Angebliche Bleivergiftung Nestlé wehrt sich gegen Nudel-Verbot in Indien

Der indische Markt für Fertignudeln wird vom Lebensmittelkonzern Nestlé beherrscht. Nun aber wurde der Verkauf von Maggi-Nudeln untersagt, die mit Blei belastet sein sollen. Nestlé geht gerichtlich gegen das Verbot vor.

Protest gegen Maggi-Nudeln in Bhopal: Größter Skandal seit zehn Jahren?
DPA

Protest gegen Maggi-Nudeln in Bhopal: Größter Skandal seit zehn Jahren?


Der Schweizer Lebensmittelkonzern Nestlé Chart zeigen wehrt sich juristisch gegen ein Verkaufsverbot von Maggi-Nudeln in Indien. Tests der staatlichen indischen Lebensmittelaufsicht hatten im vergangenen Monat zu hohe Bleiwerte ergeben. Das daraufhin erlassene Verbot sollten jetzt Richter in Mumbai überprüfen, teilte Nestlé mit. Bei eigenen Tests seien alle vorgegebenen Werte eingehalten worden.

Indien ist einer der größten Märkte der Welt für Instantnudeln. Laut dem Marktforschungsinstitut Euromonitor International hat Nestlé dort einen Marktanteil von fast zwei Dritteln. Die Nudeln machen zwar nur einen Bruchteil des Konzernumsatzes von umgerechnet 87 Milliarden Euro aus. Doch durch den möglicherweise größten Lebensmittelskandal in Indien seit fast einem Jahrzehnt droht Nestlé ein Imageschaden.

Die angebliche Verunreinigung rief auch in den USA die Behörden auf den Plan. Die für die Sicherheit von Lebens- und Arzneimitteln zuständige FDA habe Proben der Maggi-Fertignudeln genommen, teilte eine Sprecherin des weltgrößten Lebensmittelproduzenten mit. Es handle sich um in Indien hergestellte Nudeln, die von Dritten importiert wurden. Nestlé selbst vertreibe Maggi-Nudeln in den USA nicht. "Wir haben die Importeure ersucht, uns das Ergebnis der FDA-Tests mitzuteilen."

In Singapur wurden die aus Indien importierten Maggi-Nudeln von den Behörden für unbedenklich erklärt. Der asiatische Stadtstaat gehört zu den Ländern mit den strengsten Hygienevorschriften.

dab/dpa/Reuters

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 26 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
kuac 11.06.2015
1.
Nestle könnte jetzt von der Indischen Regierung Schadenersatz verlangen, wenn es ein TTIP zwischen den beiden Ländern gäbe.
schlawiano 11.06.2015
2.
In Fernost wird von Cremes bis hin zu Baby-Nahrung alles nachgemacht. Würde mich nicht wundern, wenn ...
felisconcolor 11.06.2015
3. OKay
man kann ja nun von Nestlé halten was man will. Aber Indien versucht schon öfter mal ausländische Konzern aus dem Markt und aus dem Land zu ekeln.
a.b. surd 11.06.2015
4. Nestlé ...
= politisch geschützte lebensmitteltechnologische *Mafia* Interessanter links allgemein zu Lebensmittelmafia; http://www.veoh.com/watch/v20948094W8NPeqE3?h1=Food+INC.+-+Was+essen+wir+wirklich?
Byrne 11.06.2015
5. Irrtum
Zitat von kuacNestle könnte jetzt von der Indischen Regierung Schadenersatz verlangen, wenn es ein TTIP zwischen den beiden Ländern gäbe.
Da liegen Sie gründlich falsch. Nestle könnte sowieso nur dann Schadensersatz verlangen, wenn Nestle nachweisen könnte, dass die Behörden bewusst falsche Angaben über Bleigehalte in den Nudeln gemacht hätten. Und zwar mit und ohne TTIP. Mit TTIP wäre es dann allerdings leichter für Nestle. Und eine Schadensersatzforderung wäre in dem angenommenen Fall bewusst falscher Angaben auch nur recht und billig.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.