Streamingdienst Netflix übertrifft Erwartungen, Börse reagiert begeistert

Die schnelle globale Expansion zahlt sich für Netflix offenbar aus: Im vergangenen Quartal gewann das US-Unternehmen deutlich mehr Kunden hinzu als erwartet.

Netflix-Logo auf einer Fernbedienung
REUTERS

Netflix-Logo auf einer Fernbedienung


Mit einem starken Nutzerwachstum im zweiten Quartal hat der Streamingdienst Netflix Chart zeigen die Erwartungen deutlich übertroffen. Das US-Unternehmen gewann von April bis Ende Juni 5,2 Millionen Abonnenten hinzu. Die Wall Street und Netflix selbst hatten mit einem Plus von etwas über drei Millionen gerechnet. Die Aktie sprang am Montag nachbörslich um mehr als zehn Prozent auf ein Rekordhoch von rund 179 Dollar.

Offenbar trägt auch die im vergangenen Jahr umgesetzte schnelle globale Expansion Früchte. International kamen über vier Millionen Kunden hinzu, statt der in Aussicht gestellten rund 2,6 Millionen. In den USA waren es rund eine Million Neukunden statt der erwarteten rund 600.000. Netflix produziert auch lokale Inhalte in verschiedenen Sprachen, die dann zudem weltweit vermarktet werden sollen. So soll Ende des Jahres die in Deutschland gedrehte Serie "Dark" starten. Konkurrent Amazon produzierte hier den Sechsteiler "You Are Wanted" mit Matthias Schweighöfer.

Insgesamt kommt Netflix nun auf knapp 104 Millionen Kunden, zum Ende des laufenden Quartals sollen es 108,35 Millionen sein. Die Kundenzahlen sind wichtig für den Streamingdienst, da sie die teuren exklusiven Produktionen wie "Stranger Things" oder "The Crown" rechtfertigen, mit denen sich Netflix von der Konkurrenz wie Amazon Video oder Maxdome in Deutschland unterscheiden will.

Der Konzernumsatz stieg im Jahresvergleich um fast ein Drittel auf knapp 2,8 Milliarden Dollar, der Gewinn von 41 auf 66 Millionen Dollar. Mit höheren Kundenzahlen und besseren Finanzen kann Netflix sich nun auch noch aggressiver auf die Jagd nach exklusiven Inhalten machen.

Netflix und Amazon haben bereits in der Vergangenheit die Preise für TV-Produktionen im Wettbewerb mit klassischen Fernsehsendern hochgetrieben. Zugleich hatte Netflix in einem Eingeständnis, dass nicht alle Konzepte beim Publikum erfolgreich sind, in den vergangenen Monaten teure und groß beworbene Serien von Hollywood-Regisseuren eingestellt: "The Get Down" von Baz Luhrmann und "Sense8" von den Wachowski-Schwestern.

max/dpa

insgesamt 7 Beiträge
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susuki 18.07.2017
1.
Stimmt, mich zum Beispiel, schon drei mal! Nur nutze ich und meine alter egos immer Gratisperjoden und "wir" kündigen immer rechtzeitig...
thorsten.munder 18.07.2017
2. Kein Wunder
Bei dem Müll der auf den Öffentlich Rechtlichen läuft kann man nur noch auf Amazon Prime Netflix usw. ausweichen !
ptb29 18.07.2017
3. Mit einem neuen Fernseher
bekommt man ein Gratis-Abo. Deswegen bin ich kein Kunde. Wenn es ans Bezahlen geht, ist der Boom vorbei.
return33 18.07.2017
4.
Ich bin ja nur froh dass es so Pfenningfuchser wie die beiden Vorposter gibt die sich damit brüsten dem Konzern n Schnippchen zu schlagen indem sie jeden Monat kündigen und neu anmelden um damit beeindruckende 9,99? im Monat zu sparen. wenn man dafür jedes mal ne neue eMail Adresse anlegen muss dann lohnt sich der Stress für das Vermögen natürlich erst recht. .... Das ist was man im Ausland typisch deutsch nennen würde oder?
toledo 18.07.2017
5. Ich verstehe
beim besten Willen nicht wieso eine Serie wie 'Stranger Things' als teuer und aufwändig beschrieben wird. Die Serie ist gut, unterhält spannend und ist sehenswert. Aber wo dieser extreme Aufwand liegt, erschließt sich mir nicht.
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