Neue Statistik Inflation frisst Lohnplus fast auf

Die Arbeitslosigkeit ist niedrig, die Wirtschaft klagt über Fachkräftemangel - und trotzdem wachsen die Reallöhne so langsam wie seit Jahren nicht. Nach Abzug der Inflation bleibt den Beschäftigten in Deutschland von Gehaltssteigerungen kaum etwas übrig.

Mitarbeiter eines Maschinenbauers: Den Beschäftigten bleibt immer weniger übrig
DPA

Mitarbeiter eines Maschinenbauers: Den Beschäftigten bleibt immer weniger übrig


Wiesbaden - Deutschlands Arbeitnehmer spüren die Geldentwertung immer stärker in ihren Portemonnaies. Die Reallöhne sind im dritten Quartal 2011 nur noch um 0,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gestiegen. Laut Statistischem Bundesamt, das die Zahlen am Donnerstag veröffentlichte, ist das der geringste Anstieg seit zwei Jahren.

Schuld an dem mauen Gehaltsplus ist die steigende Inflationsrate. So legten die Löhne zwar um rund 3,0 Prozent zu, allerdings kletterten im selben Zeitraum auch die Preise um 2,5 Prozent. Die Statistiker wiesen darauf hin, dass sich die Inflationsrate bereits im achten Quartal in Folge erhöhte, während die Löhne im Vergleich zu den beiden Vorquartalen deutlich schwächer anstiegen.

Die Verlierer sind jene Arbeitnehmer, deren Gehälter weniger stark gestiegen sind als die Preise: In der öffentlichen Verwaltung (plus 1,8 Prozent) und bei Lehrern (plus 1,1 Prozent) lag die durchschnittliche Lohnentwicklung deutlich unterhalb der Inflation. Auch Beschäftigte bei Banken und Versicherungen, im Gastgewerbe und im Handel mussten Reallohnverluste hinnehmen.

Das größte Plus gab es für Vollzeitbeschäftigte in der verarbeitenden Industrie, die 4,3 Prozent mehr bekamen als ein Jahr zuvor, aber auch im Bergbau und in vielen Dienstleistungsberufen lag der Gehaltsanstieg über der Inflation. Im Durchschnitt verdiente ein vollzeitbeschäftigter Arbeitnehmer in Deutschland im dritten Quartal 2011 ohne Sonderzahlungen 3322 Euro brutto im Monat.

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Schwache Lohnsteigerungen: Maues Jahrzehnt für Arbeitnehmer

nck/dpa/Reuters



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deus-Lo-vult 22.12.2011
1. ...
Zitat von sysopDie Arbeitslosigkeit ist niedrig, die Wirtschaft klagt über Fachkräftemangel - und trotzdem wachsen die Reallöhne so langsam wie seit Jahren nicht. Nach Abzug der Inflation bleibt den Beschäftigten in Deutschland von Gehaltssteigerungen kaum etwas übrig. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,805300,00.html
Ist hier, außer SPON, noch jemand, der davon überrascht ist, bzw. für den das eine neue Nachricht ist?
deckmantel 22.12.2011
2.
Zitat von sysopDie Arbeitslosigkeit ist niedrig, die Wirtschaft klagt über Fachkräftemangel - und trotzdem wachsen die Reallöhne so langsam wie seit Jahren nicht. Nach Abzug der Inflation bleibt den Beschäftigten in Deutschland von Gehaltssteigerungen kaum etwas übrig. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,805300,00.html
Vielen Dank Euro für deine niedrigen Infaltionsraten, die du uns ebscheret hast! Vlt. fällt dem neuen EZB-Präsident ein neuer nochmals "harmonisierter" Preisindex ein, um uns zu beweisen, dass der € viel besser als ist, als es die DM jemals war.
warndtbewohner 22.12.2011
3. Ach.......
Zitat von sysopDie Arbeitslosigkeit ist niedrig, die Wirtschaft klagt über Fachkräftemangel - und trotzdem wachsen die Reallöhne so langsam wie seit Jahren nicht. Nach Abzug der Inflation bleibt den Beschäftigten in Deutschland von Gehaltssteigerungen kaum etwas übrig. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,805300,00.html
das ist ja mal ganz was Neues. Für wie dumm haltet ihr die Leute? Glaubt ihr die merken das nicht selbst?
Ollie_ 22.12.2011
4. Gegen Titelzwang
Zitat von sysopDie Arbeitslosigkeit ist niedrig, die Wirtschaft klagt über Fachkräftemangel - und trotzdem wachsen die Reallöhne so langsam wie seit Jahren nicht. Nach Abzug der Inflation bleibt den Beschäftigten in Deutschland von Gehaltssteigerungen kaum etwas übrig. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,805300,00.html
Aha! Na sowas überraschendes. Das ist doch nun jedem seit Jahren klar, der eins und eins zusammenzählen kann. Warum muss SPON diese Leier gebetsmühlenhaft permanent wiederholen?
walter_e._kurtz 22.12.2011
5. Den Absatz find´ ich gut!
Zitat von sysopDie Arbeitslosigkeit ist niedrig, die Wirtschaft klagt über Fachkräftemangel - und trotzdem wachsen die Reallöhne so langsam wie seit Jahren nicht. Nach Abzug der Inflation bleibt den Beschäftigten in Deutschland von Gehaltssteigerungen kaum etwas übrig. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,805300,00.html
Er zeigt nämlich wunderbar, wie wir von Politik und Wirtschaft beschissen werden: Bei Mangel an Arbeitskräften müßten, nach den Gesetzmäßigkeiten der Marktwirtschaft, die Löhne förmlich explodieren. Irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, daß a) die AL-Statistiken ein einziger Fake und b) das Gejammere der Industrie nach "Fachkräften" in Wahrheit der Ruf nach noch billigeren Arbeitskräften, äh, Tagelöhnern ist.
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