Nürnberg - In den vergangenen zehn Jahren hat sich die Zahl befristeter Verträge bei Neueinstellungen von 32 auf 45 Prozent erhöht. Das geht aus einer neuen Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor.
In einer Antwort auf eine Anfrage der Grünen teilte das Nürnberger Institut mit, im Jahr 2011 seien insgesamt 2,7 Millionen Arbeitnehmer in befristeten Arbeitsverhältnissen beschäftigt gewesen. Das entspreche 7,6 Prozent aller Beschäftigten und bedeute einen neuen Höhepunkt.
Flexible Arbeitsverhältnisse würden zunehmend genutzt, um die Risiken einseitig auf die Arbeitnehmer abzuwälzen, sagte die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Grünen, Brigitte Pothmer, der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung". Die Politikerin fordert eine Verschärfung der Gesetzesvorgaben. So müsse die Regelung gestrichen werden, wonach eine Befristung auf maximal zwei Jahre "ohne Sachgrund" möglich ist.
Nach Angaben des IAB werden je nach Branche unterschiedlich häufig befristete Verträge abgeschlossen. Während im Wirtschaftszweig Information und Kommunikation nur 15 Prozent der Neueinstellungen befristet seien, seien es in der öffentlichen Verwaltung 68 Prozent.
Allgemein sind Frauen stärker als Männer betroffen: Dies liegt laut IAB vor allem daran, dass sie vorwiegend in Branchen arbeiten, in denen Befristungen besonders üblich sind.
stk/AFP
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