Hochsee-Windparks: Deutschland und Niederlande begraben Streit um Tennet

Bahn frei für die Hochsee-Windparks: Deutschland und die Niederlande haben sich auf einen Kompromiss geeinigt, der Milliardeninvestitionen für den Bau von Stromleitungen ermöglicht. Ohne das Abkommen wäre der Anschluss der Offshore-Anlagen ans deutsche Netz gefährdet.

Windpark-Bau von Siemens: Ärger mit Tennet Zur Großansicht
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Windpark-Bau von Siemens: Ärger mit Tennet

Den Haag - Deutschland und die Niederlande haben sich im Streit um den Stromnetzbetreiber Tennet geeinigt. Die niederländische Regierung lenkt ein - und erlaubt Tennet, sich für nötige Milliardeninvestitionen Unterstützung privater Investoren zu holen.

Das teilten die Wirtschaftsminister beider Länder nach einem Treffen in Den Haag am Donnerstag mit. "Wir haben heute einen Durchbruch erzielt", sagte Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP). "Der Weg für die Offshore-Windenergie ist frei."

Der niederländische Staatskonzern Tenet ist maßgeblich für die Anbindung der Offshore-Windparks in der deutschen Nordsee zuständig, nachdem er vor zwei Jahren einen Teil des deutschen Übertragungsnetzes von E.on gekauft hatte. Der E.on-Teil erstreckt sich vor allem entlang der Küsten, vor denen die Offshore-Anlagen stehen.

Den Verträgen zufolge wäre Tennet eigentlich verpflichtet, genehmigte Windparks in der Nordsee innerhalb von 30 Monaten an das deutsche Stromnetz anzuschließen. Doch die Anbindung von Hochsee-Windanlagen ans deutsche Stromnetz kostet Tennet rund 15 Milliarden Euro. Der niederländische Betreiber kann die Investitionen nicht aus eigenen Mitteln finanzieren. Damit kam der Anschluss der Offshore-Windparks ans Netz in Gefahr.

Mögliche Investoren stehen offenbar schon bereit. Nach Angaben aus Ministeriumskreisen handelt es sich um große institutionelle Anleger wie Versicherungen. Rösler äußerte Verständnis dafür, dass die niederländische Regierung Tennet nicht selbst unterstützt. Das sei angesichts der angespannten Haushaltslage schwierig, sagte er.

Noch in einem anderen Punkt geht es beim Ausbau der Offshore-Windenergie voran. Laut "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" kursiert bereits ein Entwurf zur Änderung des Energiewirtschaftsgesetzes, in dem es um die Haftung für Störungen bei der Netzanbindung der Offshore-Windkraftanlagen geht. Entschädigungen, die etwa von einem Netzbetreiber bezahlt werden müssten, wenn ein Park nicht rechtzeitig ans Netz kann, sollen über eine Umlage weitgehend auf den Verbraucher abgewälzt werden.

Die Energiewende würde dieses Gesetz beschleunigen. Für die Verbraucher bedeutet es weitere Kosten.

ssu/dpa/Reuters

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insgesamt 12 Beiträge
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1.
njamba 16.08.2012
Zitat von sysopBahn frei für die Hochsee-Windparks: Deutschland und die Niederlande haben sich auf einen Kompromiss geneigt, der Milliardeninvestitionen für den Bau von Stromleitungen ermöglicht. Ohne das Abkommen wäre der Anschluss der Offshore-Anlagen ans deutsche Netz gefährdet. Netzausbau: Deutschland und die Niederlande begraben Streit um Tennet - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,850500,00.html)
Wie wärs liebe Spiegel Journalisten wenn Sie die Artikeln vorher Korrekturlesen lassen würden?. Die Grammatik lässt wie zu wünschen Übrigen. z.B: Der niederländische Betreiber kann die Investitionen für die nicht aus eigenen Mitteln finanzieren. oder: Die Niederländische Regierung ein - und erlaubt Tennet..... . Als Ausländer, wie soll ich da noch die Leitkultursprache beherrschen.
2. wieso nicht die EZB ???
weltbetrachter 16.08.2012
Die EZB wäre doch der ideale Finanzierer. Da würde wenigstens mal Geld in sinnvolle Projekte gesteckt. Und bei diesen Krediten ist die Ausfallwahrscheinlichkeit um ein vielfaches geringer als das was die EZB derzeit alles so treibt !!!
3. Gute Idee!
verdun1916 16.08.2012
Zitat von njambaWie wärs liebe Spiegel Journalisten wenn Sie die Artikeln vorher Korrekturlesen lassen würden?. Die Grammatik lässt wie zu wünschen Übrigen. z.B: Der niederländische Betreiber kann die Investitionen für die nicht aus eigenen Mitteln finanzieren. oder: Die Niederländische Regierung ein - und erlaubt Tennet..... . Als Ausländer, wie soll ich da noch die Leitkultursprache beherrschen.
Gute Idee! Allerdings wäre es nicht ganz verkehrt, wenn Sie selbst sich auch noch mal jemanden besorgen, der bei Ihnen noch mal Korrektur liest... Der Bedarf ist ganz offensichtlich da! LOL!
4.
no-panic 17.08.2012
Zitat von verdun1916Noch in einem anderen Punkt geht es beim Ausbau der Offshore-Windenergie voran. Laut "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" kursiert bereits ein Entwurf zur Änderung des Energiewirtschaftsgesetzes, in dem es um die Haftung für Störungen bei der Netzanbindung der Offshore-Windkraftanlagen geht. Entschädigungen, die etwa von einem Netzbetreiber bezahlt werden müssten, wenn ein Park nicht rechtzeitig ans Netz kann, sollen über eine Umlage weitgehend auf den Verbraucher abgewälzt werden. Die Energiewende würde dieses Gesetz beschleunigen. Für die Verbraucher bedeutet es weitere Kosten.
Gute Nachrichten, erstmal. Aber wieder wird der Verlust sozialisiert, die Gewinne landen beim Betreiber! Warum soll der Verbraucher für Störungen bei der Netzanbindung bezahlen? Das sollte doch inzwischen geklärt sein, dass die Netzanbindung geregelt ist.
5. auf den Verbraucher abgewälzt werden
fragel 17.08.2012
und wer kommt dafür auf , falls diese Windanlagen durch Torpedos in die Luft gejagt werden ? Ich vermute das diese Anlagen für Anschläge ein ausgezeichnetes Ziel sind. Sollen das auch dir Verbraucher bezahlen ? Frage.: Ich will keinen Wind und Solarstrom da die Produktion Umweltschädlich ist, Ich nehme Stom auf Kraftwerken . Wer den Solarstrom und Windstrom will , der soll das auch bezahlen!!! Wasserkraftanlagen werden garnicht geplant , die sind zu billig , da kann nicht der Profit gemacht werden , wie bei Solar und Wind.
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