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Neue Währungsstrategie: China startet Yuan-Tuning

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Exportweltmeister ist China bereits, jetzt will das Land die Bedeutung des Yuan global ausweiten. Die Volksrepublik hat eine Strategie entwickelt, den Dollar als Leitwährung abzulösen. Doch der Plan hat Tücken.

Yuan-Noten: Rasante Liberalisierung der Währung Zur Großansicht
REUTERS

Yuan-Noten: Rasante Liberalisierung der Währung

Hamburg - Es ist ein großes Ziel, das China verfolgt. Die Volksrepublik geht dabei in vielen kleinen Etappen vor. Der Paukenschlag soll ganz am Ende kommen: Der Yuan soll den Dollar als Leitwährung ablösen. Die Schritte dahin wirken oft unscheinbar. Doch es gibt einen Masterplan, den die chinesische Notenbank am Mittwoch vorgestellt hat.

Ein zentraler Bestandteil: Exporteure und Importeure sollen noch in diesem Jahr die Geschäfte mit ihren ausländischen Partnern in Yuan abrechnen können. De facto stärkt China damit die internationale Rolle seiner Währung. Es sollen mehr Geschäfte in der chinesischen Währung abgewickelt werden - und damit weniger in Dollar Chart zeigen. Langfristig will China den streng reglementierten Yuan schrittweise in eine frei konvertierbare Weltwährung aufbauen.

Bisher ist der Dollar als Leitwährung unumstritten. Die USA sind die Wirtschaftsmacht Nummer eins auf dem Weltmarkt. Doch die Machtverhältnisse verschieben sich gen Asien. Experten prognostizieren, dass die Volksrepublik den Vereinigten Staaten bis 2050 den Rang als größte Wirtschaftsmacht abläuft.

Schon jetzt sind die hochverschuldeten USA von China finanziell enorm abhängig. Washington hat in Peking Schulden in Höhe von 1,16 Billionen Dollar.

"Eine internationale Leitwährung bringt politische Macht mit sich", sagt Manfred Neumann von der Universität Bonn. Chinas Pläne seien eine Prestigefrage im politischen Machtkalkül. Doch ob Peking den Yuan tatsächlich als Leitwährung verankern kann, daran zweifelt der Währungsexperte.

Mit welcher Strategie will China seine Währung voranbringen? Welche Gefahren drohen der Volksrepublik? SPIEGEL ONLINE analysiert den Masterplan Pekings - und die Chancen, dass der Yuan den Dollar als Leitwährung ablöst.

