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19. Februar 2013, 06:54 Uhr

Lebensmittel-Skandal

Pferdefleisch in Nestlé-Pasta

Nun ist auch der größte Lebensmittelkonzern der Welt vom Pferdefleisch-Skandal betroffen: Nestlé hat Spuren von Pferdefleisch in Tiefkühlprodukten gefunden und nimmt die Gerichte in Italien, Spanien und Frankreich vom Markt. Das Fleisch für die Waren stammte teils von einem deutschen Zulieferer.

Vevey - Nestlé hat in zwei tiefgekühlten Nudelprodukten Spuren von Pferde-DNA gefunden. Das gab der Konzern auf seiner Web-Seite bekannt. Es handle sich um Ravioli und Tortellini der Marke Buitoni.

Die Gerichte seien aus Rindfleisch der Firma Schypke hergestellt worden, von einem deutschen Zulieferer. Der Anteil an Pferdefleisch habe bei mehr als einem Prozent gelegen. Ab dieser Marke gilt ein Produkt als Fälschung.

Nestlé nahm die Produkte in Italien und Spanien vom Markt. In Frankreich stoppte Nestlé den Verkauf von Tiefkühlgerichten mit der Bezeichnung "Lasagne à la Bolognese". Der Konzern betonte, dass kein Sicherheitsrisiko bestehe. Alle Fertiggerichte würden durch garantiert zu 100 Prozent aus Rindfleisch bestehende Produkte ersetzt.

Damit erreicht der Pferdefleisch-Skandal vollends den weltgrößten Lebensmittelkonzern. Bereits zuvor war bekanntgeworden, dass die Marke Findus früher einmal zu Nestlé gehört hatte. In Tiefkühlgerichten von Findus war Pferdefleisch entdeckt worden. Nestlé hatte seine Beteiligungen an Findus aber bereits 2000 an eine Investorengruppe verkauft. Nur noch in der Schweiz hält der Konzern Anteile.

Der Discounter Lidl fand derweil noch mehr Fertiggerichte mit Pferdefleisch in seinem Sortiment. Der Verkauf von drei weiteren Produkten sei gestoppt worden, teilte das Unternehmen mit. Bereits in der vergangenen Woche hatte der Discounter das Produkt "Tortelloni Rindfleisch" von der Gusto GmbH vom Markt genommen.

Nun sei Pferdefleisch auch in "Rinder-Gulasch" des Herstellers Dreistern sowie in "Ravioli in pikanter Sauce" von William Saurin und "Penne Bolognese" der Copack und Schröder KG festgestellt worden. Alle Produkte wurden einer Sprecherin zufolge in Deutschland verkauft. Die Anteile von Pferdefleisch entdeckte Lidl durch eigene Untersuchungen.

ssu/dpa-AFX

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