SPIEGEL ONLINE

SPIEGEL ONLINE

16. Januar 2015, 08:35 Uhr

Mehdorn-Nachfolge

BER-Gesellschafter sollen sich auf neuen Flughafenchef geeinigt haben

Die Suche nach einem neuen Chef für den Hauptstadtflughafen ist angeblich schon zu Ende. Einem Zeitungsbericht zufolge haben sich die Gesellschafter für den Rolls-Royce-Geschäftsführer Karsten Mühlenfeld entschieden.

Berlin - Eigentlich wollten sich heute die drei Spitzenvertreter der Flughafengesellschafter Bund, Berlin und Brandenburg in Berlin treffen und über einen neuen BER-Chef beraten. Zwar wurde nicht einmal das Treffen offiziell bestätigt, jetzt aber meldet der Berliner "Tagesspiegel", dass bereits ein Nachfolger für BER-Geschäftsführer Hartmut Mehdorn gefunden ist. Demnach soll Karsten Mühlenfeld, Geschäftsführer des Flugzeugtriebwerkeherstellers Rolls Royce Deutschland, neuer Chef des Berliner Hauptstadtflughafens werden.

Dem Bericht zufolge sollen sich Berlin, Brandenburg und der Bund als Eigentümer der Flughafengesellschaft (FBB) vor dem Spitzentreffen im Roten Rathaus auf die Personalie verständigt haben. Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller, Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (beide SPD) und Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) wollten dort über die Besetzung des BER-Chefpostens beraten. Von Rolls Royce in Dahlewitz wurde dem "Tagesspiegel" bestätigt, dass Mühlenfeld das Unternehmen verlässt.

Der amtierende BER-Geschäftsführer Mehdorn hatte nach Querelen mit dem Aufsichtsrat im Dezember seinen Rücktritt bis spätestens Ende Juni angekündigt. Wichtigste Aufgabe seines Nachfolgers wird es sein, das Projekt Hauptstadtflughafen in Schönefeld zu Ende zu führen. Der Willy-Brandt-Flughafen soll im zweiten Halbjahr 2017 in Betrieb gehen - sechs Jahre später als anfangs geplant. Die Gründe dafür sind Planungsfehler, Baumängel und Technikprobleme.

Die Personalie Mühlenfeld ist der Zeitung zufolge zwischen Müller, Woidke, Dobrindt und dem ebenfalls beteiligten Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) abgestimmt. Der Neue soll den Job kurzfristig antreten, rechtzeitig vor der nächsten regulären Sitzung des Flughafenaufsichtsrates Mitte März. Dort soll es vor allem um die weitere Finanzierung des BER gehen, der nach dem zwischen FBB-Geschäftsführung und Aufsichtsrat im Dezember abgestimmten Fahrplan im zweiten Halbjahr 2017 eröffnen soll.

Wie der "Tagesspiegel" weiter berichtet, seien sich Berlin, Brandenburg und der Bund einig, dass die eingespielte Managementriege unterhalb von Mehdorn bestehen bleiben soll. Finanzgeschäftsführerin Heike Fölster, Technikchef Jörg Marks und der für die Flughäfen Tegel und Schönefeld zuständige Betriebsleiter Elmar Kleinert sollen bleiben. Alle drei gelten jeweils für ihre Gebiete als versierte Führungskräfte, die einen guten Job machen.

Über den Maschinenbauingenieur Mühlenfeld, Jahrgang 1963, schreibt die Zeitung, er gelte als Macher. Er habe an der TU Berlin studiert und bei Rolls Royce in Dahlewitz seine Managerqualitäten bewiesen.

nck

URL:

Verwandte Artikel:

Mehr im Internet


© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH