Hamburg - Die internationale Finanzkrise ist kaum überwunden, da steht laut Experten bereits die nächste bevor. Das berichtet das "Handelsblatt". Die Zeitung stützt sich auf eine Studie der Managementberatung Oliver Wyman. Demnach scheint eine neue Finanzkrise innerhalb der kommenden fünf Jahre "unausweichlich".
Laut der Studie lassen drei Faktoren die nächste Krise sehr wahrscheinlich erscheinen:
"Herdenverhalten verhindern"
Der aktuelle Stabilitätsreport des Internationalen Währungsfonds (IWF) stützt laut "Handelsblatt" die Aussagen der Studie. Dem IWF zufolge sind die Risiken einer neuen Krise immer noch sehr hoch, was insbesondere auf die Schuldenprobleme einiger Länder der Euro-Zone zurückzuführen sei. Ein Indikator dafür ist laut IWF die Höhe der Risikoaufschläge. Sie seien vor der jüngsten Irland-Krise noch höher gewesen als zu der Zeit, als Griechenlands Staatsbankrott befürchtet wurde. Kritik hatte der IWF an den Bemühungen der Staaten zur Finanzmarktregulierung geübt.
Die nächste Krise lässt sich laut Oliver Wyman zwar nicht verhindern, aber zumindest in ihrer Wirkung dämpfen. Dazu gibt die Managementberatung - sehr allgemein gehaltene - Empfehlungen für Banken und Aufsichtsbehörden. Finanzinstitute sollten demnach dafür sorgen, dass ihre Geschäftsstrategie und ihre Fähigkeit, Risiken auf sich zu nehmen, übereinstimmen. Besondere Vorsicht sollten Banken bei Investitionen in Unternehmen walten lassen, die verdächtig hohe Gewinne erzielen. Und außerdem legen die Autoren der Studie den Banken nahe, sich von der breiten Masse abzuheben. So sollten Führungsqualitäten entwickelt und gestärkt werden - um "Herdenverhalten zu verhindern".
Aufsichtsbehörden sollen der Studie zufolge zwar regulieren - aber dadurch nicht risikoreiche Aktivitäten in den Schattenbanksektor drängen. Zudem empfiehlt die Studie den Kontrolleuren, Banken und Versicherungen zu ermutigen, sich frühzeitig auf eine neue Krise vorzubereiten. Außerdem sollten Bereiche mit "außerordentlichen" Gewinnen genauer überwacht werden. Schließlich gelte es, Subventionen auf dem Finanzmarkt zu beseitigen, die Preisverzerrungen begünstigten.
Die Untersuchung wird am Mittwoch auf dem Weltwirtschaftsgipfel in Davos vorgestellt.
ulz
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Wirtschaft | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik Unternehmen & Märkte | RSS |
| alles zum Thema Finanzkrise ab 2007 | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH