Wirtschaft


Wachstumsziel erreicht: Schwellenländer kaufen bei Nestlé

Der weltgrößte Nahrungsmittelkonzern Nestlé wächst in den Schwellenländern rasant: Die Märkte in Asien, Lateinamerika und Osteuropa machen das schwache Geschäft in den Industrieländern mehr als wett - zudem kann Nestlé die Preise nach Belieben erhöhen.

Nescafé-Verkauf in China: Ungebremstes Wachstum in den SchwellenländernZur Großansicht
dapd

Nescafé-Verkauf in China: Ungebremstes Wachstum in den Schwellenländern

Zürich - Ob Maggi-Tütensuppen, Kitkat-Schokoriegel oder Nespresso-Kaffeekapseln - der weltgrößte Nahrungsmittelkonzern Nestlé hat nicht unbedingt die nahrhaftesten oder gesündesten Lebensmittel im Angebot. Der Verkauf aber legt stetig zu: Trotz des schwächelnden Europa-Geschäfts stieg der Umsatz im ersten Quartal um 4,6 Prozent auf fast 18 Milliarden Euro. Wachstumstreiber waren vor allem die Schwellenländer Asiens, Lateinamerikas und Osteuropas, in denen der Nestlé-Umsatz um 13 Prozent zulegte, während die Wachstumsrate in den Industrienationen bei drei Prozent stagnierte.

Nestlé Chart zeigen hat sich zudem vom scharfen Preiskampf der Branche entkoppelt: Im vergangenen Jahr konnte der Konzern die Preise um 4,4 Prozent erhöhen, was laut Analysten auf die starke Preismacht von Nestlé deutet. Allerdings wurde der positive Effekt durch den starken Franken mehr als wettgemacht.

Umsatzziel in Schwellenländern: 50 Prozent

Das Nahrungsmittelunternehmen hat für das erwartete Wachstum in Asien vorgesorgt und im vergangenen Jahr mehrere milliardenschwere Übernahmen in China abgeschlossen. So wurden im ersten Quartal erstmals die Umsätze der Süßwarenhersteller Hsu Fu Chi und des Getränkeproduzenten Yinlu in der Nestlé-Bilanz ausgewiesen. Der Zukauf etablierter Marken ist Teil von Nestlés Wachstumsstrategie in den Schwellenländern: Bis 2020 will der Konzern dort rund die Hälfte aller Umsätze erzielen, derzeit sind es rund vierzig Prozent.

Erfolgsgeschäft Kaffeekapseln

Zu den am schnellsten wachsenden Konzernmarken gehörten erneut die Nespresso-Kaffeekapseln. Die von Hollywoodstar George Clooney beworbenen farbigen Aluminiumkapseln legten gut zwanzig Prozent zu und dominieren damit den Markt - und das dürfte so bleiben. Die Europäische Patentorganisation (EPO) hatte am Donnerstag das Nestlé-Patent bestätigt. Es behält damit in 28 europäischen Ländern seine Gültigkeit behält. Geklagt hatten vier Unternehmen, die ähnliche Kapseln im Angebot haben.

Neben dem Kaffeegeschäft legten vor allem die Mineralwasserverkäufe von Nestlé-Marken wie S. Pellegrino, Perrier und Vittel zu - insgesamt wuchs das Wassergeschäft um acht Prozent. Auch der französische Konkurrent Danone Chart zeigen hatte zuletzt gute Geschäfte vor allem mit Mineralwasser in den Schwellenländern vermeldet.

Zu den Berichten, das Unternehmen stehe unmittelbar vor der Übernahme der Babynahrungssparte von Pfizer Chart zeigen, äußerte sich Nestlé nicht. Entsprechende Spekulationen hatten in jüngster Zeit für Unruhe in den Märkten gesorgt. Mit der auf bis zu zehn Milliarden Dollar geschätzten Übernahme könnte Nestlé seine Stellung auf dem Wachstumsmarkt China ausbauen und sein Geschäft mit Babymilch stärken, hieß es an der Börse.

