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Sammelfiguren-Desaster: Lidl liefert Stikeez nach

Stikeez von Lidl: Nachfrage unterschätzt - Image beschädigt Zur Großansicht
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Stikeez von Lidl: Nachfrage unterschätzt - Image beschädigt

Nach einer Flut von Beschwerden entrüsteter Kunden lässt die Supermarktkette Lidl nun Millionen von Stikeez nachproduzieren. Voraussichtlich ab Ende Juli würden die Plastikfiguren wieder geliefert werden, sagte der Discounter SPIEGEL ONLINE.

Hamburg - Der Kleinkundenfang mit einer Sammelaktion ging für Lidl nach hinten los - jetzt bemüht sich der Discounter um Schadensbegrenzung: Nach einer Flut von Beschwerden entrüsteter Kunden lässt Lidl nun Millionen von Stikeez-Figuren nachproduzieren. "Lidl hat entschieden, dass schnellstmöglich nochmals Stikeez in allen Filialen verkauft werden", teilte eine Sprecherin des Discounters SPIEGEL ONLINE mit.

Lidl hatte Ende April mit einer aufwendigen Werbekampagne eine deutschlandweite Sammelaktion gestartet. Unter dem Slogan "Shoppen und ploppen lassen" versprach der Discounter der Kundschaft für jede 15 Euro Einkaufswert ein Plastikfigürchen made in China mit Saugnapf - und verkaufte dazu Tausende Sammelboxen für Froggy, Papsy und Co.

Die Dreingaben waren in vielen Filialen aber schon nach wenigen Tagen vergriffen - obwohl die Aktion bis Anfang Juni laufen sollte. Dies erfuhren viele Kunden erst beim Bezahlen, da Lidl die Stikeez weiter bewarb, als gäbe es gar keinen Mangel.

Vor allem die Eltern von Kindern reagierten entrüstet. Seit Tagen tobt auf Lidls Facebook-Seite ein Shitstorm. Unter anderem bezichtigt die Kundschaft das Unternehmen der Bauernfängerei und des Betrugs und fordert das Geld für die Sammelboxen zurück. In einigen Märkten soll es zu heftigen Streitereien zwischen Kassierern und Verbrauchern gekommen sein. Denn bislang hatte der Konzern jede Nachlieferung kategorisch abgelehnt.

Nach eigenen Angaben hat Lidl mehr als 50 Millionen Stikeez unters Volk gebracht - und die Nachfrage massiv unterschätzt. In der Handelsbranche, die gerade reihenweise derartige Sammelkampagnen fährt, sorgte das Lidl-Desaster für Aufsehen. Insider sprechen von einem "Image-GAU".

Diesen will das Unternehmen offenbar verhindern. Nachdem SPIEGEL ONLINE gestern über den Stikeez-Mangel berichtete, teilte die Lidl-Sprecherin heute mit, man werde voraussichtlich Ende Juli "nochmals Stikeez in allen Filialen" verkaufen: "diesmal in transparenten Beuteln, damit alle Stikeez-Fans die Möglichkeit haben, ihre Sammlung gezielt zu vervollständigen". Dann dürfte auch der rege Schwarzmarkt im Internet ein Ende finden. Derzeit verlangen Händler zwischen zwei und vier Euro für die nur drei Zentimeter hohen Figürchen.

che

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insgesamt 59 Beiträge
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1. Wie blöd muß jemand sein
besserwisser69 29.05.2013
für Plastikmüll 2-3 Euro zu zahlen. Bei mir kann er ihn kostenlos abholen
2. Wegen diesem Mist
romeov 29.05.2013
...rennen die Leute in die Läden - unvorstellbar!
3.
stefansaa 29.05.2013
Also um die Teile an den Kühlschrank zu ploppen ist es ja ganz witzig aber dafür Geld ausgeben? Ich glaub so langsam flippt die Welt/Deutschland komplett aus
4.
mÔRIWUTZ 29.05.2013
Ouff! Die Welt dreht sich wieder weiter!
5. Lidl liefert "Stikeez" nach
zephyros 29.05.2013
na toll - noch mehr Plastikschrott. Im Pazifik schwimmt bereits ein Teppich aus Plastikmüll - er ist so groß wie Mitteleuropa!
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Die Discounter in Deutschland
Aldi
Die unangefochtene Nummer eins der Lebensmittel-Discounter in Deutschland, Aldi , ist ebenso erfolgreich wie verschwiegen. Branchenexperten schätzen, dass Aldi 2011 weltweit rund 57 Milliarden Euro Umsatz gemacht hat. Der Gewinn wird auf mehrere hundert Millionen Euro geschätzt. Insgesamt betreibt der Marktführer in Deutschland etwa 4300 Filialen.
Lidl
Auch der zweitplatzierte Lidl lässt sich nicht gerne in die Zahlen schauen. Für 2011 wird der weltweite Umsatz auf 50,4 Milliarden Euro geschätzt. Das Flaggschiff der Schwarz-Gruppe betreibt bundesweit rund 3100 Filialen. Lidl verkauft - anders als Aldi - auch viele Markenartikel.
Netto
Nach dem Zusammenschluss mit Plus ist Netto der drittgrößte Discounter Deutschlands. Die Edeka-Tochter hat in Deutschland rund 4000 Filialen. Der Umsatz lag 2011 bei etwa 13,7 Milliarden Euro.
Penny
Der Discounter Penny des Rewe-Konzerns erwirtschaftete 2011 mit seinen bundesweit 2400 Filialen rund zwölf Milliarden Euro Umsatz. Rewe hatte sich 2007 mit Edeka eine Bieterschlacht um den Discounter Plus geliefert, unterlag jedoch.
Norma
Der Discounter hat in Deutschland rund 1300 Filialen und erwirtschaftet einen Umsatz von schätzungsweise 2,7 Milliarden Euro. Der Schwerpunkt des Filialnetzes liegt in Süddeutschland, aber auch in Frankreich, Tschechien und Österreich gibt es Norma-Märkte.

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