Streamingdienst Weltweit zahlen 139 Millionen Menschen für Netflix

Dank Filmhits wie "Bird Box" wächst Netflix weiter: Für die letzten drei Monate des vergangenen Jahres verbuchte der Streamingdienst 8,84 Millionen Neukunden. Bei Anlegern kamen die Zahlen allerdings zunächst nicht gut an.

Netflix-Büro in Hollywood
REUTERS

Netflix-Büro in Hollywood


Der Online-Videodienst Netflix hat zum Jahresende weiter ein starkes Wachstum verzeichnet: Weltweit wurden in den drei Monaten bis Ende Dezember 2018 unterm Strich 8,84 Millionen neue Bezahl-Abos verbucht, wie das Unternehmen am Donnerstag nach US-Börsenschluss mitteilte.

Im US-Heimatmarkt kamen demnach 1,5 Millionen neue Kunden hinzu, international 7,3 Millionen. Insgesamt habe es das Unternehmen zum Jahresende auf gut 139 Millionen bezahlte Mitgliedschaften gebracht.

Als Grund gelten unter anderem Filmhits wie "Bird Box": Der Thriller mit Sandra Bullock unter der Regie von Susanne Bier ist seit dem 21. Dezember bei Netflix abrufbar. Dem Unternehmen zufolge wurde er allein in den ersten sieben Tagen von mehr als 45 Millionen Nutzerkonten aufgerufen; in den ersten vier Wochen werden es laut Netflix rund 80 Millionen Nutzerkonten sein.

Video: Netflix warnt vor "Bird Box-Challenge"

"Bird Box" war 2018 einer von rund 70 Spielfilmen, die Netflix seinen Nutzern exklusiv präsentierte, dazu gehörten auch "Dumplin'" mit Jennifer Aniston oder "Roma". Der Film des mexikanischen Regisseurs Alfonso Cuarón wurde bei den Golden Globes als bester nicht-englischsprachiger Film und für die beste Regie ausgezeichnet. Derzeit investiert Netflix offenbar Millionen in die Oscar-Kampagne für "Roma".

Anleger zeigen sich enttäuscht

Seine Erlöse steigerte Netflix Chart zeigen im Schlussquartal verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um mehr als ein Viertel auf knapp 4,2 Milliarden Dollar. Das Unternehmen blieb damit aber leicht unter den Erwartungen der Wall Street.

Der Gewinn sank zwar um 28 Prozent auf 134 Millionen Dollar (umgerechnet etwa 118 Millionen Euro), übertraf damit jedoch die Prognosen.

Bei Anlegern kamen die Zahlen zunächst nicht gut an - die Aktie geriet nachbörslich in einer ersten Reaktion deutlich ins Minus. Der Kurs hatte zuvor aber auch kräftig zugelegt, zuletzt gab eine Preiserhöhung in den USA Auftrieb.

