Neue Geldspritze US-Regierung stützt Freddie Mac schon mit 64 Milliarden Dollar

Freddie Mac ist ein Fass ohne Boden. Der US-Hypothekenanbieter benötigt fast zwei Milliarden Dollar zusätzlich. Damit summieren sich die Staatshilfen für das Pleite-Unternehmen auf gigantische 64 Milliarden Dollar.

Hausverkauf in den USA: Schuldner zahlen Raten wieder pünktlicher
REUTERS

Hausverkauf in den USA: Schuldner zahlen Raten wieder pünktlicher


McLean - Erst Fannie Mae, jetzt Freddie Mac: Auch der zweite große Hypothekenfinanzierer in den USA braucht weitere Hilfen vom Staat. Wie das Institut am Montag mitteilte, ist es auf zusätzliche 1,8 Milliarden Dollar angewiesen.

Verglichen mit früheren Finanzspritzen nimmt sich diese jedoch klein aus. Insgesamt steigt die Staatshilfe für das Unternehmen auf 64,1 Milliarden Dollar. Es ist eine der schwersten Lasten der Finanzkrise überhaupt.

Im zweiten Quartal wies Freddie Mac einen Verlust von sechs Milliarden Dollar aus - nach acht Milliarden Dollar in den ersten drei Monaten des Jahres. Im Vorjahreszeitraum fuhr das Institut ein Minus von 840 Millionen Dollar ein. Die Rückstellungen für faule Kredite gingen zwar zurück, weil die Schuldner ihre Raten wieder pünktlicher zahlen - ein weiteres Zeichen für eine Entspannung auf dem Häusermarkt. Doch hohe Spekulationsverluste machten die Verbesserung zunichte.

Unbegrenzte Kredite bis 2012

Fannie Mae hatte die Regierung vor wenigen Tagen um weitere Hilfen in Höhe von 1,5 Milliarden Dollar gebeten. Bei dem größeren Schwesterunternehmen von Freddie Mac belief sich der Fehlbetrag im zweiten Quartal auf 3,1 Milliarden Dollar.

Freddie Mac und Fannie Mae spielen für die Stabilisierung der US-Immobilienmärkte eine entscheidende Rolle. Sie stehen direkt oder indirekt hinter der Mehrzahl der Hypotheken des Landes.

Deshalb hatte die Regierung sie in den Turbulenzen des Jahres 2008 aufgefangen und gewährt ihnen unbegrenzt Kredit bis 2012. Auch darüber hinaus steht der Steuerzahler noch in begrenztem Umfang für die Verluste aus den Hypotheken gerade.

böl/Reuters/dpa-AFX



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