Lebensmittel-Skandal Pferdefleisch in Nestlé-Pasta

Nun ist auch der größte Lebensmittelkonzern der Welt vom Pferdefleisch-Skandal betroffen: Nestlé hat Spuren von Pferdefleisch in Tiefkühlprodukten gefunden und nimmt die Gerichte in Italien, Spanien und Frankreich vom Markt. Das Fleisch für die Waren stammte teils von einem deutschen Zulieferer.

Nestlé-Logo: Pferdefleisch in Tiefkühlprodukten
DPA

Nestlé-Logo: Pferdefleisch in Tiefkühlprodukten


Vevey - Nestlé hat in zwei tiefgekühlten Nudelprodukten Spuren von Pferde-DNA gefunden. Das gab der Konzern auf seiner Web-Seite bekannt. Es handle sich um Ravioli und Tortellini der Marke Buitoni.

Die Gerichte seien aus Rindfleisch der Firma Schypke hergestellt worden, von einem deutschen Zulieferer. Der Anteil an Pferdefleisch habe bei mehr als einem Prozent gelegen. Ab dieser Marke gilt ein Produkt als Fälschung.

Nestlé nahm die Produkte in Italien und Spanien vom Markt. In Frankreich stoppte Nestlé den Verkauf von Tiefkühlgerichten mit der Bezeichnung "Lasagne à la Bolognese". Der Konzern betonte, dass kein Sicherheitsrisiko bestehe. Alle Fertiggerichte würden durch garantiert zu 100 Prozent aus Rindfleisch bestehende Produkte ersetzt.

Damit erreicht der Pferdefleisch-Skandal vollends den weltgrößten Lebensmittelkonzern. Bereits zuvor war bekanntgeworden, dass die Marke Findus früher einmal zu Nestlé gehört hatte. In Tiefkühlgerichten von Findus war Pferdefleisch entdeckt worden. Nestlé hatte seine Beteiligungen an Findus aber bereits 2000 an eine Investorengruppe verkauft. Nur noch in der Schweiz hält der Konzern Anteile.

Der Discounter Lidl fand derweil noch mehr Fertiggerichte mit Pferdefleisch in seinem Sortiment. Der Verkauf von drei weiteren Produkten sei gestoppt worden, teilte das Unternehmen mit. Bereits in der vergangenen Woche hatte der Discounter das Produkt "Tortelloni Rindfleisch" von der Gusto GmbH vom Markt genommen.

Nun sei Pferdefleisch auch in "Rinder-Gulasch" des Herstellers Dreistern sowie in "Ravioli in pikanter Sauce" von William Saurin und "Penne Bolognese" der Copack und Schröder KG festgestellt worden. Alle Produkte wurden einer Sprecherin zufolge in Deutschland verkauft. Die Anteile von Pferdefleisch entdeckte Lidl durch eigene Untersuchungen.

Produktübersicht

Unternehmen Produkt(e) Pferde-DNA?
Aldi Nord Gulasch, Sorte Rind, 540-g-Dose, Lieferant Omnimax
Pastagericht Penne Bolognese, 750 g, Lieferant Copack, Tiefgekühlt
nachgewiesen
Aldi Süd Gulasch, Sorte Rind, 540-g-Dose, Lieferant Omnimax
Ravioli Sorte Bolognese, 800-g-Dose, Lieferant BLM
nachgewiesen
Edeka Lasagne Bolognese, 400 g, Gut & Günstig, Tiefgekühlt nachgewiesen
Eismann Lasagne, Produkt-Nr. 7576 und 7285 nachgewiesen
Kaiser's Tengelmann Lasagne, A&P konkreter Verdacht
Lidl Tortellini, Sorte Rindlfeisch, Eigenmarke Combino
Rinder-Gulasch, Dreistern
Ravioli in pikanter Sauce, William Saurin
Penne Bolognese, Copack und Schröder KG
nachgewiesen
Metro Cash & Carry Lasagne Bolognese, Capri 400 g Verdacht
Real Lasagne Bolognese, TiP, 400 g, Tiefgekühlt nachgewiesen
Rewe Dortmund Tavola Lasagne Bolognese Verdacht
Rewe Group Lasagne Bolognese, gekühlt, Industriehersteller Tulip
Cannelloni Bolognese, gekühlt; Industriehersteller Tulip
Rewe Chili con Carne, 350 g (gekühlt); SGS Geniesser Service
Rewe Spaghetti Bolognese; 400 g (gekühlt), SGS Geniesser Service
Verdacht

ssu/dpa-AFX



Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 252 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
M. Michaelis 19.02.2013
1.
Was für ein Theater. Viel Lärm um fast nichts.
fiutare 19.02.2013
2. Kein Mitleid
Zitat von sysopDPANun ist auch der größte Lebensmittelkonzern der Welt vom Pferdefleisch-Skandal betroffen: Nestlé hat Spuren von Pferdefleisch in Tiefkühlprodukten gefunden und nimmt die Gerichte in Italien, Spanien und Frankreich vom Markt. Das Fleisch für die Waren stammte teils von einem deutschen Zulieferer. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/nestle-nimmt-fertiggerichte-in-italien-und-spanien-vom-markt-a-884163.html
Absolut kein Mitleid. Ich kann mir sogar eine gewisse Schadenfreude nicht verkneifen. Wer meint, sich für 1,99 Euro eine komplette Fertig- Mahlzeit kaufen zu müssen, hat es nicht anders verdient. Und bitte jetzt nicht wieder mit der Armutskeule kommen. Auf dem Wochenmarkt gibt es saisonales Gemüse (Wirsing!) für wenige Cent - aber da müsste man ja kochen. Jeder kriegt, was er verdient. Das war schon lange fällig.
guzzifred 19.02.2013
3. Mal wieder ein Skandal
Mit DNA test werden die Spuren entdeckt. Vielleicht sind die Testgeräte in einem Pferdestall gebaut worden... bei unserer pervertierten Aufzucht von Rindern kann durchaus Pferd im Zusatzfutter sein.. wer weiß wo das alles herkommt..
georgaugust 19.02.2013
4. Schweinefleisch und Anderes
Ich möchte gar nicht daran denken, welche Spezies da noch in der Nahrung gefunden werden.
Flugor 19.02.2013
5. Wer reitet so spät durch Nacht und Wind?
Es ist die Lasagne, ganz ohne Rind. (Frei nach "Der Erlkönig").
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.