Nach Sexskandal Ergo dampft Kampagne ein

Wir sind anders - mit dieser Botschaft warb die Ergo-Versicherungsgruppe bisher. Doch nach der Sexparty einer Tochterfirma will das Unternehmen offenbar lieber unauffällig sein - und fährt seine Kampagne zurück.

Ergo-Zentrale in Düsseldorf: Werbe-Budget von 20 Millionen
dapd

Ergo-Zentrale in Düsseldorf: Werbe-Budget von 20 Millionen


Hamburg - Diese Bilder passten nicht zusammen: Auf der einen Seite junge, dynamische Menschen, denen eine ganz neue Art von Versicherung versprochen wird, unkompliziert und ehrlich. Auf der anderen Seite Versicherungsvertreter, die sich in Budapest von Prostituierten unterhalten ließen und damit Vorurteile gegen ihre Branche eher verstärkt haben dürften.

Nach den Berichten über die Sex-Party bei ihrer Tochter Hamburg-Mannheimer zieht die Ergo-Versicherungsgruppe nun die Konsequenzen. Das Unternehmen fährt seine im Sommer 2010 gestartete Image-Kampagne zurück. Eine Unternehmenssprecherin bestätigte eine entsprechende Meldung des Marketing-Branchendienstes Horizont.net. Der Werbeauftritt werde vorerst nicht mehr im geplanten Umfang zu sehen sein. Grundsätzlich halte Ergo aber an dem Markenauftritt unter dem Motto "Versichern heißt Verstehen" fest.

Die Versicherungsgruppe hatte die Traditionsmarken Victoria und Hamburg-Mannheimer unter den Namen Ergo zusammengefasst und eine große Werbekampagne gestartet. Im vergangenen Jahr belief sich das Budget auf etwa 50 Millionen Euro, für 2011 waren etwa 20 Millionen Euro vorgesehen. Am Dienstag war bereits bekannt geworden, dass Meistertrainer Jürgen Klopp seinen Vertrag als Werbepartner von Ergo ruhen lässt. Er hatte als offizieller Botschafter der Hamburg-Mannheimer Motivationsseminare gehalten.

dab/dpa

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