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Nervöse Finanzbranche Stress-Show für Europas Geldgiganten

Bankplatz Frankfurt: Stürmische Zeiten für Europas FinanzindustrieZur Großansicht
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Bankplatz Frankfurt: Stürmische Zeiten für Europas Finanzindustrie

5. Teil: Was bringt der Test überhaupt?

Schon die Kriterien, nach denen die Banken auf die Probe gestellt wurden, waren in der EU extrem umstritten. "Das Ergebnis der Diskussion war ein politischer Kompromiss", resümiert Merck-Finck-Analyst Konrad Becker. Die schlussendlich entworfenen Stressszenarien wurden von Bankern wie von Beobachtern harsch kritisiert. Bankexperte Wolfgang Gerke findet den Test "zu zahm".

Auch Udo Steffens, Präsident der Frankfurt School of Finance & Management, glaubt nicht, dass die Ergebnisse besonders aufschlussreich sind: "Kein Staat kann sich erlauben, dass ein Großteil seiner Banken diesen Stresstest nicht besteht", sagt er trocken. Dementsprechend sei er konzipiert.

Außerdem ist bislang noch völlig unklar, welche Daten eigentlich veröffentlicht werden sollen. Wegen der individuellen Gestaltung der Tests könnten die Ergebnisse schwer vergleichbar sein. Und ohne die Offenlegung der genauen Berechnungsmethoden seien sie ebenfalls wenig wert, sagt Analyst Becker.

In den betroffenen Banken weiß man derweil nicht mehr, ob man lachen oder weinen soll - so zumindest fasst die "Börsenzeitung" ihre Gespräche mit Spitzenbankern zusammen. Schon die Frage, nach welchen Kriterien eigentlich die Note "Bestanden" am Ende von der Bankenaufsicht CEBS vergeben wird, ist demnach völlig unklar.

Zwar wird von Insidern in den vergangenen Tagen immer wieder die magische Grenze von sechs Prozent genannt: Darunter dürfe die Kernkapitalquote auch bei dem schlimmsten der drei Belastungsszenarien nicht rutschen. Nur: Eine verbindliche Größe ist das laut "Börsenzeitung" nicht.

Warnung vor Stresstest-Hype

Im Gegenteil: Das Blatt zitiert aus einem Schreiben der BaFin an die Banken, das geradezu aberwitzig erscheint. Darin werden die Institute gebeten, eine "Einschätzung" abzugeben, "welche Kernkapitalquote Ihr Haus auch im adversen Szenario des EU-Stresstests (...) mindestens noch ausweisen müsste, um die erwünschte Marktberuhigung erreichen zu können". So sollen die Banken also selbst beurteilen, ob ihre finanzielle Ausstattung reicht oder nicht.

An den Märkten allerdings dürfte die stoisch kommunizierte Marke von sechs Prozent mittlerweile die allgemein akzeptierte Benchmark sein - und auch das ist Experten zufolge ein Problem. Der Kölner Bankenprofessor Thomas Hartmann-Wendels warnte kürzlich vor dem "Hype", der um die Stresstests entstanden sei. Sie seien schließlich nur einer von vielen Indikatoren, "um zu sehen, wie stabil eine Bank ist". Auch Analyst Becker warnt: Es bestehe die Gefahr, dass die Daten "zu systematisch" interpretiert würden.

Trotzdem kann Becker dem Test auch Positives abgewinnen. Solche Belastungsproben könnten in der sonst so geheimnisumwitterten Branche für mehr Transparenz sorgen - und am Ende auch für mehr Einheitlichkeit bei der Bilanzierung. Allerdings nur dann, wenn der aktuelle Test nicht der letzte seiner Art sei. "Meine große Hoffnung ist, dass es zu einer Institutionalisierung des Prozesses kommt", sagt Becker.

Sollte man alle ein bis zwei Jahre einen neuen Probedurchlauf starten, würde auch ein weiteres Problem gelöst: Dieses Mal nämlich wird lediglich eine Krise nachgespielt, die den jüngsten Ereignissen in Europa nachempfunden wurde. Im Kern geht es um ein Szenario, in dem Länder in Finanzschwierigkeiten geraten. Die Aussagekraft ist dementsprechend begrenzt. Neue Tests aber könnten andere Gefahren simulieren, sagt Becker. Etwa einen Crash am Rohstoffmarkt oder einen Zusammenbruch des Immobilienmarkts in China. So würde das Wissen um die Stabilität der Institute Schritt für Schritt erweitert.

