München - Der MAN-Konzern hat den monatelangen Streit mit dem arabischen Staatsfonds IPIC beigelegt. Dabei ging es um den Verkauf der ehemaligen MAN-Tochter Ferrostaal. Die Einigung kommt den Münchner Konzern nun teuer zu stehen. Denn MAN kauft vom Haupteigner IPIC alle Anteile an dem Industriedienstleister zurück, teilte der Maschinen- und Lastwagenbauer mit. Ferrostaal werde unmittelbar danach an die Beteiligungsfirma MPC übergehen.
Für den Rückkauf der Anteile zahlt MAN
350 Millionen Euro. MPC wiederum übernimmt Ferrostaal dann komplett für bis zu 160 Millionen Euro. Mit der nun erreichten Einigung seien sämtliche Ansprüche zwischen MAN und IPIC, dem
Staatsfonds aus Abu Dhabi, abgegolten, erklärte der Münchener Konzern. Die Wettbewerbsbehörden müssen dem Geschäft noch zustimmen.
Mit dem Deal räumt MAN zugleich ein großes Hindernis für die Übernahme durch den Volkswagen
-Konzern aus dem Weg. Aktienrechtliche Bedenken wegen des Streits mit IPIC hatten VW bislang daran gehindert, MAN vollständig in die eigene Lastwagensparte zu integrieren. Das Ziel des Wolfsburger VW-Konzerns ist eine paneuropäische Lkw-Allianz: Volkswagen will einen eigenen Lastwagenkonzern aus MAN, der eigenen Nutzfahrzeugsparte und der schwedischen Tochter Scania bilden.
Staatsfonds wollte die korruptionsgeplagte Firma nicht mehr
IPIC und MAN lagen wegen Ferrostaal im Dauerstreit. Der Maschinenbaukonzern hatte vor fast drei Jahren 70 Prozent seiner einstigen Tochter Ferrostaal an den arabischen Staatsfonds verkauft. Dann flog 2009 eine Korruptionsaffäre bei dem Industriedienstleister auf.
Seither weigerte sich IPIC, die restlichen 30 Prozent wie ursprünglich geplant auch noch zu übernehmen. Der Fonds und MAN stritten auch darüber, wer die Folgen der Schmiergeldaffäre bei Ferrostaal zu tragen hat. IPIC drang auf eine Rückabwicklung des Geschäfts, da die unsauberen Machenschaften erst nach dem Mehrheitserwerb aufgedeckt wurden, aber unter MAN-Dach geschahen.
Ferrostaal hat sich inzwischen mit der Staatsanwaltschaft München über die Höhe einer Strafzahlung von 150 Millionen Euro geeinigt.
mmq/Reuters/dpa-AFX
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