Streamingdienst Netflix meldet überraschend viele Neukunden

Netflix investiert massiv in exklusive Inhalte, um neue Nutzer anzulocken und bestehende Kunden zu halten. Offenbar mit Erfolg: Allein in den vergangenen drei Monaten kamen knapp sieben Millionen Neukunden hinzu.

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Mit milliardenschweren Investitionen in Eigenproduktionen hat Netflix mehr neue Kunden angelockt als von Experten erwartet. In den Monaten Juli bis September gewann der Streamingdienst knapp sieben Millionen neue Kunden, wie der US-Konzern am Dienstag nach US-Börsenschluss mitteilte. Dies waren etwa 1,8 Millionen mehr als von Analysten erwartet.

Von den neuen Nutzern kamen knapp 1,1 Millionen aus dem Heimatmarkt und fast 5,9 Millionen aus anderen Ländern. Insgesamt hat Netflix jetzt 130,4 Millionen zahlende Kunden und fast sieben Millionen Nutzer, die noch in der Probezeit sind.

Die aktuellen Zahlen überzeugten auch die Anleger, die sich im vorangegangenen Quartal noch enttäuscht gezeigt hatten: Im nachbörslichen Handel stieg die Netflix-Aktie um 14 Prozent.

Der Nettogewinn des Unternehmen stieg im dritten Quartal auf 402,8 Millionen Dollar; im Vorjahreszeitraum waren es noch 129,6 Millionen Dollar gewesen. Der Umsatz lag im dritten Quartal 2018 mit knapp vier Milliarden Dollar im Rahmen der Expertenerwartungen.

Netflix investiert in diesem Jahr mehr als acht Milliarden Dollar in Fernsehserien und Filme, um Kunden anzulocken. Im dritten Quartal bot es die bislang größte Auswahl an Eigenproduktionen an. Dazu zählen neue Staffeln von "Orange is the New Black" und "BoJack Horseman". Im abgelaufenen Quartal zeigte Netflix seinen US-Kunden Analystenberechnungen zufolge 676 Stunden mehr Eigenproduktionen - ein Anstieg im Vergleich zum Vorjahr von 135 Prozent.

Für das laufende Quartal rechnet das Unternehmen mit 1,8 Millionen neuen Kunden in den USA und 7,6 Millionen Neu-Abonnenten in anderen Ländern.

aar/dpa

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Der Name 17.10.2018
1. Weiter so!
Auch die ältere Genereation ( z.B. Meine Großeltern) haben ein großes Interesse an Netflix. Für gute Inhalte( Filme, Serien etc.) sind sie selbstverständlich bereit zu bezahlen.
july1969 17.10.2018
2.
Also ich nutze netflix jetzt seit einigen Jahren. Was mich allerdings in letzter Zeit stört, daß die Eigenproduktionen mir immer mehr für Fernsehpreise/Filmpreise produziert scheinen als für die Unterhaltung der Zuschauer. Die sind teilweise so anstrengend zu schauen, daß es nicht mehr schön ist. Beispiele: Ozark, The OA, Innocents. Mag sein, daß das für Fans der Serien höchst anspruchvolles Qualitätskino ist, bei mir führt es eher dazu, daß ich mein Abo über kurz oder lang beenden werde.
RaKader 17.10.2018
3. Masse statt Klasse
Ich habe diesen Monat meinen Account gekündigt. Dafür gibt es fünf Gründe: 1. Filme sind derart B- und C-Movie und altbacken – das bekommt man bei anderen Anbietern auch oder für lau. 2. Viele lieblos heruntergerehte Serien mit schlechten Schauspielern verdecken die Sicht auf die Perlen. Masse statt Klasse - andere Anbieter haben ein ausgewogeneres Angebot 3. Netflix wendet sich an ein globales Publikum und ignoriert regionale Sehgewohnheiten. Die Folge: Sehr viel asiatischer Martial-Arts-Kitsch und Ähnliche, als ob das Gros des Publikums Comic-Fanboys wären. Der Versuch Sehgwohnheiten aus betriebswirtschaftlichen Gründen auf ein weltweites Durchschnittsniveau zu trimmen, ist offensichtlich. Ich mag kein Disney und kein Marvel. 4. Netflix lockt sein Publikum mit einigen hochklassigen Serien – und lässt es dann mit riesigen Unterbrechungen verhungern. Auch das ist betriebswirtschaftlich einleuchtend. Ein Beispiel ist Stranger Things. Andere Anbieter überziehen weniger. 5. Die Empfehlungen und Filter sind unübersichtlich, die Informationen dürftig, User-Interaktion und Eingrenzung ist ein Ding der Unmöglichkeit. Eine gute Serie zu finden erfordert einiges an Recherche. Die Algorithmen sind zu weit geschnitten. Ich reaktiviere meinen Account, wenn es mal wieder eine gute Serie gibt. Da verhält sich - derzeit - zumindest Netflix fair. Perlenlesen zwischen all dem Strandgut ist aber nicht mein Ding.
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