aar/dpa



insgesamt 6 Beiträge
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Seite 1
uhrentoaster 18.01.2019
1. Freizeitverhalten
Warum man für Netflix Geld bezahlt, kann ich nicht nachvollziehen. Seine Freizeit kann man doch wesentlich kreativer nutzen, als sich von Filmen berieseln zu lassen. Wenn ich Netflix wäre, würde ich die Preise immer wieder ein Stückchen anheben. Die Nutzer werden trotzdem artig zahlen.
so-long 18.01.2019
2. Wie lange
wird das noch gutgehen? NFLX schreibt rote Zahlen, selbst ich kenne einige, die seit langem auf der Schiene „Probeabo“ für gratis fahren, also Nutzerzahlen anheben, ohne zu zahlen. Ich frage mich oft, wann (zB) Dysney den Laden planiert? Die haben genug Geld und -vor allen Dingen- Inhalt (Neudeutsch: Content). Und die Technik für das Streamen ist kein Geheimnis.
a-cologne 18.01.2019
3.
Zitat von so-longwird das noch gutgehen? NFLX schreibt rote Zahlen, selbst ich kenne einige, die seit langem auf der Schiene „Probeabo“ für gratis fahren, also Nutzerzahlen anheben, ohne zu zahlen. Ich frage mich oft, wann (zB) Dysney den Laden planiert? Die haben genug Geld und -vor allen Dingen- Inhalt (Neudeutsch: Content). Und die Technik für das Streamen ist kein Geheimnis.
Also spricht man neuerdings von roten Zahlen bei einem Gewinn von über 100 Millionen Euro? Interessant. Wusste ich nicht. Ich gehöre übrigens zu den Abonnenten des Streaming-Dienstes, da ich dem Grundprinzip folge, dass man für Leistungen, die man in Anspruch nimmt auch zahlen sollte. Gefällt mir das Angebot nicht mehr, dann kündige ich eben.
Martuk 18.01.2019
4.
Und wann bekommt ihr das hin? Netflix bietet Eigenproduktionen und Produktionen Anderer für 7,99 Euro pro Monat. Spiegel.de möchte 19,99 Euro pro Monat nur für die Eigenproduktionen. - Und kommt ihr mit eurer Abonnentenzahl in die Nähe von Netflix (Deutschland)? Lasst mich raten: Nein? Bei Musik sieht es nicht anders aus. Die Branche hat es nach ewiger Zeit auch gelernt, es betreibt nicht jedes Label einen extra Streamingdienst für 20 Euro im Monat, sondern für 7,99 bis 9,99 bekommt man praktisch alles. Nur eine Medienbranche hat es noch nicht gelernt. Welche könnte das nur sein?
MartinS. 18.01.2019
5. ...
Zitat von so-longwird das noch gutgehen? NFLX schreibt rote Zahlen, selbst ich kenne einige, die seit langem auf der Schiene „Probeabo“ für gratis fahren, also Nutzerzahlen anheben, ohne zu zahlen. Ich frage mich oft, wann (zB) Dysney den Laden planiert? Die haben genug Geld und -vor allen Dingen- Inhalt (Neudeutsch: Content). Und die Technik für das Streamen ist kein Geheimnis.
Wie bitte kommen sie denn zu dieser Aussage? Wenn im Artikel steht, dass Netflix bei 4,2 Milliarden Umsatz im Endeffekt einen Gewinn von 134 Millionen übrigbehält, dann deckt sich das nicht wirklich mit ihrer Aussage von "Netflix schreibt rote Zahlen". Ja, der Gewinn ist zurückgegangen, aber weniger stark, als eigentlich erwartet... und noch dazu trägt die Preiserhöhung in den USA wohl auch dazu bei, die Gesamtbilanz langfristig eher zu stabilisieren. Disney hat deutlich weniger Inhalt zu bieten, als Netflix. So sehr können sie die Marvel-Kuh gar nicht melken. Derzeit sinds bei Netflix irgendwas um die 700 Serienstaffeln aus Eigenproduktion, die sie in ihrem Programm haben. Alleine in 2018 wurden 80 Originalfilme produziert. Gerade Content ist das große Plus, das Netflix anzubieten hat. Durch die Disney-Übernahme von Marvel werden sie da zukünftig zwar einiges von verlieren (wobei ich gar nicht sicher bin, ob Disney da im Nachhinein noch die Rechte an bereits produzierten Serien wie Luke Cage und Jessica Jones wieder einstreichen kann), aber das ist nichtmal wirklich die Riege der Eigenproduktionen. Alles in allem bin ich nicht wirklich sicher, ob Disney da mal so einfach den Laden planieren kann. Da müssten sie tatsächlich eine "feindliche Übernahme" starten, also den Aktionären anbieten ihnen ihre Anteile über Börsenwert abzukaufen. Das kostet wirklich Asche und macht nur Sinn, wenn sie den Dienst im Anschluss wirklich übernehmen und weiterbetreiben wollen. Aber über Content das Geschäft platt machen - da hat Disney meiner Einschätzung nach gar nicht den Hebel zu.
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