Stromnetzbetreiber 50Hertz Einstieg der Chinesen abgewehrt

Der chinesische Staatskonzern SGCC hatte bereits unterschrieben - nun kauft die deutsche KfW Anteile des Stromnetzbetreibers 50Hertz und verhindert die Übernahme. Wirtschaftsminister Altmaier dürfte erleichtert sein.

Mast einer Hochspannungsleitung
REUTERS

Mast einer Hochspannungsleitung


Der Einstieg des chinesischen Staatskonzerns SGCC beim deutschen Netzbetreiber 50Hertz ist gescheitert. Stattdessen kauft die deutsche Staatsbank KfW den 20-Prozent-Anteil.

Für SGCC war es bereits der zweite Versuch, sich über den Betreiber 50Hertz in das deutsche Stromnetz einzukaufen: Schon im März war eine Übernahme eines 20-Prozent-Anteils durch die Chinesen gescheitert. Damals hatte das belgische Unternehmen Elia seinen Anteil an 50Hertz von 60 auf 80 Prozent erhöht und den Einstieg von SGCC vereitelt.

Vor zwei Wochen machte der chinesische Staatskonzern eigenen Angaben zufolge ein weiteres Angebot von knapp einer Milliarde Euro für einen 20-Prozent-Anteil an 50Hertz. Ein Vertrag mit dem Besitzer, dem australischen Infrastrukturfonds IFM, soll bereits unterzeichnet worden sein. Tatsächlich zustande kam der Verkauf nicht, da die Elia-Gruppe als Mehrheitseignerin ihr Vorkaufsrecht geltend machte. Der Anteil sei anschließend sofort an die KfW weitergereicht worden, teilte das belgische Unternehmen mit.

Die Bundesregierung äußerte aus "sicherheitspolitischen Erwägungen ein hohes Interesse am Schutz kritischer Energie-Infrastrukturen". Bevölkerung und Wirtschaft erwarteten eine zuverlässige Energieversorgung. Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hatte den Einstieg eines Investors aus einem Nicht-EU-Land in die deutsche Netzinfrastruktur zuvor kritisch beurteilt. Das Ministerium sprach nun von einer Brückenlösung - die Anteile sollen "perspektivisch" von der KfW weiterveräußert werden.

50Hertz betreibt etwa 10.000 Kilometer Stromnetz im Norden und Osten Deutschlands, das mehr als 18 Millionen Menschen mit Strom versorgt. Die Übertragungsleitungen sind unter anderem wichtig für den Transport von Energie aus Windkraft.

ire/Reuters/dpa-AFXP



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