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Führungswechsel bei Air Berlin: Letzter Aufruf

Eine Analyse von manager-magazin-Redakteur Michael Machatschke

Die schwer angeschlagene Air Berlin bekommt einen neuen Chef - und ihre vermutlich letzte Chance. Ausnahmsweise ist der neue Hoffnungsträger diesmal vom Fach. Großaktionär Etihad hat allen Grund, ihm bei der Sanierung freie Hand zu lassen.

Abflug: Viel Zeit für eine Sanierung von Air Berlin bleibt dem neuen Chef nicht Zur Großansicht
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Abflug: Viel Zeit für eine Sanierung von Air Berlin bleibt dem neuen Chef nicht

Man wird nicht behaupten können, Air Berlin habe nicht alles versucht. Nach dem erzwungenen Abgang des Gründers Joachim Hunold setzte der Aufsichtsrat zunächst Hartmut Mehdorn an die Firmenspitze, er zog gewissermaßen die Wild Card. Der Hauruck-Manager erwies sich als erwartet furcht- und unerwartet wirkungslos und musste dem smarten Österreicher Wolfgang Prock-Schauer Platz machen. Doch auch dessen Wiener Schmäh half nicht, die zweitgrößte deutsche Fluglinie wirklich zu sanieren.

Jetzt versuchen es die Aufseher mit einer geradezu revolutionären Maßnahme: sie holen einen Fachmann. Ab Februar soll der frühere Lufthansa-Manager Stefan Pichler Air Berlin retten.

Gewiss wird mancher über den Neuen lästern. Stefan Pichler schied vor rund zehn Jahren geräuschvoll aus der hiesigen Szene, als der von ihm geleitete Reisekonzern Thomas Cook in Turbulenzen geriet und die damaligen Eigner - Lufthansa Chart zeigen und KarstadtQuelle - ihn als Vorstandschef absetzten.

Kenner halten ihm allerdings einige Kompetenz zugute, die er einst vor allem als Verkaufschef der Lufthansa gezeigt habe. Zudem hat er in den vergangenen Jahren im Ausland einige Erfolge vorzuweisen, etwa bei der arabischen Billigfluglinie Jazeera Airways, die er zu hohen Gewinnen führte.

Die Sanierung lief bislang nur zögerlich

Ob er Air Berlin wirklich helfen kann, wird vor allem davon abhängen, ob man ihm freie Hand lässt. Denn in Vergangenheit schreckte das Unternehmen und seine Führung - trotz aller Sparrhetorik - vor einem fundamentalen Neustart zurück. Bedenkenträger rund um Hunold, der immer noch im Aufsichtsgremium sitzt, sperrten sich gegen eine Sanierung, die den Namen verdient.

Der Neue wird wohl kaum um eine deutlich stärkere Flottenreduzierung herumkommen, als sie bislang beschlossen wurden. Noch wichtiger wird allerdings sein, Air Berlin Chart zeigen endlich ein klares Geschäftsmodell zu geben. Als diffuses Mischwesen aus Ferien-, Billig- und Linienflug jedenfalls hat Air Berlin keine Zukunft. Notfalls wäre sogar zu überlegen, das Unternehmen in mehrere Teile zu zerlegen.

Auf jeden Fall dürfte jetzt die letzte große Rettungsaktion beginnen. Sollte auch Pichler scheitern und die ewigen Verluste bei Air Berlin nicht abstellen können, würde Großaktionär Etihad wahrscheinlich doch aussteigen - für Air Berlin in der heutigen Verfassung das Todesurteil. Die Verantwortlichen bei Air Berlin haben allen Grund, ihren neuen Hoffnungsträger rückhaltlos zu unterstützen.

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