glücksspiele sind verboten" - das positive an der Geschichte, dass hochspekulative Öl-Preise abstürzen.........
Bengurion 20.06.2013
4. 3%...
3% - das heißt, in 32 solchen Tagen sind die Aktien nix mehr wert? Das ist ja fast in einem Monat zu schaffen. Auf, auf, packen wir es an!
hansepapa 20.06.2013
5. Irgendwann muss die Blase ...
... ja mal wieder platzen. Die Banken zocken mit der billigen Kohle eh nur rum, anstatt es kleinen und mittelständischen betrieben zur Finanzierung zur Verfügung zu stellen.
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