Strommarkt Noch mehr Unternehmen wollen keine Netzentgelte zahlen

Die Zahl der Firmen, die von Netzentgelten befreit werden wollen, ist erneut gestiegen. Das könnte andere Stromverbraucher bis zu 400 Millionen Euro kosten.

Strommasten in Nordrhein-Westfalen
DPA

Strommasten in Nordrhein-Westfalen


Die Zahl der Unternehmen, die keine Netzengelte für Strom zahlen, dürfte weiter steigen. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine schriftliche Frage der Grünen hervor, über die das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) berichtet.

Demnach galten im Jahr 2016 noch Ausnahmeregelungen für insgesamt 3673 Firmen. In diesem Jahr könnte die Zahl auf mehr als 4000 ansteigen. Bislang sind bei der zuständigen Bundesnetzagentur 289 neue Anträge auf Ausnahmen mit einem Stromvolumen von 6,6 Terrawattstunden eingegangen. Das Bundeswirtschaftsministerium geht dem Bericht zufolge aber davon aus, dass viele Anträge erst kurz vor Ablauf der Antragsfrist Ende September gestellt werden.

"Noch einmal etwa 200 bis 400 Millionen Euro an Netzentgelten müssen private und gewerbliche Stromverbraucher für schwarz-gelbe Geschenke an die Industrie zahlen", sagte der grüne Fraktionsvize Oliver Krischer dem RND. "Auf Druck der FDP wurden die Befreiungen 2011 eingeführt und ein SPD-Wirtschaftsminister hat nichts an diesen Industriegeschenken auf Kosten der Privatverbraucher geändert".

dab

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idee342 15.09.2017
1. Sockelbetrag?
Müssen die befreiten Unternehmen eigentlich einen Sockelbetrag für die Umlage zahlen? Ich meine wenn ich mich richtig erinnere von nicht. Zumindest das könnte man verlangen und somit einen Kompromiss zwischen Belastung und Befreiung einführen. Ansonsten ist es schon deprimierend, dass teilweise große Unternehmen nicht zahlen müssen aber der private Verbraucher immer dran ist, fördert nicht gerade meine Politikbegeisterung.
Mister Stone 15.09.2017
2.
Jetzt weiß der Lindner ja, was er zuerst durchsetzen muss.
tempus fugit 15.09.2017
3. Ergo zaheln Kleinverbraucher und Mittelstand....
...seit Jahren jährlich pi x Daumen so 6-8 Milliarden an die Netzbetreiber, die die 'Grosseverbraucher' nicht bezahlen - und jetzt noch paar 100 Millionen dazu. Geil... Nochwas - passt ja dann auch bestens zur FDP und deren Neukömmlinge: http://www.manager-magazin.de/politik/deutschland/a-874556.html 23.12.2012 Staat streicht Ausnahme Golfplätze müssen wieder mehr für Strom bezahlen oder hier...: http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/stromnetzgebuehren-energieriesen-muessen-kunden-milliarden-erstatten-a-676048.html Haben die gemusst? Nirgendswo was von gelesen - und die Netzbetreiber cashen jährlich rund 16 Milliarden Euro über die Stromrechnung, 25% davon... Was wurde zugebaut in den letzten 5 Jahren? weniger als 500 km? Im 1.800.000 km-langen Netz? Also bei Einnahmen von rund 80 Milliarden? Gehen Sie weiter, machen Sie Ihr Kreuzchen, an der Verarschung wird sich nichts ändern - auch in den nächsten 4 Jahren!....
bavariae 15.09.2017
4. es fehlt etwas
Im Artikel fehlt meiner Meinung nach ein Hinweis darauf, dass die Stromnetzentgeltverordnung, die die Netznutzungsentgelte betrifft, vom Oberlandesgericht Düsseldorf am 6. März 2013 hinsichtlich einer Befreiung von stromintensiven Unternehmen von den Netzkosten für nichtig befunden wurde. Weiterhin sollte erwähnt werden, dass seitens der EU-Wettbewerbskommission ein Verfahren eröffnet wurde usw (vgl. Wikipedia https://de.wikipedia.org/wiki/Stromnetzentgeltverordnung). Spon hat hier nur eine Meldung abgeschrieben, ohne weiter zu recherchieren. Wenn sich die Grünen schon sorgen darum machen, dass auf den privaten und gewerblichen Stromverbraucher hohe Kosten zukommen, dann sollte man aber folgendes nicht vergessen: Unter Rot-Grün wurde damals die Ökosteuer und EEG-Umlage eingeführt, die 2017 rund 47% des Preises für eine Kilowattstunde (kWh) ausmachen (6,88 Cent/kWh [EEG-Umlage] + 2,05 Cent/kWh [Stromsteuer] und darauf noch die Mehrwertsteuer = 9,69 Cent/kWh, vgl. http://www.energieverbraucher.de/de/steuern-auf-strom__1191/) und somit 47% der Stromrechnung jedes einzelnen Rot-Grün unter Schröder zu verdanken ist. Dabei hatte Rot-Grün auch schon für Betriebe mit hohem Stromverbrauch einen ermäßigten Steuersatz von 1,23 Cent/kWh zugelassen.
borelia 15.09.2017
5.
Zitat von bavariaeIm Artikel fehlt meiner Meinung nach ein Hinweis darauf, dass die Stromnetzentgeltverordnung, die die Netznutzungsentgelte betrifft, vom Oberlandesgericht Düsseldorf am 6. März 2013 hinsichtlich einer Befreiung von stromintensiven Unternehmen von den Netzkosten für nichtig befunden wurde. Weiterhin sollte erwähnt werden, dass seitens der EU-Wettbewerbskommission ein Verfahren eröffnet wurde usw (vgl. Wikipedia https://de.wikipedia.org/wiki/Stromnetzentgeltverordnung). Spon hat hier nur eine Meldung abgeschrieben, ohne weiter zu recherchieren. Wenn sich die Grünen schon sorgen darum machen, dass auf den privaten und gewerblichen Stromverbraucher hohe Kosten zukommen, dann sollte man aber folgendes nicht vergessen: Unter Rot-Grün wurde damals die Ökosteuer und EEG-Umlage eingeführt, die 2017 rund 47% des Preises für eine Kilowattstunde (kWh) ausmachen (6,88 Cent/kWh [EEG-Umlage] + 2,05 Cent/kWh [Stromsteuer] und darauf noch die Mehrwertsteuer = 9,69 Cent/kWh, vgl. http://www.energieverbraucher.de/de/steuern-auf-strom__1191/) und somit 47% der Stromrechnung jedes einzelnen Rot-Grün unter Schröder zu verdanken ist. Dabei hatte Rot-Grün auch schon für Betriebe mit hohem Stromverbrauch einen ermäßigten Steuersatz von 1,23 Cent/kWh zugelassen.
Danke für die sachliche Ergänzung zum Artikel. Das EEG ist schon eine sehr gute Idee, die übrignes zuerst den Einspeisevorrang und dann die Vergütung regelt. Aber statt es anzupassen, als es aus dem Ruder lief, versuchte die FDP genau das zu forcieren, m.E. mit der Absicht es dadurch zu kippen. Die Nettopreise für Strom sind seit Jahren extrem gesunken, der Endverbraucher merkt das nur durch die erhöhte Umlage. Wie idiotisch das System ist zeigt sich daran, das auch der Kleinerzeuger mit seiner PV Anlage für den selbst erzeugten Strom eine EEG - Umlage bezahlt. Obwohl er dadurch auch das Netz entlastet.
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