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1. Yuan
Clawog 03.03.2011
Ob die Weltwirtschaft wirklich bereit ist, den Yuan als Reservewährung zu akzeptieren, bleibt abzuwarten. Da müssen aber die Konsumenten chinesischer Waren auch mitmachen. Nach den aggressiven Rohstoffkäufen, die bald unserer eigenen Wiretschaft fehlen werden, ist das gar nicht so sicher. Außerdem gibt es viele Anzeichen dafür, dass die Stabilität des Riesenreiches schlechter ist, als die der USA. Sollen wir, wegen der Billigwaren und Plagiaten den Yuan freudig annehmen? Dazu kommen die Cyberangriffe auf unsere Wirtschaft und Nationale Sicherheit, welche wir nicht noch unterstützen wollen. Also wir sollten den Denkern in Beijing erst einmal ihre Träume austräumen lassen.
2. Herr Neumann, s.Z. "Währungsexperte" dürfte da ziemlich
si_tacuisses 03.03.2011
Zitat von sysopExportweltmeister ist China bereits, jetzt*will*das Land*die Bedeutung des Yuan global ausweiten. Die Volksrepublik hat eine Strategie entwickelt, den Dollar als Leitwährung abzulösen.*Doch der Plan hat Tücken. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,748796,00.html
schief liegen. China hat bereits die mit Abstand grössten Devisenreserven der Welt. China ist der größte Goldaufkäufer der Welt neben Indien. China muss seine Dollar-Reserven unterbringen bevor der USD kollabiert. Den gedruckten Papierchen stehen längst keine Leistungsbilanz-Werte mehr gegenüber. China wird mit Sicherheit in absehbarer Zeit ( viel weniger als 10 Jahre ) die weltgrößte Wirtschaftsmacht sein. Rohstoffe und Öl werden in absehbarer Zeit nicht mehr in USD bezahlt werden können. China kann jeden Käufer zum Yuan zwingen. Wer soll denn die ganzen bankrotten Staaten mit ihrer Anleihen - Emissionen noch vor dem Ersaufen bewahren ? Wenn die gesammte produzierende Welt merkt, dass aufgrund chinesischer Billig-produktionen niemand im Westen mehr diese defizitären Industrien weiterentwickelt, ist China Monopolist. Wie schon heute in Spielzeug, Bekleidung, Elektronik, usw usw. Wir sollten uns von solchen Experten kein X für ein U vormachen lassen. Die haben seit 30 Jahren geschlafen und nichts daraus gelernt. Genausowenig wie die USA.
3. Das wars
artusdanielhoerfeld 03.03.2011
Ich lerne schon mal Chinesisch (oder heißt es "Sinologisch???), denn schaden kann es nicht, wenn meine Enkel dreisprachig (Deu-Eng-Chin) aufwachsen.
4. Dr.
Redigel 03.03.2011
Zitat von si_tacuissesschief liegen. China hat bereits die mit Abstand grössten Devisenreserven der Welt. China ist der größte Goldaufkäufer der Welt neben Indien. China muss seine Dollar-Reserven unterbringen bevor der USD kollabiert. Den gedruckten Papierchen stehen längst keine Leistungsbilanz-Werte mehr gegenüber. China wird mit Sicherheit in absehbarer Zeit ( viel weniger als 10 Jahre ) die weltgrößte Wirtschaftsmacht sein. Rohstoffe und Öl werden in absehbarer Zeit nicht mehr in USD bezahlt werden können. China kann jeden Käufer zum Yuan zwingen. Wer soll denn die ganzen bankrotten Staaten mit ihrer Anleihen - Emissionen noch vor dem Ersaufen bewahren ? Wenn die gesammte produzierende Welt merkt, dass aufgrund chinesischer Billig-produktionen niemand im Westen mehr diese defizitären Industrien weiterentwickelt, ist China Monopolist. Wie schon heute in Spielzeug, Bekleidung, Elektronik, usw usw. Wir sollten uns von solchen Experten kein X für ein U vormachen lassen. Die haben seit 30 Jahren geschlafen und nichts daraus gelernt. Genausowenig wie die USA.
Blödsinn... China produziert billigen Schrott. In der Forschung holen die defintiv nicht in 10 Jahren auf... soweit ich weiß sind die auch net mal im Ansatz an der Kernfusion dran. Sowas wie CERN oder LHC baut man nicht von heute auf morgen. Bei der ISS sind die Chinesen ebenfalls nicht dabei und hier werden keine Grundlagen der Avionik erforscht, die für Flugzeuge zb. dienlich sind (selbst das hat China im zivilen Bereich nicht wirklich bisher geschafft), sondern Detailarbeit. China wird noch mindestens 20 Jahre vom Westen abkupfern müssen...
5. Na dann
Holzhausbau 03.03.2011
Zitat von si_tacuissesschief liegen. China hat bereits die mit Abstand grössten Devisenreserven der Welt. China ist der größte Goldaufkäufer der Welt neben Indien. China muss seine Dollar-Reserven unterbringen bevor der USD kollabiert. Den gedruckten Papierchen stehen längst keine Leistungsbilanz-Werte mehr gegenüber. China wird mit Sicherheit in absehbarer Zeit ( viel weniger als 10 Jahre ) die weltgrößte Wirtschaftsmacht sein. Rohstoffe und Öl werden in absehbarer Zeit nicht mehr in USD bezahlt werden können. China kann jeden Käufer zum Yuan zwingen. Wer soll denn die ganzen bankrotten Staaten mit ihrer Anleihen - Emissionen noch vor dem Ersaufen bewahren ? Wenn die gesammte produzierende Welt merkt, dass aufgrund chinesischer Billig-produktionen niemand im Westen mehr diese defizitären Industrien weiterentwickelt, ist China Monopolist. Wie schon heute in Spielzeug, Bekleidung, Elektronik, usw usw. Wir sollten uns von solchen Experten kein X für ein U vormachen lassen. Die haben seit 30 Jahren geschlafen und nichts daraus gelernt. Genausowenig wie die USA.
Wenn der Dollar offiziell am Ende ist, dann ist auch der Zeitpunkt gekommen -auf Geheiß von Washington- den EURO-Stecker zu ziehen. Lang ist es also nicht mehr hin bis zum großen Crash.
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China: Der Staat auf dem Vormarsch
Weltkrieg der Währungen

Vier Risiken für Chinas Wirtschaft

Das chinesische Währungssystem
Im Juli 2005 wertet die Zentralbank den Yuan gegenüber dem Dollar um 2,1 Prozent auf und kündigt den Übergang zu einer Währungskorbpolitik an. Nach Angaben der Zentralbank sind die wichtigsten Währungen des Korbs Dollar, Euro, Yen und der koreanische Won. Auch der Singapurer Dollar, das britische Pfund, der malaysische Ringgit, der russische Rubel, der australische Dollar, der thailändische Baht und der kanadische Dollar sind enthalten. Die Gewichtung der Währungen ist geheim.

Ab Juli 2008 ist der Yuan de facto wieder an den Dollar gekoppelt, um die heimische Wirtschaft vor den Auswirkungen der Finanzkrise zu schützen.

Die chinesische Zentralbank setzt täglich einen Mittelwert fest, der sich an von Händlern gesammelten Angeboten orientiert. Gegenüber diesem Wert darf der Yuan im Verhältnis zum Dollar bis zu 0,5 Prozent an einem Tag steigen oder fallen. Tatsächlich beschränken sich die Schwankungen des Yuan jedoch meist auf bis zu 0,15 Prozent gegenüber dem Dollar-Mittelwert. Die tägliche Handelsspanne gegenüber anderen wichtigen Währungen ist auf plus oder minus drei Prozent gegenüber dem täglichen Mittelwert festgesetzt.

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