Bonn - Der Billig-Briefdienstleister First Mail steht vor der Schließung: Der Mutterkonzern Deutsche Post
erwägt die Auflösung seiner Billigtochter. Das bestätigte ein Sprecher des Konzerns gegenüber der "Frankfurter Allgemeine Zeitung" ("FAZ").
Der Entscheidung war ein ein Urteil des nordrhein-westfälischen Oberverwaltungsgerichts vorangegangen. Nach Meinung der Richter darf der Briefdienst nicht mit günstigeren Angeboten arbeiten als sein Mutterkonzern. First Mail muss nun seine Preise anheben. Damit verliere die Tochter ihr Geschäftsmodell, erklärte der Sprecher.
Der Konzern will sich die nächsten vier bis sechs Wochen die Marktchancen ansehen. Man wolle erst einmal abwarten, wie die Kunden reagieren. "Wenn eine Tochter auf Dauer nicht profitabel sein sollte, muss man sehen, wie es weiter geht", erklärte der Sprecher. Bei First Mail sind rund 1600 Menschen beschäftigt.
Das Gericht hatte kritisiert, dass die Firma mit Standorten in Düsseldorf, im Ruhrgebiet und in Teilen von Berlin mit Kampfpreisen offensichtlich die Konkurrenten des Mutterkonzerns verdrängen wolle. Bereits im Juni hatte die Bundesnetzagentur First Mail aufgefordert, das Preisniveau der Deutschen Post nicht zu unterschreiten. Dagegen hatte sich First Mail vor Gericht erfolglos zur Wehr gesetzt.
dis/dpa
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