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Ein Kaffeeriese entsteht: Jacobs und Senseo künftig unter einem Dach

Jacobs Kaffee, Tassimo und Senseo kommen künftig aus einem Hause. Die Hersteller Mondelez International und D.E Master Blenders 1753 wollen die Traditionsmarken zusammenlegen. Im Hintergrund steht der milliardenschwere Reimann-Clan.

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Corbis

Kaffee: Reimann will den größten Kaffeeröster der Welt schaffen

London - Milliardenübernahme in der Kaffeebranche: Jacobs, Tassimo und Senseo kommen künftig aus einer Hand. Die deutsche Milliardärsfamilie Reimann erweitert ihr Kaffeeimperium um das Kaffeegeschäft des US-Süßwarenriesen Mondelez, der sich auf Schokoriegel und anderen Snacks konzentrieren will. Die seit einem Jahr von den Reimanns kontrollierte niederländische D.E Master Blenders 1753 zahlt dafür rund fünf Milliarden Dollar, wie sie am Mittwoch mitteilte. Mondelez bleibt mit 49 Prozent an dem Unternehmen beteiligt, das künftig unter dem Namen Jacobs Douwe Egberts firmieren soll.

Nach Angaben des Unternehmens entsteht damit der größte reine Kaffeeröster mit einem Umsatz von umgerechnet rund fünf Milliarden Euro. Branchenprimus Nestlé ("Nespresso"), dem das Duo nun die Stirn bieten will, ist aber noch deutlich größer. Die aus der Aufspaltung des US-Nahrungsmittelriesen Kraft hervorgegangene Mondelez besitzt Marken wie Jacobs, Tassimo und Carte Noire, D.E Master Blenders gehören etwa Douwe Egberts und Senseo.

Plazet der Wettbewerbshüter steht noch aus

Der Zusammenschluss soll im Laufe des kommenden Jahres über die Bühne gehen. Die Konzerne müssen zunächst das Okay der Wettbewerbshüter einholen und Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern führen.

Mondelez erwirtschaftet mit Kaffee bisher elf Prozent des Umsatzes, die Sparte ist damit etwas größer als der neue Partner D.E Master Blenders. Das Geschäft mit Kaffeekapseln boomt seit Jahren. Vor allem in Schwellenländern nimmt der Kaffee- und Teekonsum zu. Die Analysten von Wells Fargo sprachen von einer "überragenden strategischen Entscheidung". Mondelez-Aktien verteuerten sich an der New Yorker Börse Nasdaq um 7,5 Prozent.

Die Familie Reimann hatte D.E Master Blenders vor einem Jahr vom US-Konzern Sara Lee übernommen. Zuvor hatte sie schon zwei kleinere Kaffeeketten in den USA gekauft, die mit Starbucks oder Dunkin Brands konkurrieren, aber nicht Teil des neuen Konzerns sind. Die Reimanns - eine der reichsten Familien in Deutschland - haben ihr Vermögen mit dem Ludwigshafener Spezialchemiekonzern Benckiser und dessen Verkauf an die britische Reckitt Benckiser gemacht. An dem Hersteller von Calgon-Entkalker, Kukident-Zahnprothesenreiniger und Durex-Kondomen hält die Familie noch einen Minderheitsanteil. Daneben verdient sie ihr Geld auch mit Parfum, Kosmetik (Coty's) und Mode (Jimmy Choo).

mik/Reuters

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