Neue Werberichtlinien Google erlaubt das Kapern von Markennamen

Google ändert seine Werberegeln in Europa: Ab September kann ein Unternehmen nur noch sehr eingeschränkt dagegen vorgehen, dass Konkurrenten unter seinem Markennamen Werbung schalten. Profitieren soll vor allem der Endverbraucher.

Google-Gründer Larry Page: Neue Werberichtlinien in Europa
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Google-Gründer Larry Page: Neue Werberichtlinien in Europa


Hamburg - Google ändert die Regeln für Suchmaschinenwerbung. Eine neue Richtlinie erlaubt es Konzernen, unter den Markennamen von Konkurrenten Werbung für die eigenen Produkte zu schalten. Die neuen Regeln gelten für Europa und die gesamte Europäischen Freihandelszone (EFTA); sie treten am 14. September in Kraft.

Bisher konnten Markeninhaber in Europa eine Beschwerde einreichen, um zu verhindern, dass bei der Eingabe ihrer eigenen Marke fremde Anzeigen geschaltet werden. Ab Mitte September ändert sich das nun. Unter Stichwort "Lufthansa" können dann etwa auch alle anderen Fluglinien oder Reisebuchungsportale Anzeigen schalten - und zum Beispiel die eigenen Angebote als günstige Alternative zur Konkurrenz preisen.

Einschränkungen: Das Wort "Lufthansa" dürfen sie in der Anzeige nicht benutzen. Und sie dürfen in der Anzeige nicht zu Unrecht den Eindruck erwecken, dass sie zu Lufthansa gehören. In diesem Fall würde Google die Anzeige weiterhin entfernen.

Mit der veränderten Richtlinie reagiert Google auf eine Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) über die Verwendung von Markennamen im Suchmaschinenmarketing (Az: C-236/08). Das oberste Gericht hatte im März entschieden, dass es keine Markenrechtsverletzung ist, wenn Google Markennamen als AdWords-Stichwörter zulässt.

Es schmetterte damit unter anderem eine Klage von Louis Vuitton ab. Der französische Luxusartikelhersteller hatte beanstandet, dass Plagiate seiner Handtaschen unter dem Stichwort des Unternehmensnamens beworben wurden - und vor Gericht zudem gefordert, dass auch Produkte von Konkurrenten nicht unter dem Stichwort "Louis Vuitton" beworben werden dürfen. Das oberste französische Kassationsgericht hatte dem Konzern zunächst recht gegeben - später erklärte der EuGH die Werbung von Konkurrenzunternehmen für zulässig.

Die Tragweite der Richtlinienänderung erachtet Google als gering. "Bislang gehen bei Google pro Monat einige hundert Beschwerden zu möglichen Markenrechtsverletzungen ein - in ganz Europa", sagt Konzernmanager Stefan Tweraser SPIEGEL ONLINE.

Die freie Verwendung von Markennamen sei bereits jetzt in den meisten anderen Ländern der Welt möglich. In den USA und Kanada könnten Inserenten schon seit 2004 fremde Markenbegriffe verwenden, in Großbritannien und Irland seit 2008 und in vielen anderen Ländern seit Mai 2009. Die Änderung in der Europäischen Freihandelszone ermögliche es Google nun, die Richtlinien "weltweit zu harmonisieren".

Die Nutzer in Europa sollen von der geänderten Richtlinie profitieren. "Sie bekommen ab September mehr relevante Anzeigen zu einem Suchwort und können die Angebote von Konkurrenten schneller miteinander vergleichen."

ssu

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Forum - Weltmacht Google - wie gefährlich ist der Internet-Gigant?
insgesamt 2275 Beiträge
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Seite 1
Acalot 09.01.2010
1.
Zitat von sysopGoogle strebt auf vielen Gebieten nach vorn. Das marktführende Suchportal hat sich längst als innovatives, aber auch datenhungriges Unternehmen profiliert. Das führte zu heftiger Kritik und Warnungen. Ihre Meinung: Wie gefährlich ist der Internet-Gigant?
Sehr, er stellt vielleicht bald, eine unkotrollierbare riesige Datenbank mit Informationen über Millionen Internetnutzer, das ist schlimmer als wenn ein Staat das haben würde.
Ferienhaus ImBirkenweg 09.01.2010
2.
Zitat von AcalotSehr, er stellt vielleicht bald, eine unkotrollierbare riesige Datenbank mit Informationen über Millionen Internetnutzer, das ist schlimmer als wenn ein Staat das haben würde.
Schlimmer als ein Staat? Oo. Wenn man sieht, was Staaten in der Geschichte bisher alles mit der repressiven Verwendung riesiger Datensammlungen angefangen haben, dann hat Google noch sehr viel Spielraum. Mir wird Angst und Bange wenn Regierungen anfangen, derartige Datenbanken aufzubauen. Und mir wird Angst und Bange wenn einzelne Menschen die Kontrolle über derart große Unternehmen haben.
homerjay S. 09.01.2010
3.
Zitat von AcalotSehr, er stellt vielleicht bald, eine unkotrollierbare riesige Datenbank mit Informationen über Millionen Internetnutzer, das ist schlimmer als wenn ein Staat das haben würde.
...na ja,aber wenn Sie solche Angst haben,warum beteiligen Sie sich dann an einem Forum? Wenn Staat es wirklich will dann ist ihm Ihre Identität und Meinung doch nun hinlänglich bekannt. Ich für meinen Teil denke mir:Sollen sie doch ersticken in ihrem Datenmüll,letztenendes bleibt doch die Frage wer das alles auswerten soll und wem es nutzt? Irgendwann werden diese Sammler bemerken das der Aufwand in keinem Verhältnis zum Nutzen steht. Also: Ruhig Blut ;-)
Dylan Hunt 09.01.2010
4. Weltmacht Google
haben Sie:Die deutschlandcard,Aralcard oder sonstige payback-karten.Wenn nicht wir haben auch noch eine für sie.Einfach schön alles eintragen.Vergessen sie ihre E-Mailadresse nicht für unsere tausend Newsletter.Sie machen sich sorgen um den Datenschutz?Wir heißen doch nicht Google! manche brauchen wahrlich kein Google,das machen sehr,sehr viel schon selbst,oder? Mfg DH
kontrovers 09.01.2010
5.
Google agiert ja nicht im rechtsfreien Raum. Es ist daher etwas zu einfach, Google allein wegen der Datensammlung unter Generalverdacht zu stellen, gegen geltendes Recht zu verstossen bzw. es in der Zukunft auf Basis der Datensammlung tun zu wollen. Wir haben ein Parlament und eine mehr oder minder funktionierende Regierung. Es ist ihre Aufgabe, Konzernen wie Google, Apple, Microsoft, Intel und wie sie alle heissen klare rechtliche Vorgaben zu machen. Verstossen sie dann nachweislich dagegen, muss das auch harte Konsequenzen nach sich ziehen. Angefangen von Kartellstrafen bis hin zu einem Ausschluss aus dem EU-Markt. Aber wie gesagt - auf Basis geltender Gesetze, nicht "weil die eh groß und böse sind"...
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