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insgesamt 253 Beiträge
urban_grandier 16.07.2010
Also ich find's super, dass, im Zuge des Stresstests, jetzt auch die Großbanken vom 750-mrd-Fonds profitieren können. Sollte irgendein Staat bei der Stützung angeschlagener Finanzinstitute seine nationalen Fonds ausgereizt [...]
Zitat von sysopEuropas Banken müssen sich einem Stresstest unterziehen. Überprüft wird, wie stabil sie im Fall neuer Schocks oder Krisen sind. Wie beurteilen Sie das Verfahren? Kommt nun die ganze Wahrheit über die Finanzbranche ans Licht?
Also ich find's super, dass, im Zuge des Stresstests, jetzt auch die Großbanken vom 750-mrd-Fonds profitieren können. Sollte irgendein Staat bei der Stützung angeschlagener Finanzinstitute seine nationalen Fonds ausgereizt haben, könne er auf die finanzielle Rückendeckung der EU setzen, sagte Rehn am Montag. (http://de.reuters.com/article/topNews/idDEBEE66500L20100706) Ist ja auch egal - ob man es nun erst umständlich den Griechen (oder so) gibt und die es dann den Banken geben ... kann man's den Banken auch einfach direkt überweisen, dann können die damit schneller wieder gegen die Griechen (oder sonstwen) wetten. Das nenn ich mal Synergieeffekte nutzen.
rolli 17.07.2010
Wann ist je die ganze Wahrheit im Zusammenhang mit Banken und Bankenkrise ans Licht gekommen? Haben die Banken überhaupt die richtigen Zahlen an die Tester übermittelt? Und wie kann eine Postbank, die nie im Investmentbanking [...]
Zitat von sysopEuropas Banken müssen sich einem Stresstest unterziehen. Überprüft wird, wie stabil sie im Fall neuer Schocks oder Krisen sind. Wie beurteilen Sie das Verfahren? Kommt nun die ganze Wahrheit über die Finanzbranche ans Licht?
Wann ist je die ganze Wahrheit im Zusammenhang mit Banken und Bankenkrise ans Licht gekommen? Haben die Banken überhaupt die richtigen Zahlen an die Tester übermittelt? Und wie kann eine Postbank, die nie im Investmentbanking tätig war plötzlich illiquide sein? Sicher hat die Deutsche Bank die Postbank als bad bank benutzt. Ein Stresstest, dessen Kriterien nicht öffentlich ist, sondern nur die Ergebnisse, ist wertlos, und möglicherweise schädlich. http://bazonline.ch/wirtschaft/konjunktur/Was-ist-Europas-BankenStresstest-wert-/story/17223174 rolli
sponfeind 17.07.2010
Ach, das wird doch das selbe Spiel wie in den USA. Als ob die 'offiziellen Ergebnisse' nicht schon vor Beginn des Test feststehen. Am Ende steht natürlich das nächste Rettungspaket... Adieu stabile Währung.
Ach, das wird doch das selbe Spiel wie in den USA. Als ob die 'offiziellen Ergebnisse' nicht schon vor Beginn des Test feststehen. Am Ende steht natürlich das nächste Rettungspaket... Adieu stabile Währung.
atzigen 18.07.2010
Das ganze dient doch lediglich der Anlegerberuhigung. Das ganze dient vorrangig der Stressminderung bei den Verantwortlichen. Und was geschieht jetzt mit Banken die den Test nicht bestehen??? Natürlich nichts! Resp.Sie wird [...]
Zitat von sysopEuropas Banken müssen sich einem Stresstest unterziehen. Überprüft wird, wie stabil sie im Fall neuer Schocks oder Krisen sind. Wie beurteilen Sie das Verfahren? Kommt nun die ganze Wahrheit über die Finanzbranche ans Licht?
Das ganze dient doch lediglich der Anlegerberuhigung. Das ganze dient vorrangig der Stressminderung bei den Verantwortlichen. Und was geschieht jetzt mit Banken die den Test nicht bestehen??? Natürlich nichts! Resp.Sie wird unauffällig mit Liquidität versorgt,sofern es nicht eine Hinterhofsparkasse ist und somit nicht Systemrelevant. Denn jede die den Test nicht besteht,währe sofort Pleite,oder ein Sanierungsfall. Wie schon in anderen Beiträgen dargelegt. Das System lebt von einer stetig wachsenden ÜBERLYQOIDITÄT. Wird diese reduziert bricht das System zusammen. Der eingeschlagene Spar-Lyqoiditätsenzug-Weg wird unfermeidlich zu schweren Verwerfungen an der Sozialfront führen. Fehler darf man fiele machen. Es gibt aber ein paar wenige fundamentale,die dürften niemals gemacht werden,denn die sind schwer,oder ab einem nicht genau definierbaren Punkt Irreparabel. Offen ist nur noch eine Frage,wie lange kann das System damit am Leben bleiben. Genisse die schönen Tage solange sie noch schön,sind den auf Sonnenschen volgen Gewitter und Regentage.
japan10 19.07.2010
Bei neuen Krisen wären die Banken fertig. Doch dies wird nicht geschehen, die Staaten werden soviel Geld drucken, bis es wieder reicht. Die Wahrheit will doch keiner hören, dann würde man, wie bei Honecker sagen: der letzte [...]
Zitat von sysopEuropas Banken müssen sich einem Stresstest unterziehen. Überprüft wird, wie stabil sie im Fall neuer Schocks oder Krisen sind. Wie beurteilen Sie das Verfahren? Kommt nun die ganze Wahrheit über die Finanzbranche ans Licht?
Bei neuen Krisen wären die Banken fertig. Doch dies wird nicht geschehen, die Staaten werden soviel Geld drucken, bis es wieder reicht. Die Wahrheit will doch keiner hören, dann würde man, wie bei Honecker sagen: der letzte macht das Licht aus. Das Leben hat sich geändert und es wird wahrscheinlich noch schärfer. Wenn Mathematikfreaks die Macht übernehmen, dann kann es nicht gut ausgehen. Es ist einfach nur Schade, dass die Politik so in die Knie gegangen ist.
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