Quartalszahlen Netflix lässt Anleger zugreifen

Netflix hat dank seiner Serien und Filme erneut viele Kunden gewonnen. Zu Jahresbeginn übertraf der Videostreamingdienst auch bei Umsatz und Gewinn die Erwartungen. Die Aktie legte darauf kräftig zu.

Netflix-Logo auf einer Fernbedienung
REUTERS

Netflix-Logo auf einer Fernbedienung


Der Videostreaminganbieter Netflix setzt sein rasantes Wachstum ungebremst fort. Im ersten Quartal sind sowohl die Nutzerzahlen als auch Umsatz und Gewinn stärker gestiegen, als Beobachter erwartet hatten.

Netflix ist mit Produktionen wie "House of Cards" und "Orange is the new black" bekannt geworden. Inzwischen hat das Unternehmen Dutzende Serien entwickelt, die viele Kunden anlocken.

Insgesamt gewann Netflix im Berichtszeitraum 7,4 Millionen Kunden dazu, davon 5,5 Millionen außerhalb des US-Heimatmarktes, teilte das Unternehmen am Montag nach US-Börsenschluss mit.

Damit brachte es der Videostreaming-Marktführer Ende März insgesamt auf 125 Millionen Nutzer, davon knapp 119 Millionen zahlende Kunden. Die Aktie legte nachbörslich zunächst um mehr als sieben Prozent zu. Damit ist der Kurs seit Jahresbeginn schon um mehr als 60 Prozent gestiegen. Netflix kommt nun auf eine Marktkapitalisierung von 134 Milliarden Dollar.

Hohe Investitionen geplant

Zu Jahresbeginn stieg der Überschuss verglichen mit dem Vorjahreszeitraum von 178 Millionen auf 290 Millionen Dollar. Die Erlöse legten um gut 40 Prozent auf 3,7 Milliarden Dollar zu.

Auch der mit Spannung erwartete Geschäftsausblick kam am Markt gut an. Im laufenden Vierteljahr will Netflix den Umsatz um 41 Prozent und die Gesamtzahl seiner Nutzer auf mehr als 131 Millionen ausbauen.

"Wir haben große Pläne für den Ausbau unseres Angebots", kündigte Firmenchef Reed Hastings an. Allein im laufenden Jahr will Netflix acht Milliarden Dollar in Fernsehserien und Filme investieren. Das Unternehmen hatte deshalb Anfang Oktober Preiserhöhungen in den Vereinigten Staaten und Teilen Europas angekündigt.

Auch die Nachzügler auf dem Markt wie Amazon und Apple produzieren längst eigene Formate. Die exklusiven Inhalte binden Kunden und lassen sich später noch lizenzieren.

Streamingdienste setzen die traditionellen Unterhaltungskonzerne wie Walt Disney und Time Warner immer stärker unter Druck. Disney zog bereits Konsequenzen, plant ein eigenes Streamingangebot und zeigt ab dem kommenden Jahr keine neuen Disney-Filme mehr auf Netflix.

brt/dpa/Reuters/AFP

insgesamt 2 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Bueckstueck 17.04.2018
1. Vorhang auf für die Nörgler?
Ich bezahle seit Mitte 2016 und fand es damals (es war noch günstiger) trotz der überschaubaren Anzahl Eigenproduktionen welche meist auch nur im letzten Quartal des Jahres rauskamen, eine gute Investition, immerhin kann man ja auch nach Gusto viele Fremdproduktionen sehen wann man will. Doch mittlerweile explodiert der Ausstoss an guten Serien und Filmen geradezu und zwar nicht bloss nach Hollywood Machart, auch zahlreiche Originalproduktionen aus allen möglichen Ländern mit ihren eigenen Themen oder Stil werden von Netflix finanziert. Auch jetzt nach der Preiserhöhung finde ich das Gesamtpaket den monatlichen Obolus wert - dieses Jahr soll ja nochmals kräftig nachgelegt werden. Gefällt mir! Ich hoffe nur, dass es nicht irgendwann heisst man müsse extra bezahlen wenn man Film XY sofort und nicht erst in einem Monat sehen will. Oder ähnlichen Mumpitz den sich manche PayTV Sender erlauben.
erwin dunn 17.04.2018
2. Extreme Investionen, gut oder schlecht?
Als deutscher Investitions-Laie frage ich mich aber, wie so etwas funktionieren kann? Netflix ist laut vielen Berichten im Milliarden-Bereich massiv verschuldet und stand schon einige Male vor der Pleite. Es wird quasi kein Gewinn gemacht, es werden aber Kapazitäten und Kunden ausgebaut, aber alles auf Pump, Lizenzen, Server-Kapazitäten usw.. Ich nutze Netflix selbst und finde das Angebot toll, aber wie soll das dauerhaft funktionieren können? Anscheinend sind Online-Streaming Dienste nicht wirklich profitabel, auch Sky, die PREMIERE übernommen haben, dümpelt herum. Die Kosten für Server-Infrastruktur und den Rechten/Lizenzen übersteigen doch meist die Einnahmen, diese Dienste werden am Leben gehalten, weil sie anscheinend für den Unterhaltungssektor unabdingbar sind, aber keineswegs profitabel. Verstehe das also wirklich nicht.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.