nck/Reuters

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insgesamt 5 Beiträge
klaglos 20.04.2012
Toll!! Da werden die Menschen also auch dort bald in den Genuß westlicher Zivilisationskrankheiten wie Allergien, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes kommen! Am Nestleschem Unwesen wird die Welt (nicht)genesen!! Aber [...]
Zitat von sysopDer weltgrößte Nahrungsmittelkonzern Nestlé wächst in den Schwellenländern rasant: Die Märkte in Asien, Lateinamerika und Osteuropa machen das schwache Geschäft in den Industrieländern mehr als wett - zudem kann Nestlé die Preise nach Belieben erhöhen. Wachstumsziel erreicht: Schwellenländer kaufen bei Nestlé - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,828737,00.html)
Toll!! Da werden die Menschen also auch dort bald in den Genuß westlicher Zivilisationskrankheiten wie Allergien, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes kommen! Am Nestleschem Unwesen wird die Welt (nicht)genesen!! Aber die westliche Pharmaindustrie freut sich wenigstens darauf, dann kann auch dort, wo die Menschen heute noch halbwegs gesund sind, bald kräftig verdient werden. Guten Appetit!
henryb_de 20.04.2012
Wir schreien und schimpfen über Benzin(Diesel)preise. Auf so eine Meldung reagiert hier niemand! Wird bestimmt ne schöne Zeit, wenn 2 oder 3 Food-Giganten am Ziel ihrer Strategien sind, denn gegessen und getrunken wird immer. [...]
Zitat von sysopDer weltgrößte Nahrungsmittelkonzern Nestlé wächst in den Schwellenländern rasant: Die Märkte in Asien, Lateinamerika und Osteuropa machen das schwache Geschäft in den Industrieländern mehr als wett - zudem kann Nestlé die Preise nach Belieben erhöhen. Wachstumsziel erreicht: Schwellenländer kaufen bei Nestlé - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,828737,00.html)
Wir schreien und schimpfen über Benzin(Diesel)preise. Auf so eine Meldung reagiert hier niemand! Wird bestimmt ne schöne Zeit, wenn 2 oder 3 Food-Giganten am Ziel ihrer Strategien sind, denn gegessen und getrunken wird immer. Nestle z.B. sieht ein Ziel in der Vermarktung von Wasser als Wirtschaftsgut. Aber solange im Supermarkt genug für ganz wenig Geld zu bekommen ist, gibt es ja keinen Grund zum "Aufschreien". Viele Grüße
Stelzi 20.04.2012
Wer nicht selber kochen kann, der kauft eben bei Nestlé, Kraft, Mars usw! Da müsst ihr jetzt kein Fass voller Empörung aufmachen. Viel schlimmer ist es, wenn uns Firmen wie Monsanto ihren nicht gründlich genug erforschten [...]
Wer nicht selber kochen kann, der kauft eben bei Nestlé, Kraft, Mars usw! Da müsst ihr jetzt kein Fass voller Empörung aufmachen. Viel schlimmer ist es, wenn uns Firmen wie Monsanto ihren nicht gründlich genug erforschten genmanipulierten Dreck unterjubeln! Und wenn die chinesen nun lieber diesen Zucker-Fett-Mist fressen statt allerlei (auch bedrohte) Tierarten als Delikatesse ohne Not zu dezimieren, dann ist mir das sowas von egal, denn die Wertschöpfung kommt immerhin zum Teil hier an. Sie hätten es ja nicht nötig, sie könnten ja Lehren aus unserer Situation ziehen - alles ihre eigene Entscheidung.
Wololooo 20.04.2012
Ist doch wunderbar. Dann können sich die Nestle-Mitarbeiter in China, Brasilien und Indien ja wieder als Krankenschwestern und Ärzte verkleiden und so die Mütter in die Abhängigkeit von teurem Milchpulver treiben, mit der Folge, [...]
Ist doch wunderbar. Dann können sich die Nestle-Mitarbeiter in China, Brasilien und Indien ja wieder als Krankenschwestern und Ärzte verkleiden und so die Mütter in die Abhängigkeit von teurem Milchpulver treiben, mit der Folge, dass tausende Babys sterben. Nestlé tötet Babies (http://de.wikipedia.org/wiki/Nestl%C3%A9_t%C3%B6tet_Babies) Wobei in China sollte man damit vorsichtig sein, die sind bei Milchpulver sehr empfindlich. China: Urteile im Milchpulver-Skandal - Gericht verhängt Todesstrafe - Panorama - sueddeutsche.de (http://www.sueddeutsche.de/panorama/china-urteile-im-milchpulver-skandal-gericht-verhaengt-todesstrafe-1.473567) Wobei man manchen Managern ein solches Urteilt durchaus wünscht.
Aquilina 20.04.2012
ja genau, und weil alle Inhaltsstoffe des Fertigfrasses mitsamt ihren Folgeschäden auf den Plastik- und Alu-Verpackungen aufgelistet sind, sind alle Nichtköche bestens aufgeklärt, was sie sich damit antun. Geheult wird dann, [...]
Zitat von StelziWer nicht selber kochen kann, der kauft eben bei Nestlé, Kraft, Mars usw! Da müsst ihr jetzt kein Fass voller Empörung aufmachen. Viel schlimmer ist es, wenn uns Firmen wie Monsanto ihren nicht gründlich genug erforschten genmanipulierten Dreck unterjubeln! Und wenn die chinesen nun lieber diesen Zucker-Fett-Mist fressen statt allerlei (auch bedrohte) Tierarten als Delikatesse ohne Not zu dezimieren, dann ist mir das sowas von egal, denn die Wertschöpfung kommt immerhin zum Teil hier an. Sie hätten es ja nicht nötig, sie könnten ja Lehren aus unserer Situation ziehen - alles ihre eigene Entscheidung.
ja genau, und weil alle Inhaltsstoffe des Fertigfrasses mitsamt ihren Folgeschäden auf den Plastik- und Alu-Verpackungen aufgelistet sind, sind alle Nichtköche bestens aufgeklärt, was sie sich damit antun. Geheult wird dann, wenn alle Wasservorkommen der Erde fest in Nestlés Hand sind und keiner sich mehr Gedanken machen muss, dass Wasser eigentlich ein Grundnahrungsmittel ist, dass allen Menschen frei zugänglich sein sollte, weil nur noch die ihren Durst löschen werden, die es sich leisten können. Die es nicht bezahlen können, sind ja dann per Nestlé-Evolution weg.
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  • Freitag, 20.04.2012 – 12:23 Uhr
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