Absage an Kooperation mit Start-ups Peugeot Citroën kreiert Uber-Rivalen

Daimler, Volkswagen, Toyota, General Motors: Viele der großen Autohersteller kooperieren mit Fahrdienstvermittlern. Anders PSA Peugeot Citroën, die Franzosen bauen dafür eine eigene Firma auf.

PSA-Zentrale in Paris
AFP

PSA-Zentrale in Paris


Der französische Autokonzern PSA mit den Marken Peugeot
und Citroën will ins Geschäft mit Fahrdienst-Apps einsteigen. Ein hauseigener Service könne innerhalb von drei Jahren starten und auch unter einem anderen Markennamen als Peugeot oder Citroën betrieben werden, sagte PSA-Chef Carlos Tavares der "Financial Times".

Anders als etwa Volkswagen oder Toyota will PSA sich nicht mit einem Start-up verbünden. Bei einer Partnerschaft gebe es die Gefahr, den direkten Draht zu den
Kunden zu verlieren, sagte Tavares der Zeitung. Die Idee sei, ein lebenslanger Mobilitätspartner zu werden. Der Konzern wolle den Fahrdienst zunächst in den USA einführen.

Die Autokonzerne setzen mittlerweile verstärkt auf Mobilitätsdienste. Dabei geht es zum einen darum, dass vor allem jüngere Menschen ein Auto eher bei Bedarf nutzen wollen, als es zu besitzen. Zum anderen wird erwartet, dass mit dem Vorstoß selbstfahrender Autos auf die Straße ein immer größerer Teil des Verkehrs mit Roboter-Taxis abgewickelt wird.

Praktisch alle großen Autobauer investieren in bestehende Fahrdienstvermittler. Die Opel-Mutter General Motors gab Anfang des Jahres 500 Millionen Dollar für Anteile an dem Fahrdienst Lyft aus und will mit dem Star-tup Roboter-Taxis testen. VW stieg im Frühsommer mit 300 Millionen Dollar beim App-Betreiber Gett ein. Toyota
beteiligte sich mit einem kleinen Anteil am wohl bekanntesten und umstrittensten Fahrdienstvermittler Uber.

Uber wiederum entwickelt eigene Roboterwagen-Software und testet sie erstmals mit Fahrgästen an Bord mit umgebauten Volvo-Fahrzeugen in Pittsburgh. Daimler kaufte bereits vor zwei Jahren die App MyTaxi und baute sie jüngst mit der Übernahme des britischen Konkurrenten Hailo aus.

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msc/dpa

insgesamt 6 Beiträge
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Affenhirn 12.09.2016
1. Nicht besser, aber französisch
Diese sehr nationalistische Denkweise gab es dort schon immer - und ist ein Teil der wirtschaftlichen Probleme des Landes. Ein gutes Beispiel dafür ist das Farbfernsehen. Telefunken erfand das PAL-System, das war das technologisch führende Konzept. Die Franzosen haben aber SECAM eingesetzt, das war auf keinen Fall besser - aber es war französisch. Zu den Abnehmern des SECAM gehörte übrigens auch die DDR, denn die konnte aus anderen politischen Gründen ebenfalls nicht den technisch besseren Standard wählen
goEast2015 12.09.2016
2. Größenwahn
Die Franzosen wollten schon vieles. Unter anderem sollte unter ihrer Federführung ein europäischer Google-Konkurrent geschaffen werden. Hat natürlich wie alle anderen bedauernswerten Initiativen nicht geklappt. Wann lernt der Franzose endlich, dass mit Planwirtschaft und Sozialismus kein Blumentopf zu gewinnen ist. Hoffnungsloser Fall.
pharcyde 12.09.2016
3. Erde an Affenhirn
Vor allem Ihr Beitrag ist von nationalistischer Denkweise geprägt. A) ist PSA keine State-Owned-Enterprise B) kann man Technologie und Geschäftsmodell schwerlich vergleichen. Es ist jedenfalls eine ambitionierte Entscheidung und meines Erachtens sicherlich nicht die schlechteste. Da beim Integrated Mobility Provider alles um die Daten geht, ist es besser diese selbst zu verwalten. Mal sehen wer 2030 noch da ist von den tollen Automobilherstellern.
neowave 13.09.2016
4. Und warum?
Zitat von goEast2015Die Franzosen wollten schon vieles. Unter anderem sollte unter ihrer Federführung ein europäischer Google-Konkurrent geschaffen werden. Hat natürlich wie alle anderen bedauernswerten Initiativen nicht geklappt. Wann lernt der Franzose endlich, dass mit Planwirtschaft und Sozialismus kein Blumentopf zu gewinnen ist. Hoffnungsloser Fall.
Komplett falsches Beispiel - leider durfte das Projekt EU-Suchmaschine nicht gelingen. Wo kämen wir denn da hin, wenn Europa machen würde, was es will. Und damit die deutschen Partner still hielten, wurde die Projekt-Kohle in AN-Institute der Profs umgeleitet.
bronck 13.09.2016
5. Frankreich
Zitat von pharcydeVor allem Ihr Beitrag ist von nationalistischer Denkweise geprägt. A) ist PSA keine State-Owned-Enterprise B) kann man Technologie und Geschäftsmodell schwerlich vergleichen. Es ist jedenfalls eine ambitionierte Entscheidung und meines Erachtens sicherlich nicht die schlechteste. Da beim Integrated Mobility Provider alles um die Daten geht, ist es besser diese selbst zu verwalten. Mal sehen wer 2030 noch da ist von den tollen Automobilherstellern.
PSA wird de facto vom Staat gelenkt. In Frankreich mischt sich der Staat traditionell viel intensiver in wirtschaftliche Dinge ein. Das läuft halt nur nicht immer über Beteiligungen, sondern viel über "man kennt sich - man hilft sich".
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