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Nach Prokon-Pleite: Energiefinanzierer Windwärts meldet Insolvenz an

Windwärts-Gebäude: "Es gibt sehr gute Projekte" Zur Großansicht

Windwärts-Gebäude: "Es gibt sehr gute Projekte"

Nach Prokon muss ein weiterer Windkraftfinanzierer Insolvenz anmelden. Beim Hannoveraner Unternehmen Windwärts stehen rund hundert Jobs auf dem Spiel. Der Insolvenzverwalter zeigt sich vorsichtig optimistisch.

Hannover - Der niedersächsische Windkraftfinanzierer Windwärts hat Insolvenz angemeldet. Die Firma besteht seit 20 Jahren. Wie auch das Hamburger Energieunternehmen Prokon sammelte sie bei privaten Anlegern Geld für den Bau von Windanlagen ein, wenn auch in deutlich kleineren Dimensionen.

Der vorläufige Insolvenzverwalter Volker Römermann sagte, er sei vorsichtig optimistisch, was die Zukunft des Unternehmens mit rund hundert Mitarbeitern angeht. Der "Neuen Presse" (NP) sagte Römermann: "Nach dem, was ich sehe, werden wir sanieren können. Es gibt sehr gute Projekte."

Nach Angaben von Römermann gibt es insgesamt etwa 1600 Inhaber von Genussrechten, die rund 18,9 Millionen Euro investiert haben. Der Betrieb war unter Druck geraten, da sich 27 anstehende Windkraftprojekte stark verzögert hatten, mal durch Einsprüche von Anliegern, mal durch Überflugrechte der Bundeswehr. Ende 2013 sei dann die Auszahlung von mehr als einer Million Euro aus dem ersten von vier Genussrechten fällig gewesen. Ein Windwärts-Gläubiger ist auch die HSH Nordbank, die selbst wegen der Schiffskrise unter Druck steht.

Das eingeworbene Anlegerkapital musste Geschäftsführer Lothar Schulze einfrieren. Er hatte sich zuvor bereits vom Photovoltaik-Geschäft, der Präsenz in Italien und 35 Mitarbeitern getrennt. 50 Projekte seien derzeit noch geplant, sagte Römermann der "NP". Die Betreibergesellschaft von Projekten, die über geschlossene Fonds finanziert wurden, sei nicht betroffen. Eine Parallele zu Prokon sieht Römermann nicht. Anleger seien stets auf die Unwägbarkeiten des Geschäfts und der Beteiligungsform hingewiesen worden.

jka/dpa

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1. Hut ab, Frau Merkel!
walter_e._kurtz 10.02.2014
Die Unfähigkeit Merkels, die Energiewende in geordnete Bahnen zu lenken, kostet nach den Arbeitsplätzen in der Solarbranche nun auch Arbeitsplätze in der Windbranche. Erst ein Ausstieg vom Austieg, dann der Ausstieg...., dazu völlige Visionslosigkeit und das Merkeltypische Aussitzen kosten D womöglich die Technologieführerschaft auf dem Gebiet der Erneuerbaren. Zum Glück sind zumindest die Generatorenhersteller international aufgestellt, aber ewig werden auch die Merkels Tatenlosigkeit nicht überstehen...
2. ...
humpensack 10.02.2014
Zitat von walter_e._kurtzDie Unfähigkeit Merkels, die Energiewende in geordnete Bahnen zu lenken, kostet nach den Arbeitsplätzen in der Solarbranche nun auch Arbeitsplätze in der Windbranche. Erst ein Ausstieg vom Austieg, dann der Ausstieg...., dazu völlige Visionslosigkeit und das Merkeltypische Aussitzen kosten D womöglich die Technologieführerschaft auf dem Gebiet der Erneuerbaren. Zum Glück sind zumindest die Generatorenhersteller international aufgestellt, aber ewig werden auch die Merkels Tatenlosigkeit nicht überstehen...
Die Arbeitsplätze hätte es gar nicht gegeben, wenn die angeblichen 300.000 Arbeitsplätze (das war doch die Zahl oder?) nicht bis unter die ...haut subventioniert gewesen wären.
3. Schade für die Anleger und Angestellten,
diplommaurer 10.02.2014
Parteifreunde von Trittin wie Frank Asbeck sind mit dessen Gesetzen so reich geworden, dass man sich mehrere Schlösser leisten kann. Der hat sein Geld in trockenen Tüchern und wir müssen die Subventionen noch über viele Jahre abbezahlen. Ich kann mich noch an viele Artikel vor einigen Jahren erinnern, in denen die Erneuerbaren als tolle Zukunftsinvestition gepriesen wurden. Vielleicht ist auch der ein oder andere Journalist persönlich etwas reicher geworden?
4. optional
DocMoriarty 10.02.2014
Na und? Das spricht nicht gegen Windkraft sondern sind letztlich reine Managementfehler (zu optimistisch). Die Subventionen für EEG sind 30 Milliarden pro Jahr und die Subventionen für Kohle und Atomstrom betragen 100 Milliarden pro Jahr in der EU (die in allen Energieberichten der EU bis auf den letzten wo es aufkam unterschlagen wurden um ein falsches Bild über den "billigen" konventionellen / Atomstrom zu generieren!). Dagegen sind die 18 Millionen um die es hier geht noch nicht mal Peanuts.
5.
dig 10.02.2014
Zitat von humpensackDie Arbeitsplätze hätte es gar nicht gegeben, wenn die angeblichen 300.000 Arbeitsplätze (das war doch die Zahl oder?) nicht bis unter die ...haut subventioniert gewesen wären.
Mit wie vielen Milliarden wurden/werden die AKWs subventioniert?
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