Streamingdienst Netflix enttäuscht Erwartungen

Mehr Nutzer, mehr Umsatz, mehr Gewinn - und trotzdem sind die Anleger enttäuscht: Netflix ist im zweiten Quartal nicht so stark gewachsen wie erwartet. Die Aktie fiel nachbörslich um mehr als 14 Prozent.

Netflix-Büro in Hollywood
REUTERS

Netflix-Büro in Hollywood


Netflix hat seine Zahlen für das zweite Geschäftsquartal vorgestellt. Demnach konnte der Videostreamingdienst in seinem US-Heimatmarkt 670.000 neue Nutzer gewinnen, international waren es insgesamt 4,47 Millionen. Das teilte das Unternehmen am Montag nach US-Börsenschluss mit. Insgesamt brachte es Netflix demnach bis Ende Juni auf gut 130 Millionen Mitgliedschaften.

Analysten hatten für das zweite Quartal allerdings mit deutlich größerem Wachstum gerechnet: mit 1,2 Millionen Abonnenten in den USA und 4,97 Millionen weltweit. Auch Netflix selbst hatte mit deutlich mehr Wachstum gerechnet. "Wir hatten ein starkes, aber kein herausragendes Quartal", hieß es vom Unternehmen aus dem kalifornischen Los Gatos.

Auch der Umsatz blieb trotz eines 40-prozentigen Anstiegs im Jahresvergleich auf 3,91 Milliarden Dollar unter den Prognosen. Obwohl der Gewinn von 65,6 Millionen auf 384,3 Millionen Dollar (328 Millionen Euro) wuchs, war die Enttäuschung an der Wall Street groß. Die Aktie fiel nachbörslich zunächst um mehr als 14 Prozent. Allerdings hatte sich der Kurs seit Jahresbeginn auch schon mehr als verdoppelt.

In den vorherigen Quartalen hatte Netflix Chart zeigen mit seinem Wachstum Konkurrenten wie Amazon, Apple und Hulu in den Schatten gestellt. Vor allem die Eigenproduktionen lockten Kunden an. Netflix ist mit Produktionen wie "House of Cards" und "Orange Is the New Black" bekannt geworden. Inzwischen hat das Unternehmen Dutzende Serien entwickelt und fügt kontinuierlich Neues hinzu.

Allein im laufenden Jahr will Netflix acht Milliarden Dollar in Fernsehserien und Filme investieren. Auch die Nachzügler auf dem Markt wie Amazon und Apple produzieren längst eigene Formate.

aar/dpa/Reuters



insgesamt 13 Beiträge
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franxinatra 17.07.2018
1. Mal wieder: Gier frißt Hirn
Weil ihre Erwartungen nicht erfüllt wurden verliert die Anlage an Wert: so offenbart sich die Perversion des Systems am deutlichsten.
hachherje 17.07.2018
2. Allein die Beschreibung...
... mehr Kunden, mehr Umsatz, mehr Gewinn, aber hinter den Erwartungen geblieben... der Kurs der Aktie gab um 14 Prozent nach... zeigt die ganze Perversion der Auswüchse von Marktwirtschaft. Aber wer hinterfragt's schon? Hauptsache Wachstum, Wachstum, Wachstum, und alle machen mit.
max-mustermann 17.07.2018
3.
Zitat von franxinatraWeil ihre Erwartungen nicht erfüllt wurden verliert die Anlage an Wert: so offenbart sich die Perversion des Systems am deutlichsten.
Jup genau so ist es aber die Leute wollen es nun mal genau so haben, alternativlos sage ich nur. Und jeder der es wagt das zu kritisieren wird reflexartig als linker Spinner oder Kommunist beschimpft, von daher alles gut.
ympertrymon 17.07.2018
4. Krank ...
Der Gewinn verfünffacht sich und daraufhin fällt die Aktie um 14 Prozent wegen enttäuschter Erwartungen? Und Unternehmen ohne jede Substanz, die jahrelang nur Verluste machen, werden wie ein Schneeballsystem immer größer und ohne Ende gehypt auf Milliardenwerte? Das ist so krank ... es wird wirklich Zeit, dass der Börsen- und Finanzmarkt deutlich reguliert wird, denn diese Auswüchse gefährden die gesamte Wirtschaft. Reale Werte zählen anscheinend nicht mehr, aber irgendwann bricht dieses Kartenhaus zusammen.
vitalik 17.07.2018
5.
Es ist müssig immer wieder auf bestimmte Vorgänge innerhalb des Aktienhandels einzugehen. Auf den kurzen Abwärtstrend folgt ein steiler Aufwärtstrend, da viele dies als Zeichen zum Einstieg sehen werden. Wenn man die Aktienkurse beobachtet, dass findet man täglich solche Kandidaten, die einen Tag mit zweistelligen Punktbereich abstürzen, um einen Tag oder eine Woche später wieder zu steigen.
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